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Like, Share, Post: Die Selfie-Strategie der Politiker im Wahlkampf

Like, Share, Post: Die Selfie-Strategie der Politiker im Wahlkampf
Eine Wählerin macht ein Selfie mit Präsidentschaftskandidatin Elizabeth Warren
Wenn Wahlen anstehen, muss man überzeugen. Griffen Politiker früher zu knackigen Slogans und unzähligen Versprechen, so haben sie mittlerweile ein neues Wahlkampfinstrument für sich entdeckt: Selfies. Ein Schnappschuss, der Sekunden dauert und weltweit geteilt wird.

Die US-Senatorin Elizabeth Warren ist eine der wichtigsten Präsidentschaftskandidaten der Demokraten bei den US-Wahlen im Jahr 2020. Sie entwickelte eine einfache aber effektive Strategie, um mit ihrer Wählerschaft zu arbeiten. Sie setzt auf persönliche Anrufe und Selfies. Fotos mit Präsidentschaftskandidaten sind zwar ein altes Werkzeug, um Popularität zu steigern, doch Warren machte sie zu einem zentralen Hilfsmittel ihrer Wahlkampagne.

Im März 2019 klingelte das Handy bei Jocelyn Roof, einer Studentin aus dem US-Staat Iowa. Sie nahm den Hörer ab und hörte die Stimme Elizabeth Warrens. Die Präsidentschaftskandidatin der Demokraten bedankte sich bei der jungen Frau für eine Wahlkampfspende in Höhe von 25 US-Dollar (umgerechnet etwa 23 Euro). Nach dem Anruf hat die Studentin ein Selfie auf Snapchat gepostet und kommentierte das Bild folgendermaßen: "Mein Leben hat sich auf den Kopf gestellt." Warren teilte das Bild in ihrem Profil und schrieb "ich bin so froh, dass wir miteinander gesprochen haben!"

Jocelyn Roof gesteht, sie hätte vor dem Telefonat nicht gewusst, für wen sie ihre Stimme abgeben würde. Nun sei sie sich sicher, dass sie für Warren stimmen werde. Sie spendet nun monatlich fünf Dollar an Warrens Wahlkampagne.

Seit Beginn des Wahlkampfs ruft Warren immer wieder Menschen an, die für ihre Wahlkampagne spenden. Die Aufzeichnungen dieser Anrufe werden in den sozialen Netzwerken veröffentlicht. Nach jeder Veranstaltung verbringt Warren Stunden damit, Selfies mit ihren Unterstützern zu machen. In ihrer Kampagne hat sich die Politikerin den Aufbau individueller Verbindungen zu bestimmten Wählern und – was noch wichtiger ist – die Schaffung von digitalen Inhalten zum Ziel gemacht, die ihre Fans dann in ihren eigenen sozialen Netzwerken hochladen. Die Zahl der mit Warren gemachten Selfies beläuft sich mittlerweile auf 60.000, schreibt das Magazin TIME. Warrens Sprecherin Saloni Sharma erklärte:

Wir bauen eine Bewegung auf, die von Mensch zu Mensch geht, von unten nach oben.

Nach einem Treffen mit Warren an der Universität von Iowa sagten mehrere Studenten, sie hätten das Selfie an ihre Verwandten gesendet und wollten sie nun überreden, für Warren zu stimmen.

Fotos mit potenziellen Wählern zu schießen ist zu einem Wahlkampfinstrument geworden, das viel und gerne eingesetzt wird – auch von europäischen Politikern. Sie nutzen die Strategie, damit die Bilder anschließend in den sozialen Medien geteilt werden – vor allem von jungen Wählern. So fährt auch die SPÖ-Bundesvorsitzende Pamela Rendi-Wagner im Wahlkampf zu den kommenden Nationalratswahlen in Österreich die Social-Media-Schiene. In ihrem Instagram-Account ist die Politikerin meist mit Kindern oder Senioren zu sehen. Entweder kommen zu ihren Veranstaltungen tatsächlich mehr junge und ältere Teilnehmer – oder es werden mit Absicht hauptsächlich Fotos hochgeladen, die den Eindruck von Fürsorge und Volksnähe erwecken sollen.

Wahlveranstaltungen, die meist kürzer dauern, als die darauffolgenden Fotosessions, sind auch bei Sebastian Kurz, Österreichs Ex-Bundeskanzler, Usus geworden. Nicht umsonst trägt Kurz den Spitznamen "Selfie-Kanzler". Der ÖVP-Chef wird, wo auch immer er auftritt, stets von Menschen umringt, die um ein Erinnerungsfoto bitten. Geduldig erfüllt er die unzähligen Wünsche seiner Fans – denn ein Foto abzulehnen bedeutet gleichzeitig auch, potenzielle Wähler zu verlieren. Das kann sich im heutigen (Social-Media-) Wahlkampf nun wirklich keiner erlauben.

 

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