Italien: Jesus als Migrant im Schlauchboot – Bischof kritisiert unkonventionelle Krippe

Italien: Jesus als Migrant im Schlauchboot – Bischof kritisiert unkonventionelle Krippe
Als Begründer der figürlichen Darstellung des Weihnachtsgeschehens gilt Franz von Assisi. In 1223 stellte er in Greccio mit lebenden Tieren und Menschen das Weihnachtsgeschehen nach.
In der italienischen Stadt Castenaso hat eine unkonventionelle Krippenszene, in der die Jungfrau Maria und das Jesuskind als Migranten in einem Schlauchboot dargestellt werden, bei einem örtlichen Bischof Empörung ausgelöst.

Die Krippe wurde vom Bürgermeister der Stadt, Stefano Sermenghi, entworfen, der mit der Installation auf der Piazza Zapelloni den Gefahren der Migranten, die versuchen, mit Schlauchbooten und anderen kleinen Booten über das Mittelmeer nach Europa zu gelangen, seine Ehrerbietung erweisen wollte.

Ein Bild der umstrittenen Krippe wird außerdem auf den Weihnachtsgrußkarten der Stadt verwendet. Die Geste provozierte den Zorn des Ortsbischofs Ernesto Vecchi, der erklärte, dass sie die traditionelle Installation der Krippenszene verletze.

Weltorganisation für Migration: Europas Mittelmeergrenze die gefährlichste der Welt

"Der zentrale Kern einer Krippenszene verlangt danach, dass ein Kind in Windeln in eine Krippe gelegt wird, und das muss respektiert werden", sagte Monsignore Vecchi der Lokalzeitung Il Resto del Carlino.

Der wichtigste Teil der Krippe kann nicht durch ein Boot dargestellt werden. Ich beschwere mich nicht darüber, dass es in der Darstellung enthalten ist, aber es sollte in einem anderen Teil platziert werden und nicht das Jesuskind und die Madonna beinhalten".

Der Bürgermeister ließ sich von der kritischen Reaktion nicht beeinflussen und erklärte, dass es wichtig sei, Migranten willkommen zu heißen. "In Italien öffnen viele ihre Münder, aber niemand macht dann etwas Konkretes für eine positive Aufnahme der Ankommenden".

Die neusten Zahlen der Internationalen Organisation für Migration zeigen, dass in diesem Jahr 117.120 Menschen das Mittelmeer überquert haben und in Italien gelandet sind. Über 2.800 Menschen sollen bei dem Versuch, das Mittelmeer zu überqueren, gestorben sein.