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Klage gegen Facebook wegen Datenskandals: Milliarden von Dollar Börsenwert weg

Klage gegen Facebook wegen Datenskandals: Milliarden von Dollar Börsenwert weg
Facebook droht wegen des Cambridge-Analytica-Datenskandals rechtlicher Ärger. Zudem soll der Konzern laut einem Bericht anderen Firmen Zugang zu Nutzerdaten – sogar auch zu Privatnachrichten – ermöglicht haben. An der Börse verlor die Aktie erheblich an Wert.

Der US-Regierungsbezirk Washington, D.C. reichte am Mittwoch Klage gegen den Konzern von Tech-Milliardär Mark Zuckerberg ein. Generalstaatsanwalt Karl A. Racine beschuldigt den US-Internetriesen Facebook massiver Schlamperei beim Datenschutz, weshalb die Informationen vieler Nutzer im Wahlkampf 2016 für politische Manipulationen missbraucht werden konnten. Facebook äußerte sich zunächst nicht zu den Vorwürfen.

"Facebook hat es verfehlt, die Privatsphäre seiner User zu schützen und sie darüber getäuscht, wer Zugang zu ihren Daten hatte und wie diese genutzt wurden", sagte Racine laut Mitteilung. Im März hatte der Cambridge-Analytica-Skandal Facebook in eine schwere Krise gestürzt. Es wurde bekannt, dass die Datenanalyse-Firma, die im US-Wahlkampf auch für den späteren Präsidenten Donald Trump arbeitete, sich vor Jahren Zugang zu Daten von Millionen Nutzern verschafft hatte.

Microsoft, Netflix oder Spotify hatten offenbar Zugang zu Nutzerdaten

Nun gibt es offenbar einen neuen Skandal bei Facebook. Der Konzern soll anderen Firmen wie Microsoft, Netflix oder Spotify Zugang zu Nutzerdaten – in einigen Fällen sogar zu Privatnachrichten – ermöglicht haben. Das Online-Netzwerk betonte aber, die Schnittstellen seien dazu gedacht gewesen, Nutzern den Kontakt zu ihren Facebook-Freunden auf den anderen Plattformen zu ermöglichen. Sie seien auch lediglich nach einer Anmeldung aktiviert worden, hieß es in einem Blogeintrag am Mittwoch. Die New York Times berichtete zuvor unter anderem, Microsofts Suchmaschine Bing habe Zugriff auf die Namen von Facebook-Freunden eines Nutzers gehabt und die Streamingdienste Netflix und Spotify auf die privaten Nachrichten.

Solche Verknüpfungen von Facebook-Accounts mit anderen Diensten werfen nicht zum ersten Mal Fragen auf. Das Online-Netzwerk sieht darin keine Verletzung der Datenschutz-Vorgaben: Die Nutzer hätten einfach auf der Plattform der Partner-Firma den Zugang zu ihren Facebook-Daten gehabt. Kritiker argumentieren, dass dabei zum Beispiel Informationen von Freunden ohne deren Zustimmung weitergegeben worden seien.

Zugleich bestätigte Facebook, dass die entsprechenden Schnittstellen zum Teil noch 2017 verfügbar gewesen seien, obwohl der Datenzugang eigentlich 2014 eingestellt wurde. Das hätte nicht passieren dürfen, räumte der zuständige Manager Konstantinos Papamiltiadis ein. Facebook habe aber keine Hinweise darauf, dass es Datenmissbrauch nach dem Ende des Programms gegeben habe. Das Online-Netzwerk nannte auch die New York Times selbst in der Liste der Partner, bei denen es eine Verknüpfung mit Facebook-Daten gab.

Die New York Times berichtete zugleich auch, dass Facebook von Partnern wie Amazon, Yahoo oder dem chinesischen Smartphone-Anbieter Huawei Daten wie zum Beispiel Kontaktlisten erhalten habe, die dann unter anderem für Freundschaftsvorschläge genutzt worden seien. Das gehe aus internen Unterlagen hervor, die der Zeitung vorliegen. Noch im vergangenen Jahr hätten unter anderem Sony, Microsoft und Amazon E-Mail-Adressen von Facebook-Nutzern über ihre Freunde abrufen können.

Verlust von Millionen Nutzern und Börsenwert in Milliardenhöhe 

Netflix und Spotify bekamen dem Blatt zufolge das Recht eingeräumt, private Nachrichten von Nutzern zu schreiben, zu lesen und zu löschen. Die Streaming-Anbieter erklärten, dies sei ihnen nicht bewusst gewesen. Netflix erklärte, man habe 2014 eine Funktion gestartet, die es den Kunden ermöglichte, Facebook-Freunden Serien und Filme über den Messenger oder Netflix zu empfehlen. "Da das Feature nicht gut ankam, haben wir es 2015 wieder abgeschaltet", hieß es weiter. Und: "Zu keinem Zeitpunkt haben wir auf private Nachrichten von Personen auf Facebook zugegriffen oder um die Möglichkeit dazu gebeten."

Die neuen Vorwürfe sind ein weiterer Höhepunkt in einem schwarzen Jahr für Facebook. Inzwischen leidet nach den Krisen auch das Geschäft; in Europa verlor Facebook in zwei Quartalen in Folge jeweils eine Millionen Nutzer. Und in der Politik werden Rufe nach einer Abspaltung von Diensten wie Instagram und WhatsApp lauter.

Auch die Börse in New York reagierte auf die neuesten Nachrichten rund um den US-Internetriesen. Die Aktie von Facebook erlebte einen weiteren Absturz um mehr als sieben Prozent. Damit verlor der Konzern von Tech-Milliardär Zuckerberg weitere 30 Milliarden Dollar Börsenwert.

Mehr zum Thema - Facebook-Aktie stürzt um 24 Prozent ab - Unternehmen kostet nun um 150 Milliarden Dollar weniger

(dpa/rt deutsch)

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