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Grenzen der Popkultur: Werbeclip zum Eurovision Song Contest verärgert Israelis und Palästinenser

Grenzen der Popkultur: Werbeclip zum Eurovision Song Contest verärgert Israelis und Palästinenser
"I love Iron Dome" - na dann.
Das muss man erst mal schaffen: Ein als Satire gedachter Werbeclip für den Eurovision Song Contest (ESC) in Tel Aviv verärgert Israelis und Palästinenser zugleich. Der Vorfall belegt eindringlich, wie sehr die Nerven auf beiden Seiten blank liegen.

Das ging nach hinten los: Ein vom israelischen Sender Kan produzierter Werbeclip zum Eurovision Song Contest (ESC) sorgt für Ärger. Doch diesmal sind nicht nur die Palästinenser empört, sondern auch die Israelis. In dem "Gute-Laune-Clip" wird ein junges Touristenpärchen von einer arabischen Israelin (Lucy Ayoub) und einem aus Russland eingewanderten Juden (Elia Grinfeld) auf eine musikalische Reise durch die "wichtigsten Teile Israels" mitgenommen.

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Es soll eine unbekümmerte Stimmung vermittelt werden, wirkt aber angesichts der angespannten Lage in Israel mehr als bemüht. Sätze wie "Ich weiß, dass ihr gehört habt, dass es ein Land von Krieg und Besatzung ist, aber wir haben so viel mehr als das zu bieten" sollen zwar eine gewisse Selbstironie transportieren, wirken aber unfreiwillig zynisch. Erst vor wenigen Tagen kam es erneut zu Toten und Verletzten auf beiden Seiten, nachdem die israelische Armee sogenannte Vergeltungsangriffe auf den Gazastreifen flog. Zuvor hatten Palästinenser Raketen abgeschossen. Dass Elia Grinfeld in einer Szene des Videos ein T-Shirt mit der Aufschrift "I love Iron Dome" trägt, rundet das bizarre Bild ab. Iron Dome ist ein israelisches mobiles Raketenabwehrsystem.

Der Versuch, sich in dem Videoclip über jüdische Stereotypen zu mokieren, führte gar zu Antisemitismusvorwürfen in den israelischen sozialen Medien. An einer Stelle des Videos fällt der Satz: "Die meisten von uns sind Juden, aber nur einige sind habgierig." Auch werden die hohen Lebenshaltungskosten in Israel in dem Clip thematisiert. Das palästinensische Außenministerium wiederum forderte die Europäische Rundfunkunion (EBU) auf, das Werbevideo zurückzuziehen, da Teile davon im 1967 von Israel besetzten und später annektierten Ostteil Jerusalems aufgenommen wurden.

Dies gebiete der "Respekt für das palästinensische Volk und internationales Recht", heißt es in einer Mitteilung des Ministeriums. Israel dürfe den Musikwettbewerb nicht dazu missbrauchen, die Besatzung der Palästinensergebiete zu verschleiern. In dem Video ist unter anderem der Tempelberg in Jerusalems Altstadt zu sehen, der Muslimen und Juden heilig ist. Der verantwortliche Sender Kan kann die Aufregung nicht verstehen. Der Clip sei Satire – und außerdem kenne man seine eigenen Schwächen und schäme sich nicht, über sie zu lachen, heißt es in einer Erklärung. Eine Meinung, die der Sender offenbar exklusiv hat.

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