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Die Brände im Amazonas-Regenwald: Was hinter den Schlagzeilen der Klimakatastrophe steckt

Die Brände im Amazonas-Regenwald: Was hinter den Schlagzeilen der Klimakatastrophe steckt
24. August 2019: Amazonas-Regenwald in Flammen
Der Amazonas-Regenwald brennt, der Planet heizt sich auf und es scheint, als würden die vier Reiter der Klimawandel-Apokalypse bereits an unsere Tür klopfen. Aber liegen die Untergangspropheten überhaupt richtig?

Der Amazonas-Regenwald ist in Flammen. Die Brände haben seit dem vergangenen Jahr um 83 Prozent zugenommen. Das brasilianische Nationalinstitut für Raumforschung vermeldet nahezu 80.000 Einzelfeuer. Diese Brände werden normalerweise jedes Jahr von Bauern verursacht – mit dem Ziel, den zugewachsenen Boden für die Beweidung und Wiederbepflanzung freizugeben. Das Ausmaß des diesjährigen Infernos hat jedoch die Aufmerksamkeit der globalen Medien auf sich gezogen wie nie zuvor.

"Unser Haus brennt", twitterte der französische Präsident Emmanuel Macron und versprach, den "Ernstfall" auf dem G7-Gipfel ganz oben auf die Tagesordnung zu setzen. Macron wurde von US-Gesetzgebern, Präsidentschaftskandidaten, Klimaaktivisten und vielen Nachrichtenagenturen unterstützt, die die industriefreundliche Politik des brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro für die Beschleunigung des Waldsterbens verantwortlich machen.

Doch es brennt nicht nur in Brasilien. Angesichts der Brandstreifen in Afrika, der Arktis und Asien sprach die New York Times von einem "Alptraumszenario" für die Wälder in der ganzen Welt. Einem Szenario, das die "Lungenkapazität" des Planeten drastisch verringern würde.

Aber sind die Aussichten wirklich so gravierend? Es stimmt schon, dass Wälder brennen. Jene Brände, die den Amazonas-Regenwald heimsuchen, sind die schlimmsten seit dem Jahr 2010. Doch weltweit gesehen sind die Waldbrände in den letzten zwei Jahrzehnten drastisch zurückgegangen. Diese Angaben stammen nicht aus einem klimaskeptischen Blog, sondern von der NASA, die seit den 1980er-Jahren Waldbrände mit Satelliten untersucht.

Laut NASA ist die Fläche, die jedes Jahr von Waldbränden zerstört wird, seit dem Jahr 2003 um 24 Prozent zurückgegangen. Der Wald werde heutzutage verstärkt mit Maschinen abgeholzt – und nicht durch Brände, sagen NASA-Forscher. "Die Veränderungen der Brandmuster in der Savanne, der Steppe und dem Tropenwald sind so groß, dass sie die erhöhte Brandgefahr, die durch globale Erwärmung verursacht wird, bisher teilweise ausgleichen", sagte der NASA-Wissenschaftler Doug Morton.

Der französische Präsident Emmanuel Macron (l.) und der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro hier am 28. Juni 2019 beim G20-Gipfel in Osaka bei einem Treffen über digitale Wirtschaft.

Der Klimawandel erhöhe die Wahrscheinlichkeit für Waldbrände, führt Morton fort, das "menschliche Handeln hat dieses Klimarisiko jedoch effektiv" ausgeglichen. Die NASA-Forscher lehnen auch entschieden ab, dass Waldbrände zu einer globalen Zunahme der Kohlenstoffemissionen beitragen.

"Trotz der enormen Mengen an Kohlenstoff, die durch Brände in Savannen, dem Grasland und borealen Wäldern freigesetzt werden, zeigen Forschungen, dass diese Brände der Atmosphäre auf lange Sicht keinen Kohlenstoff hinzufügen", erklärte die NASA Earth Observatory. Stattdessen fangen die nachwachsenden Pflanzen sowie die Bildung von Holzkohle den verlorenen Kohlenstoff in der Regel innerhalb von "Monaten oder Jahren" wieder auf.

Selbst diejenigen, die über den Rückgang der Wälder aus ästhetischen Gründen bestürzt sind, brauchen sich nicht zu sorgen. Eine Studie, die letztes Jahr von der University of Maryland durchgeführt wurde, ergab, dass das Waldwachstum in den letzten 35 Jahren die Verluste durch Entwaldung mehr als ausgeglichen hat. Wir haben zwar einen schlechten Ruf aufgrund der Waldrodung und -verbrennung, doch dank der von Menschen angestrebten Wiederaufforstung hat sich die Waldfläche weltweit um ein Gebiet vergrößert, das so groß ist wie Texas und Alaska zusammen.

Ein Planet in der Krise?

Doch Waldbrände sind nicht der einzige Reiter der Umwelt-Apokalypse, vor dem wir gewarnt werden. Die Dürre wird ebenso als Problem dargestellt, das sich mit der Zeit nur verschlimmert und langsam von den Wüsten in die westliche Welt gelangt. Die Schlagzeilen reden uns ein, dass wir unseren Planeten seit mehr als 100 Jahren austrocknen, wobei man erst um die Wende des 20. Jahrhunderts mit den modernen Aufzeichnungen begonnen hat. Es gab seitdem sowohl feuchte als auch trockene Perioden, wobei die drei größten Dürreperioden der letzten drei Jahrzehnte in den USA im Vergleich zu den Staubstürmen der 1930er-Jahre verblassen.

Der Kategorie 5-Hurrikan Dorian, der sich in den letzten Tagen über die Bahamas nach Florida schlängelte, wird als tödlicher Ausbruch des Klimawandels und als globale Warnung dargestellt. Obwohl solche Wirbelstürme in der letzten Zeit zunehmen, wurde der US-Staat Florida im Jahr 1935 von einem ebenso schlimmen Hurrikan heimgesucht, bei dem 423 Menschen ums Leben kamen. Insgesamt haben sich im Atlantik seit dem Jahr 1924 35 Stürme der Kategorie 5 gebildet.

Auch Überschwemmungen gehören zu einer weiteren Angstmache. Während der Klimawandel weltweit als Treiber katastrophaler Überschwemmungen bezeichnet wird, spielen für Überschwemmungen unzählige andere Faktoren eine Rolle. Ein objektiver Vergleich der Überschwemmungen in der Vergangenheit ist aufgrund einer begrenzten Zahl an statistischen Daten problematisch – sofern Sie die Bibel nicht als Beweismittel heranziehen.

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Nichts davon soll jedoch heißen, dass unser Planet nicht in Schwierigkeiten steckt. Während seit der Wende des 20. Jahrhunderts die Zahl der Todesfälle durch Naturkatastrophen zurückgegangen ist, ist die Häufigkeit der Katastrophen selbst gestiegen.

Brauchen wir einen Green New Deal?

Wie die Schlagzeilen auch lauten mögen, so sind wir doch eine Plage für diesen Planeten, der von einer wohlwollenden grünen Diktatur zivilisiert werden muss. Nehmen wir das Konzept des Green New Deal: eine radikale Gesetzesvorlage, unterstützt von 104 US-Kongressabgeordneten, die unter anderem die vollständige Abschaffung des Luft- und Automobilverkehrs vorsieht sowie Programme zur Umverteilung des Reichtums fordert – davon hätten die Kommunisten des 20. Jahrhunderts nur träumen können.

Laut Alexandria Ocasio-Cortez und Bernie Sanders, den zwei lautesten Befürwortern des Green New Deal in Washington, haben wir zwölf Jahre Zeit, um den "Klimanotfall" auszusprechen und die Lösung des Problems an eine Regierung zu übergeben, die die Krise besser bewältigen kann als wir.

Wie die NASA-Daten jedoch zeigen, gibt es zwischen den alarmierenden schwarz-weißen Schlagzeilen immer Grauzonen. Die Untergangspropheten bekommen Klickzahlen, und die Klickzahlen halten die Medien am Leben. Untergangspropheten allein sollten jedoch keinen Einfluss auf die tatsächliche Regierungspolitik haben.

Dies bedeutet nicht, dass es unserem Planeten gut geht, und es bedeutet auch nicht, dass wir keine Verbesserungen vornehmen sollten. Stattdessen sollte dies als eine Erinnerung dienen, alles doppelt zu prüfen, was Aktivisten, Regierungen und Medien als Segen behandeln.

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