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Eklat bei Filmfestspielen in Cannes: Ist Alain Delon ein frauenfeindlicher Rassist?

Eklat bei Filmfestspielen in Cannes: Ist Alain Delon ein frauenfeindlicher Rassist?
Romy Schneider und Alain Delon während der Dreharbeiten zu dem Film "La Piscine" am 6. September 1968 in Cannes
Das 72. Filmfestival von Cannes hat seinen ersten Eklat. Dem Schauspieler Alain Delon soll dieses Jahr die Ehrenpalme verliehen werden. Doch vor allem US-Aktivistinnen der #MeToo-Bewegung üben Kritik. Der Festivalleiter verteidigt den Schauspieler. Noch.

von Timo Kirez

"Wir geben ihm ja nicht den Friedensnobelpreis"  – mit diesen Worten verteidigte der Leiter des Filmfestivals in Cannes, Thierry Frémaux, die geplante Vergabe der Ehrenpalme an den französischen Schauspieler Alain Delon. Dass er den international renommierten Schauspieler überhaupt verteidigen muss, liegt an einigen Aktivistinnen rund um die #MeToo-Bewegung aus den USA. Sie starteten sogar eine Petition gegen die Auszeichnung Delons. Es dürfe "keinen Platz in einem so wichtigen Ereignis wie dem Filmfestival Cannes für Rassisten, Sexisten und Homophobe" geben.

"Alain ist ein alter, depressiver Ex-Filmstar, der in Fernsehsendungen geht und misogyne sowie homophobe Beleidigungen ausspuckt", sagte die Schauspielerin Carole Raphaelle Davis, Mitbegründerin von #MeToo Frankreich, gegenüber der US-amerikanischen Webseite Daily Beast. "Cannes sollte das Old-White-Guy-Syndrom aufgeben und eine Frau ehren, nicht einen sexistischen Homophoben", so die Schauspielerin weiter.

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Tatsächlich spaltet Delon immer wieder mit seinen politischen Äußerungen die Öffentlichkeit. Er ist nach eigenen Angaben ein Sympathisant und "persönlicher Freund" des Front-National-Gründers Jean-Marie Le Pen. Er teile gewisse Positionen Le Pens, habe ihm jedoch nie seine Stimme gegeben. Im Oktober 2013 erklärte Delon seine Sympathien für Marine Le Pen, die Tochter Jean-Marie Le Pens und dessen Nachfolgerin an der Spitze des ehemaligen Front National, der mittlerweile in Rassemblement National umbenannt wurde. Gleichzeitig bezeichnet sich Delon als "Gaullist" und verweist darauf, dass der Erfolg des Front National nur durch die verfehlte Politik von Ex-Präsident François Hollande möglich gewesen sei.

Im Juli 2013 sagte er in einem Interview, dass Homosexualität gegen die Natur und er gegen das Adoptionsrecht für Homosexuelle sei. Andererseits habe er nichts gegen die gleichgeschlechtliche Ehe einzuwenden. Das sei ihm egal. Während seiner Zeit als Schauspieler hat Delon immer wieder auch mit homosexuellen Regisseuren gedreht. So auch mit dem italienischen Regisseur Luchino Visconti für den Film "Der Leopard". Auch schien er keine Probleme mit Elton John zu haben, wie dieses Foto aus den 1970er-Jahren belegt:

Eklat bei Filmfestspielen in Cannes: Ist Alain Delon ein frauenfeindlicher Rassist?

Seiner früheren Lebensgefährtin Rosalie van Breemen soll er in der Beziehung die Nase und acht Rippen gebrochen haben. In einem Interview antwortete Delon auf die Frage des Journalisten, ob Gewalt gegen Frauen nicht macho sei:

Ich weiß nicht, was du macho nennst, eine Ohrfeige ist macho. Ja, ich muss macho gewesen sein, aber ich habe auch welche kassiert, sogar von Frauen! Aber ich bin nicht der Typ, der jemanden bricht, schon gar nicht eine Frau, die man liebt.

Noch verteidigt der Festivalleiter Frémaux den Schauspieler gegen die Kritik. Delon habe privat das Recht, zu denken, was er wolle. Die Äußerung Frémaux' verwundert jedoch ein wenig im Hinblick auf das vergangene Jahr 2018. Damals hatte sich das Festival noch mit der #MeToo-Bewegung solidarisch gezeigt und "null Toleranz gegenüber sexuellem Missbrauch und Missbrauch jeglicher Art" geschworen. Alain Delon hat sich bisher noch nicht geäußert.

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