Internationaler Darwin-Award 2017: Deutscher Automaten-Bomber auf dem ersten Platz

Internationaler Darwin-Award 2017: Deutscher Automaten-Bomber auf dem ersten Platz
Unbefugter Umgang mit Waffen und Sprengmitteln - dies ist häufig die Ursache, wenn sich Männer durch Fahrlässigkeit selbst zu Tode bringen. Damit stehen in diesem Jahr zwei "klassische Kandidaten" auf der Liste für den Darwin-Award.

Auch im Jahr 2017 ereigneten sich wieder zahlreiche kuriose Unfälle mit tödlichem Ausgang. Eine besondere Kategorie stellen dabei Vorfälle dar, bei denen Menschen durch eigenes Verschulden umkommen, etwa weil sie nicht alle möglichen Konsequenzen des eigenen Handelns rechtzeitig abgewogen haben. Seit nunmehr 23 Jahren sammelt eine anonyme Jury derartige Geschehnisse aus aller Welt, um sie im Internet zur Abstimmung zu stellen. Die Teilnehmer sollen sich für den originellsten Todesfall entscheiden.

Eine zentrale Bedingung besteht darin, dass bei dem fahrlässigen Handeln keine Unbeteiligten zu Schaden kommen dürfen. Die Opfer müssen sich durch eigenes, absichtliches aber unüberlegtes Verhalten selbst zu Tode gebracht haben. Der zynische Preis trägt den Titel Darwin-Award und ist damit nach dem bekanntesten Begründer der Evolutionstheorie benannt. Laut Juroren sollten damit Menschen gewürdigt werden, die den "Gen-Pool der Menschheit von der eigenen Dummheit bereinigt" haben.

Zeitpunkt der Explosion nicht im Voraus zu bestimmen

Lange Jahre erfreute sich der Preis weltweit hoher Beliebtheit. In diesem Jahr stimmten bisher allerdings nur wenige tausend Teilnehmer ab. Erstmals gelangte dabei jedoch ein Vorfall aus Deutschland auf den ersten Platz. Im März versuchte ein 31-jähriger Mann einen Fahrkartenautomaten der Deutschen Bahn zu sprengen, indem er eine Gasmischung in den Automaten leitete. Die Explosion auf dem Bahnhof Dortmund-Scharnhorst riss die Abdeckklappe vom Automaten. Da der Täter in diesem Moment offensichtlich noch vor dem Gerät stand, verletzte ihn die Frontabdeckung des Automaten tödlich.

Anschließend ließ es sich das Landeskriminalamt in Düsseldorf nicht nehmen, noch einmal ausdrücklich auf den offensichtlichen Umstand hinzuweisen, dass bei einer Gaseinleitung in ein aktives Elektrogerät der Zeitpunkt der Explosion nicht zu bestimmen ist. "Der tödliche Fall in Dortmund hat gezeigt, wie gefährlich Sprengungen sind", so LKA-Sprecher Frank Scheulen. Der Zündzeitpunkt könne von Kriminellen nicht exakt vorherbestimmt werden. Auch Passanten seien deshalb gefährdet.

Die Jury stellte den Vorfall unter dem Titel "One Way Ticket" zur Abstimmung und erklärte, dass bereits "einfache Sicherheitsmaßnahmen" wie eine Lederjacke und einen Motorradhelm zu tragen, ausgereicht hätten, das unerfreuliche Ergebnis für "Mr. One Way Ticket" zu vermeiden:

Das Sprengen eines Fahrkartenautomaten am Bahnhof sollte ihm ein Ticket für das gute Leben verschaffen, aber stattdessen besorgte sich der 31-Jährige eine Fahrt in die entgegengesetzte Richtung.

Schuss aus Waffe im Hosenbund gelöst

Der bisher zweitplatzierte Vorfall stammt aus der Kategorie "Living Darwin Award". Sie ist für besondere Fälle reserviert, in denen der Preisträger zwar seine törichte Handlung überlebt, aber nicht mehr fähig ist, sich fortzupflanzen. Prämiert wird in diesem Jahr voraussichtlich ein Fall aus Argentinien, der sich bereits vor zwei Jahren zugetragen hatte, aber durch einen späten Gerichtsprozess erst im April an die Öffentlichkeit gelangte.

Der zuständige Richter sprach von "Göttlicher Bestrafung" und entschied, einen Mann nicht zu verurteilen, der sich selbst mit einer illegalen Waffe in die Hoden geschossen hatte. Presseberichten zufolge hatte sich der Schuss gelöst, als der Angeklagte einen nicht registrierten Colt Kaliber 45 in seinem Hosenbund trug. Weil der Mann durch den Vorfall bereits seine "Familienjuwelen" und anschließend seinen Job als Wachmann verloren hatte, blieb ihm eine Gefängnisstrafe erspart. 

Die argentinische Presse, namentlich die beiden großen Tageszeitungen, Clarín und La Nacion, hatten zwar ausführlich über den Fall berichtet, aber den Namen des "Living Darwin Award"-Prämierten nicht genannt. Sie nahmen auf diese Weise darauf Rücksicht, dass Arbeitsplätze in Argentinien schwer zu finden sind und der Mann die illegale Waffe als Teil seines Sicherheitsjobs mit sich führte. Die Jury versicherte, dass der Vorfall zwar am 1. April vermeldet wurde, aber tatsächlich einer Überprüfung standhielt. 

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