Feministische Menstruationskunst in der Stockholmer U-Bahn sorgt für Empörung

Feministische Menstruationskunst in der Stockholmer U-Bahn sorgt für Empörung
Eine Reihe von schwarzweißen Wandmalereien von Frauen, die ihre Beine weit ausstrecken, um einen roten Fleck aus Menstruationsblut aufzuzeigen, die in der Stockholmer U-Bahn öffentlich ausgestellt sind, haben unter den Passagieren verschiedener Altersgruppen Zwiespalt gesät.

Die von der feministischen Cartoonistin Liv Stromquist bemalten Plakate mit weiblichen Eiskunstläuferinnen, die mit gehobenen Beinen laufen, dominieren die Bahnsteige des zentralen Bahnhofs Slussen. Die U-Bahnstation dient wie die meisten anderen in der schwedischen Hauptstadt als Ausstellungsraum für ständig wechselnde Kunstausstellungen.

Die Reaktionen, seitdem die Bilder Ende September in die Aufstellung aufgenommen wurden, sind unterschiedlich. Von städtischer Gleichgültigkeit, über touristisches Fotografieren, bis hin zu verärgerten Einträgen von Pendlern in den sozialen Medien, ist alles dabei.

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Ein Twitter-Nutzer schrieb, dass es "nicht genug ist, Perioden zu bekommen, jetzt muss man sie auch noch in der U-Bahn anstarren". Ein Anderer beschwerte sich darüber, dass die Plakate dazu führten, dass er gezwungen war, seinem vier Jahre altem Kind zu erklären, was Menstruation sei. Jemand bezeichnete die Bilder einfach nur als "ekelhaft".

Einige sprachen sich dagegen aus, einen öffentlichen Raum und ein gefangenes Publikum für solche kontroversen Bilder zu nutzen. In einem Meme kam es sogar zu einem Vergleich zwischen der stattlichen Würde von Stalins Moskauer Metro mit dem Stockholmer Tunnelbana, das täglich etwa eine Million Menschen befördert.

Stromquist, die selbst nicht in Stockholm lebt und die schon früher über ihre eigene Kindheitsscham vor der Menstruation gesprochen hat, weigert sich, sich mit den Einwänden zu beschäftigen.

"Diese Diskussion kommt immer dann, wenn ich meine Kunst ausstelle, weil es ein Tabu in der Gesellschaft ist und starke Emotionen hervorruft", sagte sie gegenüber dem nationalen Sender Sverige Radio. "Ich habe die Diskussion nicht kommentiert, und es steht mir nicht zu, über meine eigene Kunst zu urteilen. [...] Ich bin sehr aufgeregt darüber, dass sie einigen Menschen gefallen hat."

Das Komitee des Verkehrsbetriebes SL, das für die Plakate verantwortlich ist, hat erklärt, dass Stromquists Arbeit "den menschlichen Körper in all seinen Gestalten und Formen feiert" und nicht vor hat, sie vor dem geplanten Termin im August nächsten Jahres zu entfernen.