"Sollen Pädophile Kinder nach Sex-Fotos fragen dürfen?" - Facebook rudert nach Nutzerumfrage zurück

"Sollen Pädophile Kinder nach Sex-Fotos fragen dürfen?" - Facebook rudert nach Nutzerumfrage zurück
© Flickr/ Master OSM 2011
Wirbel um Facebook-Nutzerumfrage in Großbritannien: Das Netzwerk, das die Akzeptanz seiner Nutzungsbedingungen feststellen wollte, hatte unter anderem gefragt, ob die Nutzer es denn überhaupt ahndenswert fänden, wenn Erwachsene Kinder nach Nacktbildern fragen.

Der Social-Media-Riese Facebook hat sein Bedauern über eine jüngste Nutzerumfrage in Großbritannien geäußert, in der die Teilnehmer unter anderem gefragt hatte, ob man es auf der Plattform dulden solle, wenn Pädophile nach Nacktbildern von Kindern fragen.

Wie der Guardian berichtete, befasste sich eine Frage der mittlerweile aus dem Verkehr gezogenen Umfrage damit, wie das Unternehmen mit pädosexuellen Nutzern umgehen solle, die versuchten, Kinder über die Plattform anzulocken.

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"Auf Facebook gibt es eine Reihe von Themen und Verhaltensweisen", leitete das Netzwerk eine Frage ein. Anschließend stand für die Nutzer folgendes Fallbeispiel zur Beurteilung:

Wenn Sie sich eine ideale Welt vorstellen, in der Sie die Politik Facebooks festsetzen, wie würden Sie mit folgendem Fall umgehen: Ein erwachsener Mann fragt in einer privaten Nachricht ein 14-jähriges Mädchen nach sexuellen Bildern.

"Dumm und unverantwortlich"

Der Nutzer konnte nun unter unterschiedlichen Optionen wählen: "Dieser Inhalt sollte auf Facebook erlaubt sein, und mir würde es nichts ausmachen, so etwas zu sehen"; "Dieser Inhalt sollte auf Facebook erlaubt sein, aber ich selbst will ihn nicht sehen"; "Dieser Inhalt sollte nicht erlaubt sein auf Facebook, und niemand sollte ihn sehen können" sowie "Ich habe keine Meinung zu dem Thema".

Eine weitere Frage zu dem Szenario, dass ein erwachsener Mann ein minderjähriges Kind auf Facebook nach Nacktbildern fragt, sollte die Meinung der Nutzer dahingehend ausloten, wie Facebook selbst mit solchen Fällen umgehen soll, wobei die Antwortoptionen reichten von "Facebook-Nutzer sollten die Regeln durch Abstimmung festlegen und Facebook informieren" bis "Facebook soll die Regeln selbst festlegen".

Die Unterhausabgeordnete und Vorsitzende des Innenausschusses Yvette Cooper übte scharfe Kritik an der Umfrage und meinte, diese sei "dumm und unverantwortlich".

Wenn erwachsene Männer 14-Jährige nach sexuellen Bildern fragen, ist das nicht nur gegen das Gesetz, es ist völlig falsch, ein verwerflicher Akt des Missbrauchs und der Ausbeutung von Kindern. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Facebook-Verantwortliche so etwas jemals auf ihrer Plattform haben wollen, aber sie sollen auch keine Umfragen verbreiten, die den Eindruck erwecken könnten, man könne so etwas tolerieren oder die Nutzern suggerieren könnten, so etwas könnte jemals akzeptabel werden.

Facebook: "Wir arbeiten in solchen Fällen mit den Behörden zusammen"

Der für Produktentwicklung zuständige Vizepräsident des Unternehmens, Guy Rosen, erklärte, die Umfrage sei "ein Fehler" gewesen und fuhr fort:

Wir führen Umfragen durch, um zu erfahren, wie die Community über unsere Unternehmenspolitik denkt. Aber diese Art von Aktivität ist immer komplett inakzeptabel auf Facebook und wird dies auch immer sein. Wir arbeiten regelmäßig mit den Behörden zusammen, wenn wir so etwas bemerken. Das hätte nicht in der Umfrage sein dürfen. Das war ein Fehler.

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Ein weiterer Sprecher von Facebook kommentierte die Umfrage mit den Worten:

Es ist uns klargeworden, dass diese Umfrage auf anstößige Inhalte Bezug nimmt, die bereits jetzt auf Facebook verboten sind und die wir in keiner Weise erlaubt sehen wollen. Deshalb haben wir die Umfrage beendet. Wir haben das Anlocken von Kindern seit unseren ersten Tagen auf Facebook verboten; wir beabsichtigen nicht, das zu ändern und wir arbeiten stetig mir der Polizei zusammen, um sicherzugehen, dass jeder, der bei Handlungen dieser Art erwischt wird, zur Rechenschaft gezogen wird.

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