Für reiche Ärsche: Die Luxus-Toilette für 100.000 US-Dollar

Für reiche Ärsche: Die Luxus-Toilette für 100.000 US-Dollar
Ob es auch eine diamantenbestückte Klobürste dazu gibt, konnte nicht geklärt werden.
Aus 24 Handtaschen der Edelmarke Louis Vuitton und viel Gold bastelte die US-amerikanische Künstlerin Illma Gore eine Toilette. Sie findet das lustig. Anderen geht es am Arsch vorbei. Aber schon Friedrich Nietzsche hatte da eine klare Meinung.

von Timo Kirez

Eine Luxustasche, die aussieht wie von Ikea. Eine Antifa-Jacke für über 300 US-Dollar. Und nun auch noch ein Luxuslokus. Wer kauft sich sowas – könnte man sich jetzt fragen. Aber die Antwort darauf ist schlicht und einfach: Wer es sich leisten kann. Da die Toilette zudem voll funktionstüchtig ist, verbietet sich auch der beliebte Spruch: Ist das Kunst, oder kann das weg?

Die Außenverkleidung dieser außerordentlichen Zivilisationsleistung aus der Rubrik „Dinge, die kein Mensch braucht“ besteht aus dem hochwertigen Leder von 24 Handtaschen der Marke Louis Vuitton. Der Rest ist aus Gold – was die Aufgabe, einen Artikel über dieses Thema zu schreiben, ohne sich Anleihen aus der Fäkalsprache zu bedienen, fast unmöglich macht.

Ob Kunst noch eine vitale Funktion in der Gesellschaft ausübt, beschäftigt Kritiker, Künstler und das Publikum gleichermaßen. Eine einfache Antwort darauf gibt es nicht. Das Bild zeigt ein

Bleiben wir also sachlich und geschmeidig wie vierlagiges Klopapier: Die Künstlerin Illma Gore aus Los Angeles hat die Toilette entworfen. "Das gesamte Kunstwerk war eine Herausforderung", sagt sie. "Das ist lustig, denn am Ende ist es doch nur eine Toilette." Wie wahr, möchte man da sagen. Es ist nur eine Toilette.

Natürlich könnte man jetzt moralisierend einwenden, dass weltweit immer noch rund 2,4 Milliarden Menschen nach wie vor keinen Zugang zu Sanitäreinrichtungen haben. Mit fatalen Folgen. Doch Kunst muss eben nicht immer etwas mit Moral zu tun haben. Und Luxus sowieso nicht.

Andererseits: Wenn aus Kunst Luxus wird, bleibt die Moral garantiert auf der Strecke. Und schon der alte Nietzsche wusste:

Der Hang zum Luxus geht in die Tiefe eines Menschen: Er verrät, daß das Überflüssige und Unmäßige das Wasser ist, in dem seine Seele am liebsten schwimmt."

Was in diesem Luxusobjekt mal schwimmen könnte, möchten wir dem geneigten Leser gerne ersparen. Selbst im Inneren der Toilette, also auch im Spülkasten, wurden einzelne Teile der hochwertigen Handtaschen verarbeitet. Das wirft natürlich Fragen der Hygiene auf, die wir an dieser Stelle aus pietätsgründen nicht weiter erörtern werden. Ausgestellt wird das Edelklo übrigens bei Tradesy, einem Designergeschäft in Los Angeles.

Man kann nur hoffen, dass das Ganze nicht in die Hose geht.