Ex-Dschihadisten-Braut: Rassismus in Großbritannien drängte mich in den IS

Ex-Dschihadisten-Braut: Rassismus in Großbritannien drängte mich in den IS
Tania Georgelas
Eine Britin, einst mit dem ranghöchsten US-Amerikaner im IS verheiratet, will durch angeblichen Rassismus in Großbritannien radikalisiert worden sein. Tania Georgelas sagte, ihre Teenager-Jahre in Harrow, Nordwest-London, hätten sie zur Dschihadistin gemacht.

Georgelas, eine 33 Jahre alte Frau von bangladeschischer Abstammung, erzählte in einem Interview mit der Zeitschrift The Atlantic, das am Freitag veröffentlicht wurde:

Wir hatten schlechte Nachbarn, die haben unsere Fenster eingeschlagen. Aber im Allgemeinen fühlte ich mich wie ein Außenseiter. [...] Ich suchte nach einem Weg, mich zu rächen, und ich wollte meine Ehre wiederherstellen.

Sie erklärte, der Wendepunkt sei für sie nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 erreicht gewesen.

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Ich war 17, sah, wie die Türme zerschmettert werden und ging am nächsten Tag zur Schule", sagte die ehemalige Dschihad-Braut.

Ich sagte zu meiner Freundin: 'Oh, ist es nicht schrecklich, was passiert ist?' und sie sah mich an und sagte: 'Ist es das wirklich?'

Von diesem Zeitpunkt an wurde ich zu einer Hardcore-Dschihadistin.

Es war während eines Protestes gegen den Irak-Krieg, als sie eine Gruppe Frauen traf, die Flugblätter verteilten, auf denen muslimische Dating-Websites beworben werden sollten.

Späterer Ehemann war Sohn eines US-Militärarztes

Auf diesem Wege lernte sie John Georgelas kennen, einen vom Christentum zum Islam konvertierten jüngeren Mann aus Texas, der Sohn des US-Militärarztes Colonel Timothy Georgelas und dessen Frau Martha war. Im Jahr 2004, ein Monat nach dem Kennenlernen, heirateten die beiden in England und flogen in die USA.

Als Tania mit ihrem vierten Kind schwanger war, bat ihr Mann sie, dem IS in Syrien beizutreten.

John wollte nach Syrien und ich sagte, ich sei nicht bereit, nicht solange die Kinder klein sind", erklärte sie.

Ich wollte, dass die Rebellen gewinnen, aber ich musste dafür nicht in Syrien sein.

Die heute 33-Jährige sagte, sie habe ihre Kinder zur Welt gebracht, damit diese "Gott als Muslime, als Mudschaheddin dienen könnten".

Nach wenigen Monaten aus Syrien geflüchtet

Sie fügte hinzu, dass ihre Kinder Soldaten des Kalifats werden sollten und dass sie das eigene Fleisch und Blut zu Attentätern ausbilden ließ und als Dschihadis eingekleidet habe.

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Nach nur wenigen Monaten in Syrien fand Georgelas die Zustände jedoch unerträglich und nachdem sie ihre Kinder in einem Buggy durch ein Minenfeld geschoben hatte, kehrte sie in die USA zurück. Sie ließ sich von ihrem Mann scheiden, den sie in Syrien zurückgelassen hatte.

Georgelas' Kinder werden nun von ihren Großeltern betreut, obwohl sie immer noch das Recht hat, sie zu sehen.

Sie erzählte, dass sie mit ihrem neuen Freund Craig, einem IT-Mitarbeiter, in die Unionistenkirche geht und dass ihr Ziel darin besteht, Entradikalisierungsprogramme für ehemalige Terroristen zu unterstützen.