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Katar wollte mit Hilfe ehemaliger CIA-Agenten und einer PR-Firma öffentliche Meinung manipulieren

Katar wollte mit Hilfe ehemaliger CIA-Agenten und einer PR-Firma öffentliche Meinung manipulieren
Flugzeug der Qatar Airlines mit FIFA Logo.
Dass die nächste FIFA Fußball-Weltmeisterschaft in Katar stattfindet, hat schon für erhebliche Zweifel gesorgt. Nun kommt heraus, dass die Scheichs auch Hilfe von Ex-CIA-Agenten in Anspruch genommen haben sollen, um die Mitbewerber USA und Australien auszustechen.

Die negativen Nachrichten rund um die Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaft 2022 an die arabische Halbinsel nach Katar wollen einfach nicht abreißen. Menschenunwürdige Zustände auf den Baustellen, die gemäß der Beschreibung der International Labour Organisation einer modernen Sklaverei entsprechen. Allein im Sommer 2013 sollen zwischen dem 4. Juni und 8. August laut der Nepalesischen Botschaft in der Hauptstadt Doha mindestens 44 Bauarbeiter aus Nepal ums Leben gekommen sein, weil sie unter mörderischen Bedingungen arbeiten und leben mussten.

Emiratische Männer führen einen traditionellen Tanz auf während eines Fests in Sweihan, Vereinigte Arabische Emirate 2. Februar 2018.

Eine Untersuchung der britischen Zeitung Guardian ergab, dass die Bauarbeiter an der eigens für die Ausrichtung des WM-Finales aus dem Boden gestampften Stadt, samt Megastadion für 90.000 Besucher in Lusail City, oft gegen ihren Willen arbeiten mussten. Ihnen wurden entweder die Pässe abgenommen oder die Löhne einfach einbehalten, um sie so weiter zur Arbeit zu zwingen. Einigen Arbeitern wurde nach deren Aussagen sogar Trinkwasser vorenthalten, und das bei sengender Hitze in der arabischen Wüste. Selbst der Pontifex der katholischen Kirche, Papst Franziskus, kritisierte FIFA-Präsident Gianni Infantino wegen der "Sklavenarbeit" in Katar.

Und dann das ewige, leidige Thema von Bestechung und Korruption bei der FIFA. Wie schon bei der WM 2006 in Deutschland, soll es auch bei der Abstimmung im Dezember 2010 in Zürich wieder zu gekauften Stimmen gekommen sein, die am Ende den Zuschlag für das katarische Emirat gesichert haben sollen. Laut Alejandro Burzaco, einem ehemaligen Vorsitzenden des argentinischen Sportmarketing-Unternehmens Torneos y Competencias, der eine Aussage vor einem Gericht in New York City zu den Korruptionsvorwürfen gab, soll Katar Millionen US-Dollars an verschiedene südamerikanische Funktionäre gezahlt haben.

Nebst den Skandalen um Schmiergeldzahlungen und Sklavenarbeit kommt noch hinzu, dass die Weltmeisterschaft bisher traditionell im Sommer von Juni bis Juli stattfindet. Doch in Katar gehören diese Monate zu den heißesten des Jahres, mit Temperaturen jenseits der vierzig Grad-Marke und nächtlichen Temperaturen, die man hierzulande immer noch als hochsommerlich warm bezeichnet.

Wie man während so einer brutalen Hitze und nächtlichen Luftfeuchtigkeit über mindestens 90 Minuten hinweg einen hochklassigen Fußball spielen soll, darüber hatte man sich zumindest in Zürich offensichtlich lange Zeit keine Gedanken gemacht. Erst nach einem Sturm der Entrüstung gab der damalige FIFA-Boss Sepp Blatter zu, dass die FIFA "nicht richtig hingeschaut" habe und die Weltmeisterschaft dann halt eben in die Winterpause der jeweiligen Fußball-Ligen verlegt wird.

Die katarische Armee während einer Militärparade anlässlich des Nationalfeiertags in Doha am 18. Dezember 2011.

Ehemalige CIA-Agenten und PR-Firma sollten Mitbewerber USA und Australien diskreditieren

Um jeglichen Eventualitäten vorzubeugen, griff laut einem Whistleblower, der für die katarische Bewerbungskampagne gearbeitet hat, das Emirat nebst Schmiergeldern zu weiteren illegalen Methoden. Das sei mit Dokumenten, die der ehemalige Mitarbeiter der britischen The Sunday Times zugespielt hat, belegbar. So soll Katar ehemalige CIA-Agenten sowie die US-amerikanische PR-Agentur Brown Llyod James (BLJ) mit Sitz in Doha und New York angeheuert haben, um die potenziellen Mitbewerber für die Austragung dieser WM, USA und Australien, zu diskreditieren.

Diese als "black-ops" (dunkle Operationen) benannten Aktivitäten sollten durch gezielte Schmiergeldzahlungen an Professoren, Journalisten und Blogger dazu führen, dass in der öffentlichen Wahrnehmung in diesen Ländern ein negativer Gesamteindruck über die Fußball-WM entsteht. In beiden Ländern ist Fußball nicht der Volkssport Nr. 1.

In den USA wird der Sport sogar als Soccer bezeichnet, nachdem American Football bereits den Wortstamm Fußball verwendet. Die Aufgabe der von den CIA-Agenten ausgewählten Personen und der von BLJ ausgetüftelte Strategie war es, bei der Bevölkerung den Eindruck entstehen zu lassen, dass die Austragung einer im Land ohnehin nicht beliebten Sportart viel zu viel Geld kosten würde. Damit sollte die öffentliche Meinung manipuliert werden, um in Zeiten von wirtschaftlicher Misere Druck auf Repräsentanten der jeweiligen Staaten und Distrikte auszuüben. Damit sollten die es sich dann zweimal überlegen, ob sie ihren Sitz im Senat oder Kongress wegen einer von der Bevölkerung ungeliebten Großveranstaltung riskieren mochten.

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