Neue Erkenntnisse über 1978 gefundenen fossilen Schädel: Stammt der Mensch doch nicht aus Afrika?

Neue Erkenntnisse über 1978 gefundenen fossilen Schädel: Stammt der Mensch doch nicht aus Afrika?
Als Dali-Mensch (oder auch Dali-Schädel) wird ein 1978 im Kreis Dali der bezirksfreien Stadt Weinan (chinesische Provinz Shaanxi) entdeckter, gut erhaltener fossiler Schädel eines männlichen Jugendlichen bezeichnet.
Der Anfang des modernen Menschen könnte eine weitaus komplexere, multiplere Sache sein, als es die Forschung bisher angenommen hat. Neue Erkenntnisse über den sogenannten „Dali-Schädel“, der 1978 in China gefunden wurde, könnten die Evolutionstheorie umschreiben.

Ein schon 1978 in China gefundener Schädel könnte unser gesamtes Verständnis der menschlichen Evolution verändern. Das ist die Ansicht von Wissenschaftlern, die den bedeutenden, uralten Schädel noch einmal untersucht haben. Laut den Wissenschaftlern müssen die bestehenden Theorien über den Ursprung der Menschheit umgeschrieben werden.

Die meisten Anthropologen glauben, dass unsere Spezies vor etwa 200.000 Jahren in Afrika entstanden ist - und dass eine Gruppe etwa 80.000 Vorfahren des Menschen Jahre später den Kontinent verließen und sich auf der ganzen damaligen Welt zu verbreiteten. Doch offenbar kommen die Wissenschaftler nach der Untersuchung des Schädels zu einer anderen Annahme: Wichtige Merkmale, die den Menschen zu einem Menschen machen, könnten sich vielmehr in Ostasien entwickelt haben.

(Symbolbild). Viele Tiere dienen in Form von Wirten oder Zwischenwirten als Überträger von Krankheiten. Bekannte Überträgertiere sind etwa Ratten, Milben oder Tierläuse für die Pest.

Es ist durchaus möglich, dass es danach eine intensive Vermischung gegeben hat, als die frühen Menschen aus Asien nach Afrika zogen. Wenn die Forscher Recht haben, könnte das bedeuten, dass der moderne Mensch aus der DNA von Vorfahren aus Asien und Afrika besteht.

Die Idee, dass der Mensch aus Asien stammt, wurde von den meisten Wissenschaftlern seit Jahrzehnten weithin verworfen. Man unterstellte dieser Theorie sogar, dass sie nur versuche, die Rolle Chinas in der Welt herauszustreichen. Aber wenn die neuen Erkenntnisse zutreffen, könnten sie die „Asien-These“ wieder zum Leben erwecken.

Der Schädel, auch bekannt unter der Bezeichnung „Dali-Schädel“, wurde schon vor 40 Jahren in China gefunden. Offenbar handelt es sich dabei um ein Mitglied unserer Vorfahren, den Homo erectus. Der Schädel ist erstaunlich intakt. Die Wissenschaftler sind immer noch in der Lage, Gesicht und Gehirn zu sehen, obwohl der Schädel auf ein Alter von rund 260.000 Jahren datiert wird.

Er hat eine frappierende Ähnlichkeit mit dem modernen Homo sapiens. Und die neuen Forschungen deuten darauf hin, dass er mit den in Marokko gefundenen Exemplaren weit mehr gemein hat, als erwartet wurde. Man könne nicht mehr davon ausgehen, dass sich der Mensch ausschließlich in Afrika entwickelt und dann den Kontinent verlassen habe, sagten der Forscher Xinzhi Wu von der Chinesischen Akademie der Wissenschaften und Sheela Athreya von der Texas A&M University gegenüber der Zeitschrift „New Scientist“.

Die Ähnlichkeiten deuten darauf hin, dass der frühneuzeitliche Mensch nicht an einem Ort isoliert gewesen ist, da sich seine Eigenschaften weltweit weiterentwickelt haben, fügten die Wissenschaftler hinzu. Stattdessen soll es zu bestimmten Zeiten einen wichtigen genetischen Fluss zwischen den frühen Menschen in Afrika und anderen an Orten wie China gegeben haben, schreiben die Wissenschaftler in einem kürzlich erschienenen Aufsatz. Das habe dazu geführt, dass zu verschiedenen Zeiten Beiträge in unterschiedlichen Kapazitäten in verschiedenen Regionen geleistet wurden.

Die Wissenschaftler hoffen nun, noch detailliertere Vergleiche des Dali-Schädels, mit denen in Marokko anstellen zu können, um zu verstehen, wie das in China gefundene Exemplar ähnlich und anders als andere Beispiele früher Menschen ist.