Zeitungsartikel mit Erdogan-Hitler-Vergleich ruft französischen Präsidenten auf den Plan

Zeitungsartikel mit Erdogan-Hitler-Vergleich ruft französischen Präsidenten auf den Plan
Die Titelseite eines französisches Magazins sorgt für Aufsehen. Der Unmut der Erdoğan-Anhänger über einen Vergleich zwischen ihm und Hitler war groß. Kioskbesitzer in einigen Städten sollen angefeindet worden sein. Der französische Präsident reagierte.

"Der Diktator" prangt groß auf der Titelseite mit dem Foto des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan. Darunter die Zeile: "Wie weit wird Erdoğan gehen?" Die jüngste Titelseite des bekannten französischen Polit-Magazins Le Point sowie der Leitartikel, in dem die Frage aufgeworfen wird: "Ist Erdoğan ein neuer Hitler?", sorgt in den letzten Tage für große Aufregung in Frankreich. Die Ausgabe des Blattes, das als bürgerlich-konservativ gilt und 4,50 Euro kostet, befasst sich im Bericht unter anderem mit dem "Größenwahn" des türkischen Präsidenten, seinen "Netzwerken in Frankreich" und seinen "Verbrechen". Bei seinen Anhängern in Frankreich rief der Bericht heftige Reaktionen hervor.

Mehrere Kioskmitarbeiter sollen bedroht worden sein. Nach Angaben der Redaktion von Le Point hatten Anhänger Erdoğans in der Nähe der südfranzösischen Stadt Avignon Druck gemacht, Plakate mit dieser Titelseite von einem Kiosk abzuhängen. Der Generaldirektor des Unternehmens MédiaKiosk, das für die Werbung zuständig ist, bestätigte dies gegenüber der französischen Ausgabe der Huffington Post. Die Plakate wurden später wieder aufgehängt. Le Point hatte zudem von einem ähnlichen Vorfall in der Stadt Valence berichtet. Das Blatt erhielt nach eigenen Angaben auch in den sozialen Netzwerken Drohungen.

Das Magazin warf Anhängern von Erdoğans Partei AKP vor, "Symbole der Meinungsfreiheit und der Pressevielfalt" anzugreifen. Inzwischen schaltete sich auch der französische Präsident in den Streit ein. Am Montagabend teilte er auf Twitter mit:

Es ist vollkommen inakzeptabel, dass Plakate von @LePoint von Pressekiosken abgehängt werden, weil sie den Feinden der Freiheit - in Frankreich wie im Ausland - nicht gefallen.

"Die Pressefreiheit hat keinen Preis: Ohne sie, das ist die Diktatur."

Auch Frankreichs Kulturministerin Françoise Nyssen meldete sich zu Wort und warnte via Twitter vor Druck auf Kioskbesitzer.

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