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"Gegen jede Art von Krieg" – Gündoğan und Can nehmen Stellung nach Wirbel um Instagram-Foto

"Gegen jede Art von Krieg" – Gündoğan und Can nehmen Stellung nach Wirbel um Instagram-Foto
Die Nationalspieler Emre Can (hintere Reihe ganz rechts) und İlkay Gündoğan (vordere Reihe Mitte) stehen in der Kritik.
Die deutschen Nationalspieler Gündoğan und Can haben ihre Reaktion auf ein umstrittenes Foto verteidigt. Die beiden hatten ein Instagram-Foto mit einem Like versehen. Das Bild zeigte türkische Fußballer beim Militärgruß aus Sympathie für die türkischen Soldaten in Syrien.

Die deutschen Nationalspieler İlkay Gündoğan und Emre Can nahmen ihre Likes bei Instagram später wieder zurück. Can sagte der Bild, das Like sei erfolgt, "ohne jegliche Intention und (ohne) auf den Inhalt zu achten. Ich bin ein absoluter Pazifist und gegen jede Art von Krieg."

Gündoğan teilte mit: 

Glauben Sie mir: Nach dem letzten Jahr ist das Letzte, was ich wollte, ein politisches Statement zu setzen.

Bundestrainer Joachim Löw schaltete sich in die Debatte ein und nahm Gündoğan in Schutz: "Das war ein klares Statement von İlkay für Deutschland."

Stein des Anstoßes: Das Kreuz als christliche Symbolik im Stadtwappen von Mönchengladbach.

Gündoğan betonte, er habe sein Like für das umstrittene Bild "bewusst zurückgenommen", als er gesehen habe, dass seine Reaktion "politisch gewertet wurde". "Wahr ist, dass ich mich für meinen ehemaligen Teamkollegen aus der DFB-U21 gefreut habe, dass er das Siegtor gemacht hat." Im vergangenen Jahr war der Profi von Manchester City vor der WM wegen eines gemeinsamen Fotos mit dem türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdoğan in die Kritik geraten.

Dass aus seiner Unterstützung für seinen "sehr guten Freund" Tosun eine solche Geschichte werde, sei "ein bisschen schade", sagte Gündoğan am Sonntagabend in Tallinn:

Da war natürlich absolut keine politische Absicht dahinter, Emre und ich sind beide konsequent gegen jeglichen Terror und gegen jeglichen Krieg.

Auch Bundesligist Fortuna Düsseldorf schaltete sich in den Wirbel um den Siegesjubel türkischer Nationalspieler ein. Die Fortuna-Profis Kaan Ayhan und Kenan Karaman beteuerten demnach in einem Gespräch mit dem Verein, die Gesten beim Spiel gegen Albanien seien lediglich "Solidaritätsbekundung für Soldaten und ihre Angehörigen" gewesen. Auch auf einem Mannschaftsfoto in der Kabine hatten türkische Spieler, darunter auch Ayhan (24) und Karaman (25), mit der Hand an der Stirn salutiert.

Fortuna Düsseldorf will die Geschehnisse vom Freitagabend mit seinen beiden Profis nach deren Rückkehr von der Länderspielreise noch einmal aufarbeiten. Der Club sei "davon überzeugt, dass ihnen nichts ferner lag, als ein politisches Statement abzugeben", wurde Sportvorstand Lutz Pfannenstiel zitiert.

Die Union Europäischer Fußballverbände (UEFA) will zunächst den offiziellen Spielbericht der Partie abwarten, bevor eine Entscheidung über mögliche Ermittlungen in der Sache fällt. Nach den Statuten des Dachverbands sind politische Äußerungen und Gesten auf dem Spielfeld in UEFA-Wettbewerben untersagt.

Reaktionen in den sozialen Medien fielen wie folgt aus: 

Zuletzt hatte bereits eine Solidaritätsbekundung des Zweitliga-Profis Cenk Şahin vom FC St. Pauli für das türkische Militär für Aufregung gesorgt. Şahin hatte in türkischer Sprache gepostet: "Wir sind an der Seite unseres heldenhaften Militärs und der Armeen. Unsere Gebete sind mit euch!" Angehängt ist der Name der Militäroperation. Der Club distanzierte sich von dem Instagram-Post. Die St.-Pauli-Ultras forderten die sofortige Entlassung von Şahin.

Dieser sagte türkischen Medien zufolge, er werde seine Reaktion im Internet nicht löschen. Nach seiner Rückkehr zum Verein werde sich die Situation klären, versicherte Şahin.

Mehr zum Thema - Türkische Medien: Erdoğan soll Ehrengast auf Özils Hochzeit werden

(rt deutsch/dpa) 

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