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Golden Globe für Fatih Akins "Aus dem Nichts": Rache ist nichts Ethnisches

 Golden Globe für Fatih Akins "Aus dem Nichts": Rache ist nichts Ethnisches
Das Küsschen hat er sich verdient: Fatih Akin (R) mit der Hauptdarstellerin seines Films Diane Kruger.
Riesenerfolg für das NSU-Drama "Aus dem Nichts" von Fatih Akin: Der Film setzte sich gegen starke Konkurrenz durch und gewann den Golden Globe als bester Auslandsfilm. Damit ist Akin der dritte deutsche Regisseur, dem diese Ehre zuteil wird.

Der deutsche Regisseur Fatih Akin hat für sein NSU-Drama "Aus dem Nichts" einen Golden Globe gewonnen. Der 44-Jährige wurde in der Nacht zum Montag mit dem Preis für den besten nicht-englischsprachigen Film geehrt. Es ist der erste Globe für einen deutschen Film seit acht Jahren - ein großer Erfolg in Hollywood. Zudem ist Akin damit erst der dritte deutsche Regisseur, der die renommierte Trophäe einheimsen darf. Vor ihm gelang dies, lang ist es her, Kurt Hoffmann für seine Literaturverfilmung des Thomas Mann Romans "Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull" im Jahr 1958 und im darauffolgen Jahr 1959 Rolf Thiele für seinen Film "Das Mädchen Rosemarie".

Zu den faszinierenderen Aspekten der Umstände des Wirkens Ekaterinas zählen die politischen Intrigen des russischen Kaiserhofs und der europäischen Politikszene.

Die weiteren Hauptpreise in den wichtigsten Kategorien gingen dieses Jahr an das Polizeidrama "Three Billboards Outside Ebbing, Missouri" und die Tragikomödie "Lady Bird".

Wahnsinn! Unglaublich, ich kann es gar nicht fassen! (...) Ich hab das nicht erwartet, ganz ehrlich",

sagte Akin im Interview mit der Deutschen Presse-Agentur (dpa) kurz nach der Verleihung. "Es ist sehr surreal gerade, aber schön, sehr schön!" Seine Frau habe er noch in der Nacht in Hamburg angerufen und mit der guten Nachricht geweckt. Den Preis wolle er zu seinen anderen Auszeichnungen in sein Büro stellen.

Ihm sei der Golden Globe aber vor allem aus einem anderen Grund wichtig, sagte der Sohn türkischer Einwanderer:

Ich denke, dass so ein Preis die Aufmerksamkeit auf den Film lenkt und den Film nochmal attraktiver macht für Zuschauer." Es gehe darum, das Thema NSU-Anschläge im Bewusstsein aktiv zu halten. "Das ist das Wichtigste und Beste an so einem Preis."

"Aus dem Nichts", der in diesem Jahr auch der deutsche Oscar-Kandidat ist, erzählt von einer Frau, die bei einem Anschlag in Hamburg ihren türkischen Ehemann und den gemeinsamen Sohn verliert. Wenig später wird ein Neo-Nazi-Paar verhaftet und angeklagt. In der Hauptrolle brilliert die in Niedersachsen geborene Diane Kruger. Für den Hollywoodstar war es die erste Kinorolle auf Deutsch. Zuletzt hatte 2010 das Schwarz-Weiß-Drama "Das weiße Band" des österreichischen Regisseurs Michael Haneke den Auslands-Globe nach Deutschland geholt.

Der Film wurde nach seiner Uraufführung von den deutschen Feuilletons eher zwiespältig aufgenommen. Vor allem warf man Akin vor, dem Thema die politische Brisanz genommen und eine "Hollywood-Strategie" gefahren zu sein. In einem Interview mit der taz im November 2017 antwortete der Regisseur auf die Frage, warum er eine "eine blonde, herkunftsdeutsche Frau und deren Verlust ins Zentrum der Geschichte rücke", obwohl es ja um rassistische Anschläge der NSU gehe folgendes: 

Der Frankenstein-Film von James Whale mit Boris Karloff in der Rolle des Monsters wurde in den 1930er Jahren zu einem großen finanziellen Erfolg für Universal. Das von Karloff verkörperte Monster wurde zu einer Ikone der Populärkultur.

Um das Motiv der Rache eben nicht in eine kulturelle Ecke zu schieben. Wenn ich die Hauptrolle nicht mit Diane Krüger, sondern mit dir [Das Interview führte die Journalistin Fatma Aydemir] besetzt hätte, dann wäre die Reaktion des Publikums: Ja klar, die Kanaken sind eben so, die haben das im Blut. Dieses Vorurteil wollte ich nicht bedienen. Mir ging es eher darum, zu sagen: Rache ist so alt und so tief im Menschen verankert, sie ist Teil unserer Evolution. Das Bedürfnis nach Rache ist ja auch auf gewisse Weise die Grundlage der Justiz. Das hat nichts mit dem Nahen Osten zu tun, Rache ist nichts Ethnisches."

Der eigentliche große Gewinner bei den Globes war allerdings "Three Billboards Outside Ebbing, Missouri". Das Werk des Iren Martin McDonagh wurde nicht nur als bestes Drama ausgezeichnet, sondern gewann auch noch drei weitere Trophäen, darunter die für Frances McDormand als beste Hauptdarstellerin. Die 60-jährige US-Amerikanerin spielt in dem Independent-Film eine Mutter, die den Mord ihrer Tochter aufgeklärt haben will und gegen die inkompetente Polizei kämpft. "Three Billboards Outside Ebbing, Missouri", der am 25. Januar in den deutschen Kinos anlaufen wird, prangert dabei außerdem Polizeiwillkür und Rassismus an.

Auch sonst gab es an diesem Abend, wie nicht anders zu erwarten, einiges Politisches: Wichtiges Thema waren die Benachteiligung von Frauen sowie die Debatte um Missbrauch, die Hollywood seit Monaten beschäftigt. Als Zeichen der Solidarität mit der #MeToo-Bewegung kleideten sich die meisten Galagäste ganz in Schwarz; auf der Bühne forderten viele zum Kampf für die Gleichstellung von Frauen auf.  

Bei den Globes werden traditionell auch Preise in der Kategorie Beste Komödie/Musical verliehen. Dort gewann die Tragikomödie "Lady Bird" von Regisseurin Greta Gerwig den Hauptpreis; die 23-jährige Saoirse Ronan wurde dafür als beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet. Sie spielt in "Lady Bird" eine rebellische Schülerin, die ihrer kleinstädtischen Heimatstadt überdrüssig ist. In derselben Sparte gewann James Franco den Globe als bester Hauptdarsteller: für seine Leistung als exzentrischer Regisseur in der Tragikomödie "The Disaster Artist", bei der Franco auch Regie führte.

Der Preis für den besten Hauptdarsteller in einem Drama ging an den Briten Gary Oldman für "Churchill - Die dunkelste Stunde" über den ehemaligen britischen Premierminister Winston Churchill. Als bester Regisseur gewann der Mexikaner Guillermo del Toro für "Shape of Water - Das Flüstern des Wassers". Das Fantasymärchen war mit sieben Nominierungen der Favorit des Abends gewesen, erhielt dann aber "nur" noch den für die beste Filmmusik des Komponisten Alexandre Desplat.

Der russische Präsident Wladimir Putin gilt als ein Pferde- und Hundefreund und als ein Mann, der die Natur und das russische Landleben liebt.

Die Golden Globes gehören zu den höchsten Preisen in Hollywood. Sie gelten als wichtige Vorboten für die Oscars, die in diesem Jahr Anfang März verliehen werden. Der Regisseur Fatih Akin gilt als einer der erfolgreichsten Filmemacher Deutschlands. Schon sein Debüt "Kurz und schmerzlos" von 1998 wurde mit dem Adolf-Grimme-Preis ausgezeichnet. Es folgten die
stimmungsvollen Dramen "Im Juli" und "Solino", bevor er mit dem Drama "Gegen die Wand" über eine junge Türkin 2004 seinen internationalen Durchbruch feierte: Das Werk machte Hauptdarstellerin Sibel Kekilli über Nacht berühmt und gewann den Goldenen Bären als bester Film der Berlinale sowie zwei Europäische Filmpreise.

Akin wurde am 25. August 1973 als Kind türkischer Einwanderer in Hamburg geboren. Auch seine Filme spielen häufig in Hamburg - und greifen immer wieder das Leben zwischen verschiedenen Kulturen auf. Dazu gehören auch die Komödie "Soul Kitchen" mit Adam Bousdoukos und Moritz Bleibtreu sowie das Drama "Auf der anderen Seite". Kritische Aspekte scheut Akin, der auch als Produzent und Drehbuchautor arbeitet, ebenfalls nicht: Mit "The Cut" griff er das Massaker an Armeniern im Osmanischen Reich auf und prangerte mit der Doku "Müll im Garten Eden" die Müllverschmutzung in der türkischen Heimatregion seiner Eltern an. Der Golden Globe für das NSU-Drama "Aus dem Nichts" ist Akins erster Globe. Er lebt mit seiner Frau und den gemeinsamen zwei Kindern in Hamburg.

(rt deutsch/dpa)

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