Mondlandung 1972: Neue Nahrung für Verschwörungstheoretiker

Mondlandung 1972: Neue Nahrung für Verschwörungstheoretiker
Ein UFO-Verschwörungstheoretiker hat angebliche Beweise dafür aufgedeckt, dass die Mondlandungen gefälscht waren. Die präsentierten Ergebnisse dieser "Detektivarbeit" blieben jedoch nicht von Kritik verschont.

"Zeigt die Visierreflexion eines Astronauten einen Bühnenarbeiter auf dem Apollo-Mond?", fragt Streetcap1, der seine kürzliche Entdeckung auf YouTube teilte.

Das Foto stammt von der Mission Apollo 17, die Ende 1972 stattfand. Die Astronauten Eugene Cernan und Harrison Schmitt verbrachten etwa 22 Stunden lang damit, die Oberfläche des Mondes zu erforschen und blieben bisher die letzten Menschen, die den natürlichen Satelliten unseres Planeten besuchten.

Seit die Astronauten Neil Armstrong und Buzz Aldrin 1969 den Mond betraten, sind die Mondlandungen zu einer Quelle der Skepsis für Verschwörungstheoretiker geworden, die ihr eigenes Verständnis dessen entwickelt haben, wie es zu den Aufnahmen der Mondlandung gekommen sei.

Laut Streetcap1, der mit Hilfe seiner "Software" ein Zoom-Abbild eines NASA-Fotos erstellte, scheint die Visierreflexion des Astronauten einen auf dem Mond stehenden Mann zu zeigen, der "keinen Raumanzug trägt".

"Es sieht nach einem Mann aus den frühen siebziger Jahren aus, der lange Haare trug", meint der YouTuber. "Er trägt eine Art, ich weiß nicht, Weste [...] (mit) einem Bein, mit einem Schuh dort und einem anderen Bein sowie einem Schatten der Figur", setzt er fort.

Streetcap1 versichert, dass er nicht zu den Menschen gehört hat, die nicht an die Mondlandung glauben, bis er auf das verdächtige Bild stieß. "Ich glaube, wir haben es bis zum Mond geschafft, aber das lässt mich nun nachdenklich werden, denn wo ist der Raumanzug dieses Typen?"

Das Video von Streetcap1 teilte die Meinungen seiner Zuschauer in zwei Lager: Die, die überrascht waren, und die, deren Misstrauen zu diesem Thema zunahm.

"Ziemlich welterschütternd für einen, der an die Landung glaubt", heißt es in einem Kommentator.

"Ich stimme für einen Astronauten [...] der Schatten auf dem Boden sieht mehr nach dem Schatten eines Astronauten in einem voluminösen Anzug aus", schrieb ein anderer YouTuber.

Andere Fotografien aus der Apollo-17-Mission lassen jedoch vermuten, dass der "Bühnenarbeiter" in der Helmreflexion wahrscheinlich der andere Astronaut ist.

Ein Bild von der NASA-Webseite zeigt den Astronauten Cernan auf dem Mond. Auf der Spiegelung seines Helms ist ein anderer Astronaut deutlich zu erkennen.

Während Cernan und Schmitt innerhalb von drei Tagen drei Mondwanderungen durchführten, blieb der Pilot Ronald E. Evans während dieser Zeit im Kommandoservicemodul der Raumkapsel und umkreiste in dieser Zeit den Mond.

Betrachtet man das historische Online-Archiv der NASA-Webseite, der Tausende von Bildern der Mission sowie das dazugehörige Transkript des auf dem Mond aufgenommenen Filmmaterials enthält, so ist der abgebildete Astronaut, über den Streetcap1 spekuliert, wahrscheinlich Schmitt.

Ein anderes Bild von der NASA-Seite zeigt Schmitt neben dem großen Felsbrocken, der im verdächtigten Zoom-Bild zu sehen ist. Es wurde von Cernan geschossen. Hätte sich Schmitt zu Cernan gewandt, wäre er in einer idealen Position gewesen, um Cernans Reflexion in seinem Helm einzufangen.

Die eingesetzten Kameras der Mission

Die Mission Apollo 17 zielte darauf ab, präzise Bilder für die Kartierung und Untersuchung der Mondoberfläche aufzunehmen. Auf der Mondoberfläche wurden mehrere Kameras eingesetzt, was bedeutet, dass es viele verschiedene Aufnahmegeräte gab, die den Astronauten mit der Helmreflexion hätten einfangen können.

Die Astronauten hatten drei batteriebetriebene 70-Millimeter-Hasselblad-Kameras, die an den Astronautenkostümen in der Brustgegend befestigt waren, berichtet das Lunar Planetary Institute (LPI). Sie trugen außerdem eine 16-Millimeter-Maurer-Datenerfassungskamera bei sich, die entweder in der Hand gehalten oder an der Mondlandefähre montiert werden konnte.

Außerdem wurde eine Mondflächen-Fernsehkamera verwendet und von drei Positionen aus bedient. "Die Kamera konnte von den Astronauten ausgerichtet und gesteuert oder vom Personal in der Missionszentrale ferngesteuert werden", so LPI.

Die NASA selbst geht nicht auf Diskussionen ein, die mit Verschwörungstheorien bezüglich der Mondlandung verbunden sind, betonte jedoch in der Vergangenheit, auf dem Mond gewesen zu sein.