Hundsgemein: Tierschützer stehlen Welpen eines Obdachlosen in Paris [mit Video]

Hundsgemein: Tierschützer stehlen Welpen eines Obdachlosen in Paris [mit Video]
Die brutale Aktion wurde in einem Video festgehalten.
Das radikale Gutmenschentum schlägt wieder zu: Tierrechtsaktivisten in Paris stahlen den kleinen Hund eines Obdachlosen aus der Roma-Gemeinde und wollten ihn für 175 Euro verkaufen. Nun müssen sie den Welpen wieder zurückgeben.

"Der Weg zur Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert", sagt der Volksmund. Das gilt vermutlich auch für die französischen Tierrechts-Aktivisten von "Cause Animale Nord", einer Tierrechtsgruppe mit Sitz im nordfranzösischen Lille. Die Aktivisten hatten im September einem Obdachlosen einen Welpen gestohlen. Am hellichten Tag, vor den Augen von fassungslosen Passanten auf einer Straße in der Nähe von Châtelet, im Zentrum von Paris.

Augenzeugen filmten den Vorgang und posteten diesen später auf Facebook. Der Clip wurde mehr als 1,7 Millionen Mal angesehen. Und wie es heutzutage so üblich ist, bildete sich flugs eine Petition auf der Website Change.org, die eine Untersuchung des Vorfalls forderte. Kritiker warfen den Tierrechts-Aktivisten "extreme Gewalt" vor. Die Petition kam sehr schnell auf knapp 240.000 Unterschriften.

Am 25. September leitete die Polizei eine Untersuchung ein und vernahm einen Mann. Die Aktivisten von Cause Animale Nord hatten den obdachlosen Rom beschuldigt, den Hund "unter Drogen gesetzt" zu haben, damit dieser nicht wegläuft.

Tierrechtler: "Hund unter Drogen und zum Betteln benützt"

"Wir haben eingegriffen, weil es eine dringliche Situation für das Tier war", posteten die Aktivisten auf Facebook zur Rechtfertigung ihres rabiaten Eingreifens. Der Welpe habe wie benommen gewirkt, hätte erweiterte Pupillen gehabt und sei umhergetaumelt. Und weiter:

Wir nahmen [den Hund] einem Rom weg, der ihn zum Betteln benutzte. Die Polizei tut nichts, wir handeln.

Im Anschluss an die Aktion hat die Gruppe den kleinen Hund für 175 Euro zur Adoption freigegeben. Das führte zu vehementer Kritik in den sozialen Netzwerken. Laut der französischen Polizei gestand der Vorsitzende von Cause Animale Nord am Donnerstagnachmittag den Diebstahl des Tieres und gab auch zu, den Welpen in einer Pflegefamilie südlich von Lille untergebracht zu haben.

Er wandte sich jedoch gegen jegliche Gewalt und behauptete, er habe für das Wohlergehen des Tieres gehandelt, nachdem ihn eine sehr hartnäckige Frau auf das Problem aufmerksam gemacht hatte", so die Polizeiquellen.

Militante Tierrechtler auch in Deutschland

Der Tierrechtler wurde erst freigelassen, nachdem er versprochen hatte, den Welpen an seinen ursprünglichen Besitzer zurückzugeben. Auch in Deutschland kommt es immer wieder zu Vorwürfen gegen militante Tierschützer. Hierzulande sollen es inzwischen 500 bis 1.000 Radikale sein, die Angriffe auf Zoodirektoren, Jäger, Metzger, Pelzhändler und Manager von Pharmakonzernen organisieren.

Ein Viertel der gewalttätigen Attacken findet in Niedersachsen statt, wo in Deutschland jedes zweite Huhn und jedes zweite Schwein in Deutschland gemästet wird, und wo zwei der größten deutschen Schlachthöfe stehen.