Much Ado About Nothing: Warum Feministen einen Professor wegen eines Witzes angreifen

Much Ado About Nothing: Warum Feministen einen Professor wegen eines Witzes angreifen
Ein harmloser Witz im Aufzug wurde einem Politik-Professor in den USA zum Verhängnis: Radikale Feministen haben eine Hexenjagd gegen ihn gestartet. Dieser wehrt sich und vertritt den Standpunkt, die Fokussierung auf derlei Themen lenke von wahren Problemen ab.

Die Auseinandersetzung nahm in einem vollen Aufzug auf der Jahrestagung der politikwissenschaftlichen Vereinigung International Studies Association (ISA) ihren Ursprung. Simona Sharoni, Professorin für Frauen- und Genderstudien am Merrimack College im US-Bundesstaat Massachusetts, fragte die anderen Fahrgäste, in welchen Stock sie fahren wollten, da sie am nächsten zur Tür stand. Daraufhin habe Richard Ned Lebow, Inhaber des Lehrstuhls für politische Theorie an der King's College London, geantwortet, dass er zur Damenunterwäscheabteilung wolle.

Sharoni verfasste wenige Stunden später eine schriftliche Beschwerde an die ISA, in der sie ausdrückte, dass der Vorfall sie erschüttert habe. Da sie aber in diesem Augenblick geschockt gewesen sei, habe sie nicht direkt antworten können.

 Bewunderung gleich Diskriminierung: Dieses Gedicht soll verschwinden.

Mark A. Boyer, der ISA-Vorsitzender, leitete Sharonis Beschwerde an den Ethikausschuss der Vereinigung weiter. Dieser kam zu dem Entschluss, dass Lebow mit seiner Bemerkung gegen die Verhaltensregeln der ISA verstoßen hatte.

Lebow kritisiert dieses Vorgehen. Er plädierte für eine informelle Lösung des Streits. Nach dem Vorfall wurde er über die Beschwerde Sharonis informiert. Daraufhin schrieb er ihr eine E-Mail, in der er klarstellte, dass er weder sie noch Frauen im Allgemeinen habe beleidigten wollen. Lebow suggerierte, dass Sharoni, die in Rumänien geboren wurde und in Israel aufwuchs, ihn missverstanden haben könnte. Der Witz sei in seiner Jugendzeit in den 1950er-Jahren populär gewesen.

Wie Sie, bin auch ich strikt gegen die Ausbeutung, Nötigung oder Erniedrigung von Frauen. Da solche Übel fortbestehen, erscheint es mir sinnvoll, unsere Aufmerksamkeit auf wirkliche Vergehen zu konzentrieren, nicht auf solche, die eingebildet oder grenzwertig sind", schrieb Lebow.

Sharoni verschwende Zeit und Energie darauf, "alberne" Beschwerden einzureichen, statt gegen echte Verbrechen vorzugehen.

Entgegen Labows Vermutung nahm die politikwissenschaftliche Vereinigung die Beschwerde jedoch ernst. Nicht nur seine ursprüngliche Bemerkung sei ein Vergehen, auch sein Schreiben an Sharoni stelle einen Verstoß gegen die Vereinsordnung dar. Er wurde instruiert, eine unmissverständliche Entschuldigung an Sharoni zu verfassen.

Lebow wehrte sich jedoch gegen diesen Beschluss. In einer E-Mail beschwerte er sich über "ein erschreckendes und unheimliches Beispiel politischer Korrektheit". Die ISA ermutige durch seinen Beschluss andere dazu, Selbstzensur zu üben.