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Ex-Amnesty-Direktor: Moralismus von Menschenrechtlern in der Migrationsfrage kontraproduktiv

Ex-Amnesty-Direktor: Moralismus von Menschenrechtlern in der Migrationsfrage kontraproduktiv
Hat Amnesty International nach zehn Jahren verlassen: John Dalhuisen
Ein ehemaliger Direktor von Amnesty International kritisiert seinen ehemaligen Arbeitgeber und andere NGOs für deren Haltung in der Flüchtlingsdebatte. Während etablierte Parteien sich offen zeigten, würde innerhalb der Bevölkerung selbst die Reaktanz wachsen.

John Dalhuisen, ehemaliger Direktor der Abteilung für Europa und Zentralasien bei Amnesty International, hat in einem Gespräch mit der FAZ Amnesty und andere NGOs für ihre rigorose Haltung in der Migrationsdebatte kritisiert.

CSU-Chef Horst Seehofer, SPD-Vize Olaf Scholz und CDU-Vorsitzende Angela Merkel (v.l.) am 4. Juli 2018 im Bundestag.

Dalhuisen, der Amnesty nach zehn Jahren verlassen hat, weil er den Kurs seiner Organisation nicht mehr mittragen wollte, spricht immer noch mit Hochachtung von seinen ehemaligen Kollegen. Diese seien hochintegre Menschen, die sich für eine gute Sache engagierten. Aber sie stellten dabei die falschen moralischen Überlegungen an.

Sie seien so sehr von der Richtigkeit ihres Anliegens - der Durchsetzung des Asylrechts und der Genfer Flüchtlingskonvention - überzeugt, dass sie Kompromisse verachteten. Damit trügen sie aber dazu bei, dass eine wachsende Mehrheit der Europäer einen zentralen Teil der Werte, für die Amnesty und andere Organisationen wie Human Rights Watch und Ärzte ohne Grenzen stehen, ablehnten. Dalhuisen meint:

Das größte Problem für die Menschenrechtsbewegung ist heute nicht, dass sie nicht bekommt, was sie fordert [...], sondern dass sie am Ende mit viel weniger dasteht als zuvor. Die Gefahr liegt nicht darin, dass etablierte Parteien die Migrationspolitik nicht übernehmen, die Menschenrechtler propagieren – sondern dass hinter diesen Parteien politische Kräfte erstarken, die bestehende Menschenrechte systematisch abbauen wollen.

Dalhuisen empfiehlt den Menschenrechtsorganisationen eine andere Strategie: Statt die politische Mitte dafür zu kritisieren, dass sie Mehrheitsverhältnisse berücksichtigt und Kompromisse eingeht, sollten sie mit dieser Mitte kooperieren und pragmatische Lösungen zum Nutzen der Migranten suchen. Ein Festhalten an Maximalpositionen stärke nur "rechte Demagogen und Populisten".

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