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Pleite-Folgen für Thomas-Cook-Pauschalurlauber: Keine volle Erstattung der Anzahlung von Reisen

Pleite-Folgen für Thomas-Cook-Pauschalurlauber: Keine volle Erstattung der Anzahlung von Reisen
Ein Thomas-Cook-Flugzeug im August 2019 auf dem Flughafen der Insel Skiathos in Griechenland: Pauschalurlauber der insolventen deutschen Tochter von Thomas Cook werden mit bitteren Folgen der Pleite konfrontiert.
Ein Großteil der Pauschalurlauber der insolventen deutschen Thomas-Cook-Reiseveranstalter ist inzwischen wieder zurückgekehrt. Bitter sind jedoch die Folgen auch für Kunden, die ihre Reise wegen der Turbulenzen gar nicht erst antreten konnten.

Schlechte Nachrichten für Pauschalurlauber der deutschen Thomas-Cook-Reiseveranstalter, die vom Reisestopp bis zum 31. Oktober betroffen sind: Sie können nicht mit einer vollen Erstattung des bereits gezahlten Geldes rechnen. Die Versicherung Zurich Deutschland hatte die Reisen mit der deutschen Tochter von Thomas Cook bis zu 110 Millionen Euro versichert.

Sie können davon ausgehen, dass dies bei weitem nicht reicht", sagte Zurich-Sprecher Bernd Engelien.

Der insolvente Veranstalter hatte alle Reisen bis zum 31. Oktober abgesagt, auch wenn sie schon angezahlt oder voll bezahlt waren. Zur Zahl der betroffenen Kunden machte Thomas Cook keine Angaben.

Die

Bezahlt werden zunächst Hotelrechnungen und Rückflüge für Pauschalurlauber, die beim Insolvenzantrag schon unterwegs waren

Die Ersatzansprüche würden der versicherten Summe gegenübergestellt und quotiert, erläuterte der Zurich-Sprecher. Als Rechenbeispiel: Wenn die Schadenssumme doppelt so hoch ist wie die versicherte Summe, würden die Ansprüche zur Hälfte gedeckt. Bislang sei aber noch nicht klar, wie hoch die Schadenssumme und die Erstattungsquote sei, sagte Engelien. Betroffen sind Pauschalreisekunden, die beim Insolvenzantrag noch nicht unterwegs waren. Ebenso von der Quotierung betroffen seien Kunden, deren Reise abgebrochen werden musste oder die Doppelzahlungen geleistet haben.

Zunächst müssten Hotelrechnungen für Pauschalurlauber, die beim Insolvenzantrag schon unterwegs waren, sowie die Rückflüge bezahlt werden, erläuterte Engelien weiter. Auch die Höhe dieser Summe sei noch nicht klar. Von den 140.000 betroffenen Urlaubern seien bis Montagabend alle bis auf 17.000 in die Heimat zurückgebracht worden. Bis Anfang kommender Woche soll die Rückholaktion weitgehend abgeschlossen sein.

Bis September 2020 offenbar etwa 660.000 gebuchte Reisen

Ob Kunden, die ab dem 1. November gebucht haben, Geld verlieren, hängt davon ab, ob die Reisen durchgeführt werden – möglicherweise auch von einem anderen Veranstalter. Für den Zeitraum bis September 2020 hatten früheren Angaben zufolge etwa 660.000 Urlauber eine Reise bei dem Unternehmen gebucht.

Unterdessen zeigt der Reisekonzern DER Touristik wenig Interesse an einer Übernahme der deutschen Tochter von Thomas Cook.

Wir haben ein sehr gut aufgestelltes Portfolio an Marken und Produkten", sagte Zentraleuropa-Chef Ingo Burmester der Deutschen Presse-Agentur. "Nur Volumen zu gewinnen, macht wenig Sinn."

Der britische Reiseveranstalter Thomas Cook ist pleite.

Zugleich hat DER Touristik großes Interesse daran, dass der ebenfalls zum insolventen britischen Reisekonzern Thomas Cook gehörende Ferienflieger Condor weiter in der Luft bleibt.

Eine gesamthafte Übernahme von Condor kann ich mir nicht vorstellen. Eine anteilige Beteiligung würde ich aber nicht grundsätzlich ausschließen", sagte Burmester.

Die Priorität aus Sicht von DER Touristik liege aber in einer "eigenständigen, dauerhaft erfolgreichen Airline".

Condor fliegt derzeit planmäßig – hat keinen Insolvenzantrag gestellt

Condor ist ein wichtiger Partner verschiedener Reiseveranstalter. Die Airline fliegt derzeit planmäßig. Sie hat im Gegensatz zum Reiseveranstalter keinen Insolvenzantrag gestellt, sondern ist in einem Schutzschirmverfahren. Damit soll verhindert werden, dass Geld an den insolventen britischen Mutterkonzern abfließt.

Condor ist sehr verlässlich und gerade im Moment bei den Kunden sehr beliebt. Wir stellen aktuell steigende Buchungen für Sommer und Winter auf Condor-Flügen fest", sagte Burmester.

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Einen Imageschaden für die Pauschalreise als solche erwartet der Manager trotz der Turbulenzen nicht unbedingt. "Eine Pauschalreise ist immer noch das allersicherste, was man machen kann, auch durch die Absicherung durch eine Reiseinsolvenzversicherung", sagte Burmester. "Bei Einzelbuchungen von Flug oder Hotel hilft ihnen niemand."

Die deutsche Tochter von Thomas Cook, zu der unter anderem Neckermann Reisen, Öger Tours und Bucher Reisen gehören, war in den Sog der Pleite der britischen Mutter geraten. Drei deutsche Thomas-Cook-Gesellschaften stellten vergangene Woche Insolvenzantrag. Neue Reisen werden vorerst nicht mehr verkauft.

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(dpa/rt deutsch)

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