USA: Schlag gegen organisierten Kindesmissbrauch – Veteranen finden mysteriöses Lager

USA: Schlag gegen organisierten Kindesmissbrauch – Veteranen finden mysteriöses Lager
In Florida und Georgia sind den US-Behörden erfolgreiche Operationen gegen Kinderpornografie, organisierten Missbrauch und Menschenhandel gelungen. Der mysteriöse Fund einer Veteranenhilfsorganisation in Arizona wirft hingegen Fragen auf.

Zwei groß angelegte Operationen der Sicherheitskräfte gegen den organisierten Kindesmissbrauch und Spekulationen über einen weiteren Fall haben in jüngster Zeit in den USA für Aufsehen gesorgt.

In Polk County, Florida, einem Bezirk in der Nähe von Orlando, wurden den örtlichen Polizeibehörden zufolge elf Personen unter dem Verdacht festgenommen, sich in mindestens 660 Fällen des Besitzes, der Bewerbung und der Verbreitung von Kinderpornografie schuldig gemacht zu haben. Die Polizei steht, so zitiert Fox News den örtlichen Sheriff Grady Judd, erst am Beginn ihrer Ermittlungen.

Was den Fall in den Augen der Öffentlichkeit als besonders beunruhigend erscheinen lässt, ist, dass einige der Verdächtigen möglicherweise auf Grund ihrer beruflichen Tätigkeit Zugang zu Kindern hatten. Unter den jüngst Verhafteten befindet sich unter anderem ein mittlerweile entlassener Projektmanager in der Kundenabteilung des Vergnügungsparks Disney World im nahe gelegenen Orlando.

Ein weiterer soll für Merlin Entertainments, den Eigentümer des ebenfalls dort gelegenen Themenpark Lego World, und ein Dritter als hauptamtlicher Mitarbeiter der größten Pfadfinderorganisation der USA tätig gewesen sein. Ein Vertreter von Merlin Entertainment betonte, der verdächtige frühere Mitarbeiter sei nicht im Legoland-Park selbst tätig gewesen, sondern habe in einem Büro abseits des Komplexes gearbeitet. Von einem weiteren Verdächtigen ist bekannt, dass er Besitzer eines Jahrespasses für Disney World gewesen sei und den Park regelmäßig alleine besucht habe.

Tödliche Schüsse bei der Festnahme eines Tatverdächtigen

Der jüngste Verdächtige, der im Zusammenhang mit der Polizeiaktion unter dem Namen "Wächter der Unschuld II" verhaftet wurde, ist ein 16-jähriger Gymnasiast, der älteste ein 84-jähriger pensionierter Ingenieur. Ein 21-Jähriger, der im Zuge seiner Verhaftung eine Beamtin angriff und versuchte, ihr die Dienstwaffe zu entreißen, wurde von deren Kollegen erschossen.

Auch in Atlanta melden Behörden Erfolge gegen organisierten Kindesmissbrauch und Menschenhandel. Im Zuge der Operation "Sicherer Sommer" haben die örtlichen Dienststellen des FBI in der Zeit vom 1. bis zum 25. Mai in einer speziellen Task Force gemeinsam mit fast 40 weiteren lokalen, bundesstaatlichen und gesamtstaatlichen Sicherheitsbehörden 149 vermisste oder verschleppte Kinder zwischen drei und 17 Jahren aus den Händen mutmaßlicher Menschenhändler befreit. Zuvor waren etwa 470 Minderjährige im Großraum Atlanta als vermisst oder abgängig gemeldet. Gegen 158 des Menschenhandels Verdächtige gab es im Zeitraum der Operation Haftanordnungen, Vorladungen, Anklagen oder Verurteilungen.

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Aus Tucson, Arizona, wurde derweil eine weitere mysteriöse Beobachtung gemeldet. Unter anderem berichtetePJ Media über Aufnahmen, die Aktivisten der Organisation "Veterans on Patrol" (VoP) auf einem weitläufigen Gelände gemacht hatten, das im Eigentum des international tätigen Baustoffriesen Cemex steht.

Die Gruppe sucht regelmäßig in der Wüste nach Obdachlosenunterschlüpfen, insbesondere um obdachlosen Veteranen zu helfen. Unter dem Hashtag #OperationBackyardBrawl verbreiten die VoP zurzeit Videos, die ein Gelände zeigen, das sie für ein Lager halten, in dem Menschenhändler Kinder festgehalten und missbraucht hätten.

Unterschlupf nicht groß genug für Erwachsene

Ein Video davon zeigt eine unterirdische Kammer, die gerade einmal groß genug sei für ein Kind, um hinein- und herauszuklettern, und die durch eine abnehmbare Platte verschlossen ist. Auch Gitterbetten, Kinderspielzeug und pornografisches Material will die Veteranenhilfsorganisation an diesem Ort sichergestellt haben. Zudem sollen an nahe gelegenen Bäumen Handfesseln befestigt gewesen sein und es hätte sich auf dem gesamten Gelände versprengte Flüssigkeit befunden, bei der es sich um Blut handeln könnte.

Tucson News Now hat ein Video der Szenerie veröffentlicht.

Die Veteranen behaupten zudem, sie hätten Indizien dafür gefunden, dass in der Erde Leichen vergraben sein könnten. Zudem seien Objekte wie blutige Messer und Knochensägen hinterlassen worden. Der lokale Sheriff Mark Napier, die Polizei, das FBI und die Homeland Security hätten zudem auf ihre Anforderungen nach Hilfe und Leichenspürhunden nicht reagiert.

Lokale Quellen widersprechen dieser Darstellung. Sie zeigen Videoaufnahmen von Polizeibeamten, die das Grundstück absuchen. Zudem seien bereits offizielle Ermittlungen zu den Beobachtungen im Gange.

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Dem Sender KGUN9 zufolge habe die Polizei bei ihren Untersuchungen keine Hinweise auf Menschenhandel gefunden. Das Video, das er dazu präsentierte, zeigte jedoch nicht die Kammer, die von den VoP gefilmt worden war.

Der Sprecher der Polizei in Tucson, Chris Hawkins, erklärte auf Anfrage gegenüber PJ Media, es wäre eine Untersuchung im Gange. Man gehe zurzeit nicht von einem Menschenhändler-Camp aus, aber man schließe diese Option auch nicht aus:

Wir haben auf die Nachricht über das Lager am 29. Mai reagiert, unser letzter Suchgang in der Gegend war am 2. Juni. (…) Wir haben Leichenspürhunde in die Gegend entsandt, diese haben jedoch nichts entdeckt."

Verschwörungstheorien über angebliche Clinton-Verbindung

Was die eigenartigen Befestigungen anbelangt, die wie Handfesseln wirken, erklärte Hawkins, dass solcherart Seile in Obdachlosenunterschlüpfen oft zum Befestigen von Planen verwendet würden. Das Erdloch könnte als Schutz vor Hitze ausgehoben worden sein. Allerdings erscheint den Angaben der VoP zufolge das eine spezielle Erdloch, das sie gefilmt hatten, nicht als groß genug für einen Erwachsenen, um dort unterzukommen.

Hawkins erklärte weiter:

Einige der Behauptungen könnten etwas übertrieben gewesen sein. (…) Aber wir hatten nie irgendwelche Probleme mit den Veteranen auf Patrouille, und sie arbeiten eng mit uns zusammen. Sie leisten eine großartige Arbeit mit Blick auf die Obdachlosen-Community in Tucson."

Dass sich der Fund auf einem Grundstück von Cemex befand, nährte zusätzliche Spekulationen und Verschwörungstheorien. Das Unternehmen, das weltweit unter anderem im Tunnelbau tätig ist, ist über die Vereinten Nationen mit der Clinton Foundation verbunden. Im Jahr 2010 hatte Cemex unter Federführung der damaligen US-Außenministerin Hillary Clinton im Zuge einer Sitzung der UN-Generalversammlung seinen Beitritt zum Abkommen der UN-Organisation "Weltweite Allianz für saubere Kochherde" erklärt.

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Damit erschöpft sich allerdings nach bisherigen Erkenntnissen der Zusammenhang mit politischen oder sonstigen prominenten Kreisen. Gerüchte über derartige Verbindungen waren nicht zuletzt vor dem Hintergrund jüngster Enthüllungen über zweifelhafte und zum Teil strafbare Sexualpraktiken im Umfeld von Hollywoodgrößen wie die Sekte NXIVM ins Kraut geschossen. Cemex erklärte gegenüber der Polizei, dass man die VoP nicht auf den eigenen Ländereien haben wolle. Diese hätten sich daraufhin von selbst zurückgezogen.

Deutlich schärfere Gangart gegen Menschenhändler

Die Polizei in Tucson will allerdings die Ermittlungen weiterführen, auch wenn es bislang keine greifbaren Ergebnisse gab. Hawkins erklärte:

Es scheint sich um ein Lager von Obdachlosen oder Grenzgängern gehandelt zu haben, wir sind uns da noch nicht sicher. Aber das Tucson Police Department wird der Sache auf den Grund gehen."

Seit dem Amtsantritt von Präsident Donald Trump ist die Zahl der Razzien gegen mutmaßliche Menschenhändler deutlich gestiegen. Neben verschärfter Präsenz an den Grenzen hat auch eine härtere Gesetzgebung, die im Kongress eine überparteiliche Unterstützung gefunden hat, zu dieser Entwicklung beigetragen.

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