Schwulenverfolgung in Tschetschenien - Aktueller Stand einer Kampagne um ihrer selbst willen

Schwulenverfolgung in Tschetschenien - Aktueller Stand einer Kampagne um ihrer selbst willen
Aktivisten von Amnesty International protestieren vor der Russischen Botschaft in London gegen die angeblich vom Staat betrieben Schwulenverfolgung in Tschetschenien.
Mehr als ein Jahr nach ihrem Beginn ist die Kampagne rund um eine angebliche staatliche Schwulenverfolgung in Russlands Teilrepublik Tschetschenien weitgehend zusammengebrochen. Auch die vermeintlich selbstlos vom Westen Geretteten sind vergessen.

von Gert-Ewen Ungar

Im April vergangenen Jahres berichtete die russische Zeitung Nowaja Gaseta zum ersten Mal über eine angebliche systematische staatliche Verfolgung von Homosexuellen in der autonomen russischen Republik Tschetschenien. Die Nachricht fand sowohl in Russland als auch in westlichen Medien rasante Verbreitung. Doch während das Echo in Russland schnell wieder verklang, hallte es bei uns noch über eine geraume Zeit wider.

Die Geschichte von der angeblichen Schwulenverfolgung schaffte es unter der Überschrift "Verfolgt, gefoltert, getötet" vor fast genau einem Jahr sogar in die Tagesthemen und markiert damit einen Höhepunkt hinsichtlich der hiesigen Berichterstattung. Ein Millionenpublikum wurde über die Vorwürfe der Nowaja Gaseta unterrichtet.

Träumt mal wieder von der Revolte: ARD-Korrespondentin und Euromaidan-Fan Golineh Atai. Bildquelle: Screenshot ARD

Zu verantworten hat den Bericht ARD-Russlandkorrespondentin Golineh Atai. Mit dem für Atai typischen kulturalistischen Unterton erhebt sie hier schwere Anschuldigungen gegen ein angebliches Männerbild im muslimischen Tschetschenien, gegen Muslime, gegen Republikchef Ramsan Kadyrow und selbstverständlich gegen Russland insgesamt.

Der Beitrag ist überwiegend aus Archivmaterial zusammenmontiert. Die Eigenleistung von Atai besteht darin, zwei Interviews geführt und insgesamt möglichst viele Ressentiments bedient zu haben.

Ziemlich zentral für "irgendwo in Russland"

Atai sprach damals "in einem Versteck, irgendwo in Russland" mit zwei der mutmaßlichen Opfer. Das Versteck "irgendwo in Russland" ist eine Wohnung am Moskauer Stadtrand, die vom Petersburger LGBT-Netzwerk unterhalten wird. Natürlich ist auch der Moskauer Stadtrand "irgendwo in Russland", es war also nicht direkt gelogen, auch wenn man mit der Wortfolge "irgendwo in Russland" sicherlich etwas Anderes als urbane Nähe verbindet.  

Ihre anonymen Interviewpartner wurden außer von Atai noch von der BBC, von US-amerikanischen Fernsehsendern und weiteren westlichen Medien interviewt. Man könnte auch sagen, sie wurden mit der immer gleichen Message in den westlichen Medien herumgereicht. Und diese Message lautet: kein Ausweg, nirgends. Als Schwuler ist man demnach in Tschetschenien hoffnungslos verloren. Wenn der Staat einen nicht tötet, dann tun es die Verwandten.

Inzwischen ist ein Jahr vergangen und inzwischen ist klar: Eine staatliche Verfolgungswelle gegen Schwule hat es in Tschetschenien nie gegeben. Diese Nachricht wiederum hat es nicht in den Mainstream geschafft. Darüber wurde kein Millionenpublikum informiert.  

Zweifellos: Es gab Fälle von Gewalt, aber nicht systematisch und schon gar nicht staatlich angeordnet. Man könnte auch sagen, so wie bei uns eben auch.

Besonders intensiv ist die russische Menschenrechtsbeauftragte Tatjana Moskalkowa all den Vorwürfen nachgegangen. Ergebnis: Für die zentrale These der staatlichen Verfolgung gibt es keine Beweise, keinerlei Fakten.

Es gibt aber viel Verwirrung und es gibt hier bei uns den unbedingten Willen, die Geschichte über die staatliche Schwulenverfolgung in Tschetschenien möglichst lange am Kochen zu halten, daher auch jeden Zweifel an ihrer Wahrheit in der Nichterwähnung untergehen zu lassen.

Rund 50 Menschen demonstrierten am Samstag vor der Russischen Botschaft in Berlin gegen Schwulenverfolgung in Tschetschenien.

"Ermordete Schwule" tatsächlich zum IS nach Syrien gegangen?

Signifikant dafür ist die Berichterstattung über eine ebenfalls von der Nowaja Gaseta veröffentlichte Liste mit 31 Namen von angeblich Ermordeten. Diese Liste wurde in deutschen Medien zunächst fälschlicherweise als eine Liste von ermordeten Schwulen präsentiert. Der Eifer zur dementsprechenden Einordnung war bei den deutschen Medien im Übermaß vorhanden. Dabei hatte die Nowaja Gaseta über diese Liste in einem anderen Kontext gesprochen. Von Schwulen war damals nicht die Rede. Es war die dpa, die falsch übersetzt hat, und die großen Zeitungen haben die Meldung ungeprüft übernommen. Allesamt. Deutsche Qualitätsarbeit eben.

Die russische Menschenrechtsbeauftragte Moskalkowa fand bei ihren Recherchen in Tschetschenien jedoch heraus, dass einige der auf dieser Liste stehenden vermeintlich Toten noch leben, einige eines natürlichen Todes gestorben sind, der größte Teil aber dringend verdächtig sei, als Kämpfer des IS nach Syrien gegangen zu sein. Der IS hatte zuvor massiv in Tschetschenien und anderen muslimischen Republiken der Russischen Föderation rekrutiert. Über diese Fakten und deren Konsequenzen schweigt sich der deutsche Mainstream beharrlich aus.

Würde man darüber berichten, müsste man ziemlich zügig auch darüber diskutieren, wie bestimmte Schulen des Islam nach Tschetschenien gekommen sind und man wäre dann ganz schnell bei den Tschetschenienkriegen, die der Westen und seine Verbündeten kräftig von außen befeuert hatten. Das ist alles nicht so rühmlich, deswegen lässt man das ganze Kapitel lieber ungeöffnet.

Die Rekrutierung von Kämpfern und wie dagegen vorzugehen sei, ist in Tschetschenien jedenfalls tatsächlich ein breit diskutiertes Thema. Homosexuelle und ihr Lebensstil waren es bis zum Erscheinen des Artikels der Nowaja Gaseta dagegen nicht. Im Gegenteil wurden mit dem Artikel die wenigen Strukturen, die es für Schwule gab, weitgehend zerstört, weil schlagartig ein grundlegendes Misstrauen um sich griff.

Moskalkowas Untersuchungen zu den Vorfällen in Bezug auf schwule Männer in Tschetschenien verliefen entsprechend ergebnislos. Es gab und gibt zwar dramatische Anschuldigungen, aber keine Beweise. Aktuell wird von der russischen Menschenrechtsbeauftragten noch ein Fall untersucht.

Der lange Arm des Philanthropen

Der tschetschenische Menschenrechtsbeauftragte Nurdi Nuhaschiew reagiert inzwischen nur noch mit Sarkasmus auf die Vorwürfe, die vor allem vom Petersburger LGBT-Netzwerk immer wieder vorgebracht werden.

Naturparadies Krim. Foto: Gert Ewen-Ungar

Wenn es keine Opfer gibt, dann muss man welche erfinden", schreibt er auf seiner Website. Und schließt seinen Kommentar mit den Worten ab, die Umtriebe des russischen LGBT-Netzwerks seien ganz banal zu erklären: "Derjenige, der bezahlt, bestellt auch die Musik."

Er meint damit das Finanzierungsmodell des Netzwerks, das sich überwiegend aus westlichen Quellen speist. Unter anderem wird der Spekulant Georg Soros nicht müde, das russische Netzwerk über immer neue Wege zu fördern und die gegen ihn verhängten Sperren zu umgehen. Es soll Menschen geben, die glauben, er unternehme all diese Anstrengungen völlig selbstlos.

Das ist der aktuelle Stand, den um Objektivität bemühte Medien zur Faktenlage in Tschetschenien eigentlich zeigen müssten. Sie tun es aber nicht. Kein Millionenpublikum für diese Fakten.  

Vor einem Jahr wurde dagegen in grellen Farben ein anderes Bild gemalt: "Wir sind hier in unserem Versteck komplett isoliert von der Welt", sagt Ilja im Interview mit Atai, die dabei nickt und verständnisvoll sowie besorgt dreinblickt. "Es ist hart", setzt er fort und fügt hinzu. "Wir leben in Angst. Die Kadyrow-Geheimdienstler können mich heute oder morgen finden."

Heute lässt sich sagen, dass das mit der völligen Isolation von der Welt nicht so ganz stimmte. Denn über die entsprechenden sozialen Netzwerke wurde munter kommuniziert. Auf diese Weise kam auch ich in Kontakt mit einigen jener Personen, die über das russische LGBT-Netzwerk aus Tschetschenien nach Moskau und von dort aus weiter in die EU gebracht wurden. Und aus diesen Quellen ergibt sich ein völlig anderes Bild.

In Moskau angekommen wurde die dortige Szene, wurden die großen Clubs, Central Station, Boyz-Club, die einschlägigen Saunen und Lokale erkundet. Das ist in keiner Weise verwerflich. Nur entspricht es nicht der Aussage von völliger Isoliertheit und Angst vor Verfolgung.

Mir wurde von mehreren Seiten berichtet, schon in Tschetschenien sei es so gewesen, dass man am Wochenende gerne einen Ausflug nach Sotschi oder nach Machatschkala, in die Hauptstadt Dagestans, unternommen hätte, um dort sexuelle Begegnungen zu haben. In diesen Städten findet sich eine intakte queere Infrastruktur und sie sind gut erreichbar. Es ist alles kleinräumig dort in der Region Nordkaukasus, die Entfernungen sind nicht weit. Und auch in Grosny gab es Möglichkeiten, wenn auch nicht sehr viele. 

Konflikte durch soziale Störung infolge psychischer Krankheiten sind keine Verfolgungsakte

Generell liegt der Verdacht nahe, dass mit der völligen Anonymisierung der geflüchteten Personen weniger diese Personen, sondern die beteiligten Institutionen vor den Aussagen ihrer Betreuten geschützt werden sollen. Denn das, was in den Medien verbreitet wurde und das, was real passierte, unterscheidet sich gravierend voneinander.

So ist ein erheblicher Teil derer, die ich inzwischen kenne, schon vor einer mutmaßlichen homophoben Gewalterfahrung in Tschetschenien psychiatrisch diagnostiziert und behandelt worden. Auch das ist in keiner Weise schlimm. Allerdings bringen es bestimmte Störungen wie zum Beispiel die Borderline-Persönlichkeitsstörung zwangsläufig mit sich, deutlich häufiger Opfer von Gewalt zu werden, ganz einfach deshalb, weil die Störung im Sozialen sichtbar wird.

Das kann man schlecht und grausam finden, das lässt sich nur leider nicht ändern. Bestimmte psychische Störungen bedeuten per Definition, gehäuft in Konflikt mit der Umgebung zu kommen. Es ist geradezu der zentrale Kern der Erkrankung.  

Erhöht ist bei zahlreichen Diagnosen auch die Wahrscheinlichkeit der Entwicklung einer Suchterkrankung.

Die Anzahl derjenigen Tschetschenen, die sich nach ihrer Ankunft im westlichen Ausland unmittelbar und bereitwillig in die dortige Drogenszene integriert haben, ist jedenfalls hoch.

In Russland generell, mehr noch in Tschetschenien, herrscht eine rigorose Drogenpolitik. Besitz und Konsum werden hart bestraft. Drogen sind daher in Tschetschenien von der allgegenwärtigen Verfügbarkeit weit entfernt, wie sie Großstädte in der westlichen Hemisphäre bieten. Der Umgang damit ist in keiner Weise vertraut, Wissen über Wirkungen und Gefahren kaum vorhanden. Entsprechend risikoreich gestaltet sich dann hier der Konsum. Und die psychischen Symptome werden für einige Stunden ja tatsächlich auch besser. Soziale Ängste verschwinden, Nähe kann intensiv erlebt werden. Die Kosten dafür sind natürlich hoch.

Neben ganz vielen anderen Nebenwirkungen stört der intensive Drogengebrauch auch ganz banal den Spracherwerb. Wer donnerstags mit Ecstasy und Speed, Crystal Meth und Koks anfängt und damit bis Sonntag weitermacht, ist nicht in der Lage, die Sprache des aufnehmenden Landes zu erlernen. Die jeweilige Landessprache zu beherrschen ist jedoch wiederum Voraussetzung dafür, eine entsprechende Therapie zu machen, um aus dem Zyklus der Sucht wieder heraus zu kommen. Es ist ein Trauerspiel, was den "vor staatlicher Verfolgung Geretteten" hier vielfach widerfährt.

Offene Grenzen und Asyl als Showelemente

Generell ist festzuhalten, dass auf der Ebene der sogenannten Evakuierung aus Tschetschenien mit anschließender Beantragung von Asyl in Europa unglaublich amateurhaft vorgegangen wurde und es fachlich gravierende Fehler gegeben hat.

Eine linke politische Haltung ohne die Politisierung der Ökonomie ist nicht denkbar.

Es fand offenkundig zu keinem Zeitpunkt eine Abwägung statt. Es mag ja sein, dass die Verantwortlichen in den NGOs daran glauben, dass die Angehörigen ihre schwulen Söhne reihenweise mit Ehrenmord bedrohen. Doch zwingende Voraussetzung dafür ist, dass Verwandte da sind. Wenn ein Mann in den Dreißigern keine Eltern mehr hat, können diese ihn auch nicht ehrenmorden. Wenn er dann noch nie in seinem Leben eine Fremdsprache erworben hat, wäre zu überlegen, ob er nicht in Russland besser aufgehoben ist. Wenn er dann noch absehbar den Familiennachzug von Frau und Kindern betreiben wird, das Gastland, in diesem Fall Deutschland, aber den Familiennachzug ausgesetzt hat, ist die Wahrscheinlichkeit enorm groß, dass hier eine Biografie durch die zur Verfügung gestellte "Hilfe" eher zerbricht als bereichert wird. Es ist dramatisch, wie stümperhaft und unprofessionell die Hilfsorganisationen mit ihren Betreuten umgehen.

Da sitzen dann Frau und Kinder im Transitbereich eines Flughafens und werden nach geraumer Zeit nach Russland zurückgeschickt, während der Vater und Ehemann ohne Nachricht hier in Sorge vergeht. Der beauftragte Anwalt schreibt munter weiter teure Briefe, obwohl keine Aussicht auf Erfolg besteht, der Mandant wird nicht darüber informiert, dass es in Deutschland aktuell keinen Familiennachzug gibt und daher nahezu keine Chance besteht, Frau und Kinder wiederzusehen. Das ist absoluter Pfusch und es ist menschlich grausam. Es hat tatsächlich eine Qualität von psychischer Folter, was hier passiert.

Darüber hinaus ist das, was das lokale Hilfesystem zur Verfügung stellt, eine Integration, die sozial nach unten geht. Nicht nur oftmals hinein in die Sucht, sondern auch hinein in die dauerhafte Abhängigkeit von Hilfen. Die Freiheit nimmt dadurch ab, nicht zu. Willkommen im Westen.

Wenn man aus fachlicher Sicht zu der Überzeugung gekommen ist, ein Umzug wäre für ein Opfer von Gewalt hilfreich, dann aber sinnvollerweise nicht in die EU. Ein Umzug innerhalb Russlands wäre in allen Fällen, die ich kennengelernt habe, eine deutlich bessere Alternative gewesen als ein Asylverfahren. Zumal entgegen aller Behauptungen alle Geflüchteten weitgehend in ihren Communities bleiben. Wenn jemand nur Russisch und Tschetschenisch kann, was für Leute lernt er dann überwiegend kennen? Russen und Tschetschenen natürlich. Und das genau passierte auch. Und sie überleben diese Kontakte unbeschadet. So viel zum langen Arm von Kadyrow, der die Leute überall findet, weswegen alles anonym zu sein habe.   

Was die entsprechenden NGOs wie Enough is Enough völlig unterlassen, ist die Reflexion der eigenen Position im Hinblick auf die Lebensmodelle anderer Kulturen, in diesem Fall der Tschetschenen und Nordkaukasier. Ob nämlich eine sexuelle Orientierung automatisch einen bestimmten Lebensstil impliziert, wird in der Auseinandersetzung völlig fraglich. Dass westliche NGOs an der These festhalten, wenn jemand Sex mit Männern hat, müsse er auch einen im westlichen Sinne offenen schwulen Lebensstil pflegen, ansonsten habe er keine voll entwickelte Identität, käme in einer sachlich geführten Auseinandersetzung nämlich kräftig ins Wanken. Vermutlich wird sie genau deswegen nicht geführt, sondern ausschließlich die eigene Position immer wieder und wieder wiederholt. Zudem würde deutlich, wie sehr dieser Sicht etwas zutiefst Überhebliches und Kulturalistisches anhaftet.

Westliches Emanzipationsverständnis ist nicht das Maß aller Dinge

Ich kenne inzwischen eine ganze Reihe von Tschetschenen, die Sex mit Männern haben. Fast alle sind verheiratet, fast alle haben Kinder. Und diejenigen, die nicht verheiratet sind, wollen heiraten und eines Tages Kinder haben. Nimmt man ihnen das weg, dann fühlen sie sich nicht befreit und emanzipiert, sondern unglücklich und gescheitert. Spätestens in der direkten Auseinandersetzung mit den Geflüchteten hätte man das lernen können. Dazu müsste man allerdings zuhören. Das ist aktuell jedoch keine herausragende deutsche Tugend. Man pflegt eher das Belehren.

Oleg Borissowitsch Nemenski, geboren 1979, ist Politologe und Historiker.

In Anbetracht der absolut amateurhaft durchgeführten Hilfe drängt sich der Verdacht auf, dass es bei der ganzen Kampagne niemals um Aufklärung und tatsächliche Hilfe für die Opfer von Verbrechen und Gewalt gegangen ist, sondern um die Kampagne selbst. Es ging nicht darum, zu helfen, sondern medial wirksam Asyl zu bekommen - auch wenn Asyl von allen Alternativen für die Betroffenen absehbar die schlechteste war. Es ging damit um den Spin, der erzeugt wurde. Denn wie alle anderen Kampagnen gegen Russland, wie Skripal und der Giftgasanschlag in Großbritannien, wie die Kampagne zum Abschuss von MH17 über der Ukraine, wie alle anderen verlief sie dann irgendwann im Sand. Nach dem Vortragen von heftigen Anschuldigungen, die ohne jeden Beweis bleiben, hört die Kampagne irgendwann einfach auf. Der Spin, das Zerrbild ist erzeugt, das Ziel wurde erreicht.

Man kann sich des jeweiligen Talking Points immer wieder bedienen, wenn eine antirussische Stimmung erzeugt werden soll. Die Medienkonsumenten haben verinnerlicht: Russland ist brutal, homophob, frauenfeindlich und menschenverachtend. Um Tatsachen und Fakten, vor allem aber um die Betroffenen ging es niemals, jedenfalls niemals so richtig. Entsprechend schlecht werden sie behandelt. Sie sind lediglich notwendiges Beiwerk, das dazu dient, die Politik vor sich herzutreiben. Bei ihren Besuchen in Russland mahnten Merkel und Macron im vergangenen Jahr den Minderheitenschutz an. Sie machten sich ausgesprochen lächerlich, offenbarten sie doch ihre tiefe Ahnungslosigkeit im Hinblick auf Vorgänge in Russland. Und sie offenbarten auch, dass sie außer ihrer eigenen Presse über keine anderen, objektiveren Quellen verfügen. Ein Armutszeugnis.

So kann man sich den Sätzen der Journalistin der Nowaja Gaseta, Jelena Kostiuschenko, die Atai in ihrem Beitrag für die Tagesthemen zu Wort kommen lässt, nur anschließen. Es handelt sich um ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit, was hier passiert ist. Das Verbrechen begeht allerdings weder die Republik Tschetschenien noch Russland. Das Verbrechen gegen die Menschlichkeit begehen vom Westen finanzierte NGOs und westliche Medien, die Menschenleben benutzen, um Kampagnen zu gestalten, die einem geopolitischen Interesse dienen.  

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