"Engagement für das Böse": Britischer Journalist greift Mourinho für Zusammenarbeit mit RT an

"Engagement für das Böse": Britischer Journalist greift Mourinho für Zusammenarbeit mit RT an
Ist ganz andere Gegner gewohnt: Startrainer Jose Mourinho von Manchester United.
Wollte hier jemand Ronald Reagan karikieren? Vermutlich in Anlehnung an dessen einstige Betitelung der UdSSR als "Reich des Bösen" kritisiert der britische Journalist Nooruddean Choudry die Zusammenarbeit des Toptrainers José Mourinho mit RT. Böses Foul.

von Timo Kirez

Es war nur eine Frage der Zeit, bis bei den üblichen Verdächtigen wieder die typischen anti-russischen Reflexe einsetzen würden: Nachdem RT gestern stolz verkündet hatte, dass es den Weltklassetrainer José Mourinho als Experten für die diesjährige Fußball-WM in Russland gewinnen konnte, folgt heute prompt die erste russophobe Blutgrätsche.

Der britische Journalist Nooruddean Choudry kritisierte den international renommierten Trainer für seine Entscheidung, während der Weltmeisterschaft in Russland mit RT zusammenzuarbeiten. Wörtlich twitterte Choudry an seine knapp 95.000 Follower:

Man kann über Mourinho sagen, was man will, aber man kann sein Entschlossenheit, böse zu sein, nicht bemängeln. Er hätte sich für jeden Medienkanal der Welt entscheiden können, Putins Propagandakanal ist eine Schurkerei auf höchstem Niveau.

Choudry schreibt normalerweise für das Online-Magazin Joe.co.uk, die selbsternannte "Stimme britischer Männer", und zudem auch für die britischen Zeitungen The Guardian und The Daily Mirror.

Pfannkuchenfest als "Hooligan-Event"

Übrigens genau den Daily Mirror, den RT bei einem kolossalen journalistischen Eigentor erwischte, als das britische Boulevard-Blatt über eine vermeintliche "Hooligan-Fabrik" berichtete, aber die dazugehörigen Fotos nur Menschen während des russischen Festivals "Maslenitsa", dem traditionellen Pfannkuchen-Fest, zeigten. Autsch.

Der Tweet von Choudry über Mourinho blieb natürlich nicht lange unbemerkt. So fragte ein Twitter-Nutzer an die Adresse von Choudry gerichtet, für welches andere Medium sich Mourinho denn hätte entscheiden sollen - "Zum Beispiel für die Propaganda-Kanäle von Murdoch?"

Ein weiterer Internaut sieht die Berichterstattung in den westlichen Medien im Hinblick auf den Einfluss Russlands als "riesig übertrieben" an.

Choudry wird indes vermutlich noch einen weiteren Konflikt ausstehen müssen. Denn offenbar ist der Journalist ein Manchester-United-Fan. Und der Cheftrainer von den "Red Devils" ist seit 2016 kein geringerer als der "Bösewicht" José Mourinho. Dem dürfte die Meinung Choudrys bildlich gesprochen am Pfosten vorbeigehen. Der Mann ist ganz andere Gegner gewohnt.

Die begehrte FIFA-Trophäe zierte die Auslosung der WM-Gruppenspiele

Wechselt Choudry jetzt zu Manchester City?

Mourinho zeigte sich in einer Stellungnahme zu seiner Expertentätigkeit bei RT voller Vorfreude:

Ich freue mich sehr, beim Team von RT mitzumachen. Ich freue mich darauf, diesen Sommer an der Weltmeisterschaft in Russland teilzunehmen und meine Einsichten in die Spiele zu teilen", sagte Mourinho zu seinem Engagement bei RT, so der Meistercoach.

Wer weiß, sollte es Mourinho gelingen, mit Manchester United bald wieder englischer Meister zu werden, Choundry würde sich vermutlich wieder mit Mourinho vertragen. Denn ein Wechsel als Fan zu dem anderen großen Verein in Manchester kommt vermutlich auch nicht in Frage. Der Trainer des Stadt-Rivalen Manchester City ist zudem kein geringerer als der Katalane Pep Guardiola - und der unterstützt bekannterweise recht offen die Unabhängigkeitsbemühungen der Katalanen.

Da sage noch einer, dass es beim Fußball nur darum geht, dass 22 Männer in kurzen Hosen einem Ball nachjagen.

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