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Inhaltliche Krise? – Springer-Blätter verlieren massiv an Käufern

Inhaltliche Krise? – Springer-Blätter verlieren massiv an Käufern
Den sinkenden Auflagen zum Trotz lächelnd: Springer-CEO Mathias Döpfner, Ex-Bild-Chefredakteurin Tanit Koch, Bild-Chef Julian Reichelt und Ex-Bild-Chefredakteur Kai Diekmann (v. l.)
Die Krise der Printmedien geht unvermindert weiter, die Auflagen weiter in den Keller. Das belegen die Verkaufszahlen aus dem IV. Quartal 2018. Die größten Verlierer: die Blätter aus dem Hause Springer. Was könnte die Ursache dafür sein?

Dr. Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender des Axel-Springer-Verlags und Präsident des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger (BDZV), überraschte neulich mit bemerkenswerten Einsichten. Die Zeitungsbranche müsse laut Döpfner mit einer Lebenslüge aufhören, nämlich, "dass die viel beschworene Zeitungskrise durch technologischen Wandel verursacht ist", sagte er in einem Interview mit der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Das stimme nicht, das sei ein Alibi.

Die Krise der Zeitungen und Zeitschriften und die Krise des Journalismus ist im Wesentlichen eine intellektuelle, eine inhaltliche Krise", so Döpfner.

Bild und Welt: Auflagen gehen weiter in den Keller

Neben der täglichen Bild-Zeitung soll es nun auch eine Wochenzeitschrift

So sollen sich laut dem Springer-CEO entsprechende Geisteshaltungen leider in ganz verschiedenen Verlagen und Redaktionen eingenistet und dazu geführt haben, dass es zu einer "tiefen Entfremdung zwischen Leserinnen und Lesern und den journalistischen Angeboten" gekommen sei. 

Deswegen ist eine Selbstbesinnung nötig, wieder kritischer, unabhängiger, gründlicher und stärker am Leser orientiert zu arbeiten", sagte Döpfner weiter.

Denn dass die angebotenen Inhalte die deutschen Leser und vor allem die Menschen, die bereit sind, Geld dafür auszugeben, nicht zufriedenstellen, belegen die neuesten Auflagen für das IV. Quartal 2018 eindeutig. Besonders hart traf es – wieder mal – Döpfners Springer-Verlag.

Der größte Verlierer war Die Welt (inklusive Welt kompakt), die gegenüber dem Vorjahreszeitraum satte 11,7 Prozent ihrer Abonnenten und Kiosk-Käufer einbüßte. Täglich sind das nur noch 76.455 abgenommene Exemplare. Das einstige Boulevard-Schlachtschiff Bild schrammte nur knapp an einem zehn-Prozent-Minus vorbei. Inklusive der B.Z. und Fußball-Bild, deren Auflagenzahlen dazugerechnet werden, verlor die Tageszeitung 9,8 Prozent. Somit bringt es Julian Reichelts Bild täglich nur noch auf 1,3 Millionen Abnehmer in den Kategorien Abos und Einzelverkauf.

Auch bei den Wochen- und Sonntagszeitungen ist ein Blatt aus dem Springer-Haus der größte Verlierer – die Bild am Sonntag. So schafft sie es, mit 726.692 Abos und Einzelverkäufen satte 11,3 Prozent unter dem Vorjahr zu liegen.

Bild Politik kommt Anfang Februar und kostet 2,50 Euro

Ob ein neues gedrucktes Produkt aus dem Medienhaus – nämlich Bild Politik – den Auflagenrückgang verringert, bleibt abzuwarten. Am 8. Februar kommt das wöchentliche Politikmagazin auf den Markt. Laut dem Online-Brachendienst Meedia soll es jeden Freitag zunächst in Hamburg und im angrenzenden Umland sowie in Lüneburg und Lübeck erscheinen. Die Zeitschrift soll 2,50 Euro kosten und zunächst 50 Seiten umfassen. Nach der Testphase soll dann entschieden werden, ob das Blatt bundesweit regulär erscheint. 

Vielleicht sollten sich die Chefredakteure im Springer-Verlag die Worte ihres Vorstandsvorsitzenden aus dem dpa-Interview zu Herzen nehmen und in ihre Arbeit "mehr Neugier auf die Wirklichkeit" einfließen lassen.

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