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Fünf Gründe, warum Maxim Gorki so großartig ist

Fünf Gründe, warum Maxim Gorki so großartig ist
Am 28. März wäre Maxim Gorki 150 Jahre alt geworden. Russia Beyond The Headlines hat die fünf interessantesten Fakten rund um den berühmten russischen Schriftsteller zusammengefasst.

von Alexandra Gusewa

Maxim Gorki gilt heute als einer der kontroversesten Autoren der russischen Literatur. Im Jahre 1905 begrüßte der Schriftsteller zunächst die erste russische Revolution, kritisierte jedoch im Jahre 1917 die bolschewistische Machtergreifung trotz der Tatsache, dass er ein Freund Wladimir Lenins war.

Gorki gilt als einer der Begründer der sowjetischen Literatur, der oftmals vorgeworfen wurde, viele talentierte Dichter und Schriftsteller, die nicht über tapfere sowjetische Arbeiter schreiben wollten, nicht zur Veröffentlichung zuzulassen. Schließlich kostete Gorkis Nähe zu Stalin ihn den Nobelpreis für Literatur, der stattdessen an Iwan Bunin ging.

1. Seine Bücher bildeten die Realität in Russland ab, die er sah

Fünf Gründe, warum Maxim Gorki so großartig ist
Maxim Gorki und Anton Tschechow, einer der bedeutendsten russischen Schriftsteller des 19. Jahrhunderts.

Als Alexej Peschkow, wie Gorkis richtiger Name lautet, ein Kind war, starb sein Vater an Cholera. Seine Mutter heiratete aufgrund der schwierigen Lebensumstände erneut, doch Peschkow, der ebenfalls mit Cholera infiziert war, blieb bei seinen Großeltern in Nischni Nowgorod. Als seine Mutter starb, wurde er dazu gedrängt, aus dem Haus seines Großvaters auszuziehen und seinen eigenen Lebensweg zu beschreiten.

Seine "Schule" war das Leben auf den Straßen in Städten entlang der Wolga, die er langreiste. Nachdem Gorki die Prüfungen an der Universität Kasan nicht bestanden hatte, arbeitete er in einer Bäckerei und trat einem revolutionären Kreis bei, der marxistische Literatur las. Nach einem fehlgeschlagenen Selbstmordversuch widmete sich er sich der harten Arbeit auf einem Bauernhof.

Später reiste er den Don entlang, durch den Kaukasus und über die Krim in den russischen Süden. Er ging meist zu Fuß und begegnete auf seinem Weg vielen Fremden und Bettlern. In seiner autobiografischen Trilogie "Meine Kindheit" und in "Meine Universitäten" stellt er daraufhin lebhafte und couragierte Porträts dieser russischen Menschen vor. In seiner Kurzgeschichte "Tschelkasch" und im Roman "Die Mutter" porträtierte er beispielsweise arme Arbeiter und erwarb sich damit den internationalen Ruf, ein proletarischer Schriftsteller zu sein, der den gewöhnlichen Arbeiter ehrt.

2. Leo Tolstois Neid auf Gorkis Erfolg

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Gorki und Tolstoi

Im Jahr 1902 veröffentlichte Gorki sein berühmtestes Bühnenstück "Nachtasyl". Konstantin Stanislawski inszenierte es gleich darauf in seinem Moskauer Kunsttheater, doch auch in Europa fand es großen Anklang. Allein die deutsche Version wurde 300 Mal hintereinander in Berlin aufgeführt. Tolstoi zeigte sich von diesem Erfolg schockiert. Nach dem Lesen des Stücks schrieb er an Gorki: "Warum schreibst du das?", und konnte sich nicht vorstellen, dass ein Theaterstück über eine Nachtunterkunft für Obdachlose, Prostituierte und Alkoholiker die Öffentlichkeit interessieren könnte.

Tolstoi schätzte Gorkis neue Prosa zwar insgesamt durchaus als bedeutend ein, zeigte sich jedoch von Gorkis unerwartetem Erfolg irritiert. Für Gorki hingegen war Tolstoi stets ein großes Vorbild, das ihn stark beeinflusst hatte.

3. Ehrenmitglied der Akademie der Wissenschaft im Alter von 34 Jahren

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In seinen Dreißigern hatte Gorki, obwohl er solche Philosophen wie Nietzsche und Schopenhauer gelesen hatte, immer noch Schreibschwierigkeiten, sodass seine Frau Jekaterina seine grammatikalischen Fehler korrigieren musste. Er begann als Reporter für mehrere Zeitungen zu arbeiten und seine Kurzgeschichten wurden häufig in Literaturzeitschriften veröffentlicht. Erst nach sechs Jahren der Arbeit als Schriftsteller wurde Gorki zum akademischen Ehrenmitglied ernannt, etwas, das Zar Nikolai II. so erzürnte, dass er ihm den Titel absprach. Erst nach dem Sturz der Monarchie im Jahr 1917 wurde Gorki wieder zum Akademiker.

4. Sturmvogel der Revolution

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Gorki verherrlichte die Revolution und sein "Lied vom Sturmvogel" wurde von der revolutionären Bewegung begeistert aufgenommen. Als die Regierungstruppen in eine Menge friedlicher Demonstranten schossen, schrieb der Autor sogar einen revolutionären Aufruf, der ihn ins Gefängnis brachte.

Dennoch äußerte er Bedenken, als die Bolschewiki im Oktober des Jahres 1917 die Macht ergriffen, da er die Machtergreifung für verfrüht hielt. Gorki beschrieb diese Revolutionsjahre als gefährliches Experiment und verarbeitet später all die Schrecken, das Blut und das Chaos in einer Reihe von Artikeln mit dem Titel "Unzeitgemäße Gedanken über Kultur und Revolution".

Bereits in den Jahren vor der Machergreifung der Bolschewiki, als Gorki größtenteils auf der italienischen Insel Capri lebte, hatte er Lenin zum Gespräch gesprochen. Doch während sich der bolschewistische Führer allgemein als offen für intellektuelle Gespräche gab, hielt er Gorkis politische Gedanken und Vorschläge für inakzeptabel.

Im Jahr 1921 verschlechterte sich Gorkis Verhältnis zum neuen sowjetischen Staat und er bat darum, auswandern zu dürfen. Es wurden ihm jedoch nur kurze Reisen zur Behandlung seiner Tuberkulose genehmigt. Nach Lenins Tod durfte Gorki die Sowjetunion verlassen, war in Europa aber nicht mehr gern gesehen und durfte auf Capri nicht mehr einreisen. Daraufhin begab sich Gorki nach Sorrent.

5. Der einflussreichste Schriftsteller der Sowjetunion

Fünf Gründe, warum Maxim Gorki so großartig ist

Gorki gilt als Begründer der sowjetischen Literatur, seit er den sozialistischen Realismus verkündete, dessen Ästhetik und Schreibmethoden dem Ziel, dem Aufbau eines sozialistischen Staates zu dienen, untergeordnet waren.

Dieses Paradigma verlangte von den Beteiligten jedoch einen Sinn für Moral und Ideologie. Der Schriftsteller wurde zum Propagandisten und musste, um veröffentlicht zu werden, dem neuen kulturellen Diktat folgen.

Stalin war sich Gorkis Einflusses auf die Menschen bewusst und wollte ihn auf seiner Seite haben. Aus diesem Grund gab der sowjetische Staat riesige Summen für Gorkis luxuriöses Leben mit Auslandsreisen, italienische Villen, eine Villa im Zentrum von Moskau sowie für die Hobbys seines Sohnes aus.

Zur gleichen Zeit musste Gorki für Stalin einige "Schmutzarbeiten" erledigen. Darunter fiel der Besuch des Solowki-Gulags, über den Gorki schreiben musste, was für ein großartiger Ort für Umerziehung er sei. In einem Artikel über den Bau des Weißmeer-Ostsee-Kanals musste er darüber hinaus sogar die Versklavung von Gefangenen rechtfertigen.

Unklar bleibt jedoch, ob Gorki das aus freiem Willen tat, oder ob an den Gerüchten, dass Stalin drohte, seinen Sohn ins Lager zu schicken, etwas dran war. Schließlich wird berichtet, dass Gefangene dazu gebracht worden wären, sich weiß anzuziehen, mit einer Zeitung in der Hand den Schriftsteller willkommen zu heißen und so zu tun, als ob ihr Leben im Gulag eine Art Urlaub wäre. Einige hielten die Zeitung jedoch falsch herum und Gorki ging zu einem der Gefangenen, um die Zeitung richtig herum zu drehen, um deutlich zu machen, dass er verstanden hatte, was wirklich dort geschah.

Dennoch wurde Gorki von den unangepassten Schriftstellern stark kritisiert, die behaupteten, er habe sich an Stalins Regime verkauft. Nichtsdestotrotz versuchte Gorki seine Position und Bekanntheit zu nutzen, um jedem zu helfen, dessen Verwandte oder nahestehende Menschen sich im Gefängnis befanden.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf Russia Beyond The Headlines. Wir bedanken uns für die Zweitverwertungsrechte.

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