Waleri Rosows Sprung in die Ewigkeit: RT gedenkt des im Himalaya verunglückten Basejumping-Pioniers

Waleri Rosows Sprung in die Ewigkeit: RT gedenkt des im Himalaya verunglückten Basejumping-Pioniers
Waleri Rosows Sprung in die Ewigkeit: RT gedenkt des im Himalaya verunglückten Basejumping-Pioniers
Am 11. November ist der russische Basejumper Waleri Rosow in der Himalaya-Region bei einem missglückten Sprung ums Leben gekommen. Das Lebensziel des 52-Jährigen war es, mit seinem Fallschirm von den jeweils höchsten Bergen aller sieben Kontinente zu springen.

Seinen allerletzten Sprung führte Rosow vom 6.812 Meter hohen Berg Ama Dablam in Nepal aus.

Basejumping gilt als die gefährlichste Fallschirmsportart. Dabei stürzen sich die Extremsportler von Häusern, Brücken oder Klippen zunächst ungeschützt in die Tiefe, bevor sie die Reißleine ziehen. Manche Basejumper führen ihre Sprünge in einem speziellen Flügelanzug – Wingsuit – aus.

Einer der Vorreiter der gefährlichen Disziplin war der Russe Waleri Rosow. Der am 26. Dezember 1964 in Nischni Nowgorod geborene Sportler wurde zweimal zum Weltmeister im Fallschirmspringen. Darüber hinaus war er Russland-Meister im Alpinismus. Seit Ende der 2000er Jahre überraschte der Extremsportler immer wieder seine Kollegen, aber auch einfache Menschen mit gewagtesten Sprüngen.

Weltrekord mit Sprung aus 7.700 Metern Höhe

Im Jahr 2009 sprang Rosow erstmals in der Geschichte in den Krater eines aktiven Vulkans ab. Im selben Jahr führte der Russe einen Sprung vom 4.650 Metern hohen Elbrus aus. Im Jahr 2010 erklomm der Basejumper das Matterhorn in der Ostantarktis, um anschließend aus 2.650 Metern Höhe hinabzuspringen. Fünf Jahre später folgte der Sprung vom höchsten Berg Afrikas – dem Kilimandscharo. Ebenfalls 2015 stellte Waleri Rosow mit seinem Sprung aus 7.700 Metern Höhe vom Cho Oyu einen Weltrekord auf. Im Jahr 2017 wurde er zudem zum weltweit ersten Basejumper, der einen Sprung vom höchsten Berg Perus - dem Nevado Huascarán - wagte.

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Der Tod des russischen Basejumpers Waleri Rosow in Nepal ist ein großer Verlust für die gesamte weltweite Fallschirmspringer-Community, erklärte der Cheftrainer der russischen Fallschirmspringerauswahl, Wadim Nijasow, in einem Kommentar für die Nachrichtenagentur R-Sport.

Mitte der 1990er und Anfang der 2000er Jahre war Rosow einer der Spitzenreiter der russischen Fallschirmspringerauswahl. Waleri war unter den Ersten, die unsere Sportart voranbrachten. Er drehte auch Filme darüber. Er war außerdem ein sehr bekannter Alpinist. Wir waren immer stolz auf seine Erfolge. Ein paar Jahre lang war er Cheftrainer unserer Mannschaft im künstlerischen Fallschirmspringen, um sich dann später vollständig Extremsport-Projekten zu widmen. Rosow war der erste, der nach der Besteigung höchster Berge und Objekte Sprünge ausführte. Dieser Mensch war eines der Sinnbilder des russischen Fallschirmsports", bemerkte Wadim Nijasow.

Windböe als Ursache für den tödlichen Unfall

Bei dem Rekordversuch im Himalaya dürfte der Basejumper infolge einer heftigen Windböe von seiner Route abgekommen und gegen den Berghang geprallt sein.

Wir erhalten Kondolenzen von bekannten ausländischen Fallschirmspringern, die ebenfalls im Zusammenhang mit diesem Verlust trauern. Sprünge aus einer Höhe von über 5.000 oder 6.000 Metern erfordern eine besondere Herangehensweise. Aber Rosow verfügte über eine enorme Erfahrung. Wir haben einen Spruch: Basejumping ist ein Einwegticket. Aber niemand konnte glauben, dass es Waleri zustoßen würde. Denn er kam immer wieder zurück. Niemand kam auf den Gedanken, dass ihm etwas passieren könnte. Er hatte eine sehr reiche Erfahrung. Er kalkulierte alle Risiken ein und agierte sehr kompetent", sagte Wadim Nijasow.

Der berühmte Sportler hinterließ eine Frau und drei Kinder. Er soll in Moskau bestattet werden.

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RT Deutsch interviewte Waleri Rosow im Herbst 2016 für eine Folge von "Einmal in Russland". Der Sportler sprach dort unter anderem über die Risiken und Gefahren des Basejumpings:

Extremsport unterscheidet sich vom gewöhnlichen Sport, weil es da eine objektive, von der Person unabhängige Komponente gibt – das Risiko für dein Leben. Das muss man verstehen und akzeptieren. Leider haben viele, besonders junge Leute, die in diesen Sport kommen, weder genug Lebens- noch Sporterfahrung, um das zu verstehen. Jeder glaubt, Unfälle können nur anderen passieren. Deswegen macht man bedauerliche Fehler. […] Leider ist das so. Im Basejumping ist der Anteil tödlicher Unfälle sehr hoch, der höchste unter den Extremsportarten. Das ist sehr schwer hinzunehmen. Im Prinzip sehe ich das gelassen. Aber wenn Menschen sterben, die man selber gekannt hat, dann tut das weh. Man kann dagegen aber nichts machen. Man muss einfach damit weiterleben", sagte Waleri Rosow gegenüber RT Deutsch.