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Studie: Die Deutschen sitzen sich krank

Studie: Die Deutschen sitzen sich krank
Immerhin, sie bewegen sich: Teilnehmer der Watt-Olympiade in Brunsbüttel
Die Deutschen leben immer ungesünder. Laut einer Studie der Krankenversicherung DKV ernähren sich weniger als die Hälfte der Deutschen gesund, nicht einmal jeder Sechste bewegt sich ausreichend. Die Folgen für die Gesundheit sind bereits erkennbar und gravierend.

Laut einer Studie der Deutschen Krankenversicherung (DKV) leben die Deutschen immer ungesünder. Die Studie, die am Montag in Berlin vorgestellt wurde, beziffert den Anteil der Personen, die bewusst auf Bewegung, Ernährung, Nikotin- und Alkoholkonsum sowie auf einen gesunden Umgang mit Stress achten, auf nur noch neun Prozent. 2010 wurde noch ein Anteil von 14 Prozent gemessen.

Für die Studie, die in diesem Jahr zum sechsten Mal durchgeführt wurde, interviewte das Nürnberger Marktforschungsinstitut GfK in jedem Bundesland etwa 200 Personen zu ihrem Gesundheitsverhalten. Die wissenschaftliche Leitung lag bei Ingo Froböse von der Deutschen Sporthochschule Köln.

Untersucht wurden fünf Themenkomplexe: Bewegung, Ernährung, Rauchen, Alkohol und Stress. Beim Tabakkonsum hat sich das Ergebnis verbessert – nur noch 21 Prozent der Befragten gaben an, regelmäßig zu rauchen. Bei Alkohol und Stress blieben die Ergebnisse etwa konstant. Dagegen verschlechterte sich die Bilanz in den Bereichen Bewegung und Ernährung. Nur noch 48 Prozent der Befragten ernähren sich gesund. Lediglich 15 Prozent gaben an, das von der Weltgesundheitsorganisation WHO empfohlene Mindestmaß an Bewegung zu erreichen.

Die Studie macht erstaunlich gravierende Unterschiede zwischen den einzelnen Bundesländern aus. Am gesündesten leben demnach die Hamburger und die Sachsen. In beiden Bundesländern erreichen zwölf Prozent der Befragten alle Benchmarks in den Punkten. Am ungesündesten leben die Hessen, bei denen dieser Anteil bei nur sieben Prozent lag.

Auch in den einzelnen Kategorien lassen sich große Unterschiede zwischen den Ländern erkennen. In Sachsen-Anhalt leben die körperlich aktivsten Menschen. 53 Prozent der Befragten setzen hier die Empfehlungen der WHO um, in Hessen sind es nur 37 Prozent.

Den größten Wert auf gesunde Ernährung legen laut Studie die Menschen in Sachsen, wo 59 Prozent der Befragten angaben, auf eine ausgewogene und gesunde Nahrung zu achten. Schlusslicht in diesem Bereich ist Nordrhein-Westfalen mit nur 44 Prozent.

Am meisten Alkohol wird in Hessen getrunken, nur 76 Prozent erreichen hier den Richtwert für mäßigen Alkoholkonsum. Bewusster gehen die Menschen in Rheinland-Pfalz und im Saarland mit Alkohol um, wo dieser Wert 86 Prozent erreicht. Spitzenreiter beim Tabakkonsum ist Mecklenburg-Vorpommern, wo 28 Prozent der Befragten regelmäßig rauchen.

Den gesündesten Umgang mit Stress pflegen die Baden-Württemberger. 62 Prozent können hier den Stress ausreichend kompensieren. Schlusslichter sind in dieser "Disziplin" Brandenburg, Hessen und Sachsen-Anhalt, wo dies nur 50 Prozent schaffen.

"Deutschland geht die Puste aus", so kommentierte Clemens Muth, der Vorstandsvorsitzende der DKV, die Ergebnisse der Studie:

Seit der Erstauflage des Reports 2010 bewegen sich die Deutschen immer weniger – dabei ist körperliche Aktivität von zentraler Bedeutung für unser Wohlbefinden. Das gilt für alle Altersgruppen und fängt schon im Kindesalter an.

Mangelnde Bewegung sei eine der Hauptursachen für Herz- und Kreislauferkrankungen, so Muth. 7,5 Stunden am Tag verbringen die Deutschen laut Studie täglich im Sitzen – das ist viel zu viel. 2016 war es noch eine halbe Stunde weniger.

Studienleiter Froböse stellt den Deutschen bei der Vorstellung der Studie insgesamt ein miserables Zeugnis aus:

Wir machen uns über alles schlau, aber der Umgang mit unserem eigenen Körper und das Wissen um das, was uns guttut, sind uns abhandengekommen… Es war noch nie so schlecht wie jetzt.

Und:

Das Ergebnis ist tragisch. Und trotzdem passiert nichts, denn keiner scheint ein grundsätzliches Interesse daran zu haben, dass wir gesund bleiben. Geld verdient man nun mal mit Krankheiten.

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