Ein neuer Russe in der Stadt: Eisbären-Baby im Tierpark Berlin geboren

Ein neuer Russe in der Stadt: Eisbären-Baby im Tierpark Berlin geboren
Eisbären-Dame Tonja bringt in Berlin Nachwuchs zur Welt. Wird es ein neuer Knut?
Verspätete Nikolaus-Überraschung im Tierpark Berlin: Eisbärin Tonja hat am 7. Dezember Nachwuchs zur Welt gebracht. Nun heißt es, Daumen drücken, denn die Jungtiersterblichkeit bei Eisbären liegt bei etwa 50 Prozent. Bisher wurden acht Jungtiere von vier unterschiedlichen Müttern geboren.

Gleich zu Dienstbeginn gegen acht Uhr entdeckte Detlef Balkow, Pfleger im Eisbärenrevier, auf dem Überwachungsmonitor eine verspätete Nikolaus-Überraschung: Neben Mutter Tonja liegt in der Wurfbox, in die sie sich vor knapp zwei Monaten zurückgezogen hatte, ein meerschweinchen-großes Bündel (rund 30 Zentimeter). Nach dem leider verstorbenen Eisbär-Nachwuchs Fritz ist dies das zweite gemeinsame Jungtier von der achtjährigen Tonja und dem sechsjährigen Wolodja. Schon Ende des vergangenen Jahres hatte Tonja Zwillinge zur Welt gebracht. Beide überlebten leider nicht. Während ein Jungtier nur ein paar Tage alt wurde, lebte Eisbär Fritz drei Monate. Er starb an akutem Organversagen.

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„Wir freuen uns sehr. Doch wie auch im letzten Jahr heißt es jetzt erst einmal, Daumen drücken“, berichtet Zoo- und Tierparkdirektor Dr. Andreas Knieriem und erklärt: „Die Jungtiersterblichkeit bei Eisbären liegt bei etwa 50 Prozent. In den ersten zehn Tagen ist die Wahrscheinlichkeit, dass das Jungtier nicht überlebt, besonders hoch.“ 

Wie der Tierpark bekannt gab, entdeckten die Pfleger bei einer späteren Durchsicht der Kamera-Aufzeichnungen, dass Tonja in der Nacht zunächst zwei Jungtiere zur Welt gebracht hatte. Das erste der beiden wurde tot geboren und war kurz darauf nicht mehr zu sehen.

In den nächsten Tagen wird sich niemand der Wurfbox nähern, da absolute Ruhe für Mutter und Nachwuchs für den Erfolg der Aufzucht ein entscheidender Faktor ist. Tonja hatte sich – ihren natürlichen Mutterinstinkt folgend – bis zum Herbst ausreichend Fettreserven zugelegt, von denen sie nun zehren kann. Beide sind aktuell für die Tierparkgäste nicht zu sehen. Wie auch in der Natur verlassen die Mütter mit ihren Jungtieren erst im Frühjahr die Wurfhöhle.

Sowohl Tonja als auch Wolodja stammen aus dem Moskauer Zoo.