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Aus der Not heraus: Neue Dokumente zeigen wahre Hintergründe des Molotow-Ribbentrop-Pakts

Aus der Not heraus: Neue Dokumente zeigen wahre Hintergründe des Molotow-Ribbentrop-Pakts
Kürzlich veröffentlichte Papiere haben ein neues Licht auf den Nichtangriffspakt zwischen der UdSSR und den Nazis geworfen. Die Feindschaft des Westens und ein mögliches Bündnis zwischen Polen und Deutschland trieb Moskau dazu, einen Pakt mit Berlin zu schließen.

Das russische Verteidigungsministerium hat anlässlich des 80. Jahrestags des Abkommens zwischen der Sowjetunion und Deutschland, das auch als Molotow-Ribbentrop-Pakt bekannt ist, eine Reihe historischer Dokumente veröffentlicht. Das Abkommen ist seit geraumer Zeit Ziel ständiger Kritik westlicher Diplomaten und Propagandisten.

Polen und einige andere osteuropäische Nationen nutzten es sogar als Vorwand dafür, den russischen Präsidenten Wladimir Putin im September nicht zum 80. Jahrestag des Beginns des Zweiten Weltkriegs einzuladen. Während die westlichen Staaten das Abkommen kritisierten, zeigen neu entdeckte Dokumente, dass die Sowjetunion kaum eine andere Wahl hatte, als es zu unterzeichnen.

Eines der bemerkenswertesten Dokumente ist ein streng geheimer handschriftlicher Bericht des Chefs des sowjetischen Generalstabs, Armeekommandeur Boris Schaposchnikow, in dem er die möglichen militärischen Bedrohungen beurteilte, denen die UdSSR in naher Zukunft ausgesetzt sein könnte.

Eine mögliche Allianz zwischen Nazideutschland und Polen spielte bei seiner Einschätzung eine zentrale Rolle. Schaposchnikow zählte Polen ebenso wie Deutschland, Italien und Japan zu den Staaten, die "die politischen Beziehungen zur UdSSR zu einem militärischen Konflikt vorantreiben wollen".

Polen wird bereits in die Umlaufbahn des faschistischen Blocks gelockt, während es versucht, die angebliche Unabhängigkeit seiner Außenpolitik zu demonstrieren", schreibt er in einem Bericht, der nur für hochrangige sowjetische Vertreter bestimmt war.

Der Generalstabschef warnte auch davor, dass Deutschland und Polen gemeinsam weitaus mehr Truppen und militärische Ausrüstung einsetzen könnten, als die Sowjetunion an ihre Westgrenzen entsenden könnte. Zudem wären möglicherweise auch die baltischen Staaten und Finnland gegen die UdSSR in den Krieg gezogen.

Tatsächlich hatte Schaposchnikow guten Grund zu glauben, was er sagte. Polen unterzeichnete bereits 1934, etwa fünf Jahre vor der UdSSR, einen Nichtangriffspakt mit den Nazis. Darüber hinaus erkannte Warschau nicht nur die Legitimität der Teilung der Tschechoslowakei durch die deutschen Faschisten unter Billigung der Westmächte im Jahr 1938 an, sondern besetzte dabei sogar selbst Teile des Landes.

Soldaten der Roten Armee hissen die sowjetische Fahne auf dem Reichstag, Berlin, 1945.

Auch die Maßnahmen des Vereinigten Königreichs und Frankreichs schienen Moskau nicht zu beruhigen. Schaposchnikow beschrieb deren Politik als "zögerlich und zweifelhaft" und ging davon aus, dass sie irgendwann ein Abkommen mit Hitler abschließen könnten, wodurch die UdSSR möglicherweise allein im Kriegszustand mit halb Europa befunden hätte.

Die Schlussfolgerungen der Spitzenpolitiker stimmen mit dem überein, was die sowjetischen Diplomaten in London und Paris sahen. Einer von ihnen, Iwan Maiski, ein ehemaliger sowjetischer Botschafter in Großbritannien, schrieb in seinen Memoiren, dass die britische Regierung in den späten 1930er-Jahren darauf aus war, die Nazis gegen die UdSSR in Stellung zu bringen, während sie mit Hitler und seinem Verbündeten, dem italienischen faschistischen Diktator Benito Mussolini, flirtete.

In seinen Erinnerungen, die 1966 erstmals in der UdSSR veröffentlicht und nun wieder vom Verteidigungsministerium verbreitet wurde, erinnert sich Maiski daran, wie Neville Chamberlain, britischer Premierminister von 1937 bis 1940, ihm ins Gesicht sagte, dass London die UdSSR als "Feind" betrachtet.

Die Sowjetunion war einer der konsequentesten Gegner von Hitlers aggressiver Politik in Europa und forderte eine breite internationale Koalition gegen die Nazis. Sie versuchte sogar, ein Sicherheitsbündnis in Europa zu bilden, indem sie 1935 mit Frankreich und der Tschechoslowakei gegenseitige Beistandsabkommen abschloss.

Doch diese Hoffnungen wurden schließlich durch das Münchner Abkommen von 1938 zunichte gemacht, bei dem einer ihrer "Verbündeten", Frankreich, die Zustimmung zur Teilung des Mitverbündeten, der Tschechoslowakei, gab. Allerdings hat der Westen seine eigene umstrittene Politik in der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg nun scheinbar vergessen und behauptet laut, dass es der Molotow-Ribbentrop-Pakt war, der den Zweiten Weltkrieg ermöglichte.

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