Babynahrung aus Reis mit Arsen belastet

Babynahrung aus Reis mit Arsen belastet
Durch das Grundwasser nimmt Reis besonders viel Arsen auf.
Foodwatch hat Hersteller von Baby-Reisprodukten aufgefordert, die Arsen-Belastung in ihren Lebensmitteln zu minimieren. Die Verbraucherschützer hatten Reisflocken und -waffeln verschiedener Produzenten untersucht und in allen Proben den krebserregenden Stoff festgestellt.

Die Organisation Foodwatch hat 18 Reisprodukte für Babys von Alnatura, Bebivita, dm, Hipp, Holle, Rossmann und Sunval getestet. Es handelt sich um fünf Reisflocken-Artikel zur Zubereitung von Säuglingsbrei und 13 Reiswaffeln, die für Babys ab dem achten Monat vermarktet werden. In allen untersuchten Proben fand sich anorganisches Arsen.

Einige Produkte waren deutlich stärker belastet als andere: So enthielt eine Probe des "Bio-Babybrei Reisflocken" des Herstellers Holle fast viermal so viel des krebserregenden Stoffes wie der "Sun Baby Bio Reisbrei" von Sunval. Die "Hipp Apfel Reiswaffeln" waren fast dreimal so stark belastet wie die "Reiswaffeln Apfel-Mango" der Hipp-Tochterfirma Bebivita.

Zwar lässt sich bei dieser Getreidepflanze eine Arsenbelastung nicht gänzlich vermeiden, die deutlichen Unterschiede zeigen jedoch laut Foodwatch: Die Hersteller haben es in der Hand, die Menge zu minimieren.

Eine Aktion für die ganze Familie: Die Weihnachtstrucks von Coca-Cola besuchten am 6. Dezember 2017 auch die polnische Stadt Gdansk.

"Babys und Kleinkinder müssen vor krebserregenden Stoffen wie anorganischem Arsen bestmöglich geschützt werden. Die Hersteller von Babynahrung sind in der Verantwortung, die Belastung mit Arsen auf ein unvermeidbares Minimum zu reduzieren. Es ist inakzeptabel, dass einige Produkte drei- bis viermal so viel Arsen enthalten wie andere," so Johannes Heeg von der Verbraucherschutzorganisation.

Eltern sollten Babys nur gelegentlich mit Reisprodukten füttern

Laut Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) gibt es für anorganisches Arsen keine sicheren Aufnahmemengen. Der Stoff ist krebserregend. Eine chronische Aufnahme kann zu Hautveränderungen und Nervenschäden führen. Da Arsen sich in Reis nicht vollständig vermeiden lässt, vertritt das Institut die Auffassung, dass die Hersteller die Belastung so niedrig wie möglich halten sollen. Eltern empfiehlt das BfR, Lebensmittel aus Reis wie Waffeln oder Brei nur in Maßen zu füttern und mit reisfreien Produkten abzuwechseln. Foodwatch forderte zudem die Hersteller auf, auf der Verpackung über die Verzehrempfehlung des BfR zu informieren.

Die Europäische Union schreibt Grenzwerte für anorganisches Arsen in Reis und bestimmten Reisprodukten vor. Wenn diese Getreidesorte als Zutat für Babynahrung verwendet wird, darf sie maximal 0,1 Milligramm anorganisches Arsen pro Kilogramm enthalten. Die von Foodwatch untersuchten Produkte seien zum Teil höher belastet gewesen.

Reisprodukte in Großbritannien enthalten weniger Arsen

Professor Andrew Meharg vom Institut für Globale Lebensmittelsicherheit an der Queen‘s Universität Belfast hat den Test im Auftrag der Verbraucherschutzorganisation durchgeführt. Die untersuchten Proben der Reisflocken und Reiswaffeln enthielten pro Kilogramm zwischen 0,028 und 0,111 Milligramm anorganisches Arsen. Damit lagen sie im Durchschnitt deutlich über den Gehalten, die bei einer aktuellen Analyse von Baby-Reisprodukten aus Großbritannien gemessen wurden: "Baby-Lebensmittel aus Reis stellen in Deutschland eine unnötige Gesundheitsgefahr dar", kritisierte Professor Andrew Meharg.

Niedrige Werte sind machbar: Auf dem britischen Markt weisen Baby-Reisprodukte nur sehr geringe Belastungen mit Arsen auf. Es gibt keinen Grund, warum deutsche Hersteller nicht in der Lage sein sollten, ebenso niedrige Werte zu erreichen."

Arsen ist von Natur aus in der Erdkruste vorhanden. Über das Grundwasser kann es ins Trinkwasser gelangen und von Pflanzen aufgenommen werden. Reis nimmt besonders viel von diesem krebserregenden Stoff auf.

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