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Masern-Ausbruch in Österreich und Diskussion über Impfpflicht: Virus stammt offenbar aus der Ukraine

Masern-Ausbruch in Österreich und Diskussion über Impfpflicht: Virus stammt offenbar aus der Ukraine
Masernimpfstoff. Insgesamt verhindern Impfungen laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) jährlich zwei bis drei Millionen Todesfälle.
Mehrere österreichische Bundesländer erleben dieser Tage eine Masern-Welle. Es wurde bekannt, dass der Virus aus der Ukraine stammt. Offenbar hat ihn ein Tourist ins Alpenland gebracht. Die Ukraine verzeichnet gerade einen enormen Anstieg an Erkrankten.

In mehreren Bundesländern Österreichs sind in den letzten Tagen Dutzende Masernfälle bekannt geworden. Die Steiermark soll mit 14 bestätigten Erkrankungen, darunter drei Babys, und Dutzenden Verdachtsfällen der Brennpunkt sein. Nach Berichten mehrerer Medien wurden in der Grazer Kinderklinik bereits 50 Babys als sogenannte Kontakt-Kinder vorsorglich behandelt, die mit einem Erkrankten zumindest im selben Raum waren und wegen ihres Alters nicht geimpft sind.

Frankreich weitet Impfpflicht für Kinder aus (Symbolbild)

Im Bundesland Salzburg sind derzeit sechs, in Tirol vier Personen von der Infektionskrankheit betroffen. Weitere könnten hinzukommen, denn es gibt auch hier zahlreiche Verdachtsfälle.

Ein 15-Jähriger aus Graz, der am 11. Januar in die Kinderklinik-Ambulanz gekommen war, gilt als sogenannter Erst-Patient. Laut einem Bericht der österreichischen Tageszeitung Kurier soll sich der Jugendliche selbst beim Skiurlaub in Salzburg angesteckt haben. Durch ihn hat sich vermutlich auch ein weiterer Junge aus der Gemeinde Anger angesteckt, weshalb die örtliche Schule nun bis zum 10. Februar geschlossen bleibt. Denn 26 von 134 seiner Mitschüler waren laut Bericht nicht geimpft, sodass die zuständige Behörde des Bezirks bis zum besagten Datum Schulverbot verhängte, denn bis dahin läuft die Inkubationszeit. 

Am Freitag wurde dann bekannt, dass es sich bei den Masern offenbar um einen Genstamm aus der Ukraine handelt. Dieser könnte durch Touristen, die im Raum Zell am See (Salzburg) Winterurlaub gemacht hatten, ins Alpenland eingeschleppt worden sein.

Die Ukraine erlebt in den letzten Monaten eine regelrechte Masern-Epidemie. Nach einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur Ukrinform seien allein vom 28. Dezember 2018 bis zum 3. Januar 2019 bereits 2.305 Menschen an Masern erkrankt, 966 davon sind Erwachsene und 1.339 Kinder. Ein Kind sei Anfang 2019 an den Komplikationen gestorben. Die Agentur beruft sich auf Angaben des Zentrums für öffentliche Gesundheit des Gesundheitsministeriums der Ukraine. Im vergangenen Jahr seien dem Bericht zufolge 54.481 Menschen (20.204 Erwachsene und 34.277 Kinder) an Masern erkrankt, 16 von ihnen starben an den Folgen der Krankheit.

Maserninfektionen führen zu einer Diskussion über Impfpflicht in Österreich

Infolge der Zahl der Infizierten in Österreich ist im Alpenland eine Debatte über die Impfpflicht entbrannt.

Ich bin ernsthaft dafür, eine Volksbefragung dazu zu erwägen", sagte Herwig Lindner, Präsident der steirischen Ärztekammer, laut einem Bericht des Kurier.

15 Kinder sterben im Südsudan wegen verschmutzter Impfspritze

Mediziner Werner Zenz von der Kinderklinik Graz forderte sogar, sich am Modell in Australien zu orientieren, wo Eltern, deren Kinder nicht gegen Masern geimpft sind, finanzielle Unterstützungsleistungen gestrichen werden. So sagte der Kinderarzt laut Kurier: "Ich sehe die Impfung als Sozialleistung anderen Menschen gegenüber."  

Die österreichische Gesundheitsministerin Beate Hartinger-Klein (FPÖ) sprach sich aber gegen eine Impfpflicht aus und plädiert für Aufklärung und Selbstbestimmung. Einige Experten brachten auch eine Art Belohnungssystem ins Spiel: Wer seine Kinder impfen lässt, könnten dann eine Prämie bekommen.

Laut der Weltgesundheitsorganisation WHO zählt die mangelnde Impfbereitschaft zu den gegenwärtig größten Gesundheitsrisiken der Welt. Bei Masern sei die Zahl der Fälle im Jahr 2017 weltweit um 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr angestiegen. Auch in Europa kam es zu einer Zunahme an Infizierten: Im Jahr 2017 seien 23.927 Menschen erkrankt – 2016 waren es nur 5.273.

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