Erfreuliches mit Nebenwirkungen: Marihuana rettet zwar Leben, verändert aber das Gehirn

Erfreuliches mit Nebenwirkungen: Marihuana rettet zwar Leben, verändert aber das Gehirn
Eine neue Studie hat herausgefunden, dass die Legalisierung von Cannabis in Colorado mit einer statistisch "signifikanten Verringerung" der Opioid-bedingten Todesfälle verbunden ist. Eine andere Studie zeigte, dass ein langfristiger Konsum von Marihuana das Gehirn auf einem zellularen Niveau abändert.

Am Montag veröffentlichten Forscher der neurowissenschaftlichen Abteilung der Brigham Young University eine Studie in der Zeitschrift JNeurosci, die herausfand, dass langfristiger Cannabiskonsum die Zellenaktivität der Gamma-Aminobuttersäure (GABA) im ventralen Segmentalbereich (VTA) abschwächt, die den Forschern zufolge notwendig für das Belohnungsverhalten von Dopaminzellen ist, die für das Belohnungssystem unerlässlich sind.

In ihrer Studie injizierten Forscher heranwachsenden Mäusen Tetrahydrocannabinol (THC), die psychoaktive Komponente von Marihuana, und fanden heraus, dass das Medikament zelluläre Veränderungen im VTA der Tiere auslöst und sie von dem Medikament abhängig macht.

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Nach einer Woche täglicher Injektionen stellten Forscher fest, dass THC die Funktion der GABA-Neuronenzellen der Mäuse beeinträchtigte und es für sie schwieriger machte, das gleiche hohe Niveau zu erreichen, ohne größere Mengen an Marihuana zu verwenden.

Mäuse, die nur eine einzige Injektion erhielten, zeigten nicht die gleichen Veränderungen, was Forscher zu dem Schluss brachte, dass ein anhaltender Konsum von THC die Funktion des Gehirns im Laufe der Zeit beeinträchtigen kann.

"Marihuana-Gebrauch und Legalisierung ist für viele US-Staaten ein drängendes Thema. Obgleich Marihuana die am häufigsten missbrauchte illegale Droge ist, sind die Implikationen des legalisierten, weitverbreiteten oder anhaltenden Konsums [der Droge] spekulativ", schrieb einer der Forscher.

Washington D.C. und 29 weitere US-Staaten haben Marihuana in irgendeiner Form legalisiert. Kalifornien hat den Konsum der Pflanze für die Freizeitnutzung legalisiert, die Märkte sollen im Januar 2018 geöffnet werden.

Legales Marihuana und die Opioid-Krise

Laut einer neuen Studie, die online letzte Woche im amerikanischen Journal des öffentlichen Gesundheitswesens veröffentlicht wurde, hat die Legalisierung der Droge in Colorado zu einer sechs-prozentigen Verringerung der Opioid-bedingten Todesfälle geführt. Dies teilte das Forscher-Team mit, das aus Wissenschaftlern der University of North Texas School of Public Health, der University of Florida und der Emory University bestand, so die Washington Post.

Die Autoren der Studie erklären, dass der Rückgang bei den Opioid-bedingten Todesfällen auf eine "Umkehrung des Aufwärtstrends bei den Opioid-bedingten Todesfällen" zurückzuführen sei. Sie betonten jedoch, dass die Ergebnisse nur vorläufig seien, da sie bisher nur die Daten aus den zwei Jahren nach der Legalisierung von Freizeit-Marihuana im Jahr 2014 studiert haben.

Um die Zahl der Opioid-bedingten Todesfälle für jeden Monat im Zeitraum der Jahre von 2000 bis 2015 darzustellen, wurden Daten aus den weitreichenden Online-Daten für die epidemiologische Forschung der Zentren für Seuchenbekämpfung und Prävention (CDC) verwendet.

Vom Jahr 2000 bis Ende 2013, so die Studie, verzeichnete Colorado einen stetigen Anstieg der Zahl der Opioid-bedingten Todesfälle. Laut dem Bericht wurde diese Tendenz 2014 rückläufig, als Colorado Freizeit-Marihuana legalisierte.

Dieses ist die erste Studie, die sich mit der Wechselbeziehung zwischen Freizeit-Marihuana und Opioid-bedingtem Sterben befasst. Die Studie besagt, dass ihre Forschung "auf früheren Studien" über die "potenzielle Schutzwirkung der Legalisierung von medizinischem Cannabis auf Opioid-bedingte Todesfälle" beruht.

Forscher isolierten die Effekte des legalisierten Freizeit-Cannabis, indem sie Daten von Colorado und von Nevada verglichen, da beide US-Staaten medizinisches Marihuana zwar im gleichen Jahr legalisierten, Nevada aber den Konsum von Freizeit-Marihuana bis 2017 nicht legalisierte.

Laut dem CDC töteten Opioide im Jahr 2015 mehr als 33.000 Menschen. Die Hälfte dieser Todesfälle waren mit verschreibungspflichtigen Opioiden verbunden.

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Das CDC führt jedoch keine Statistiken über Todesfälle im Zusammenhang mit Marihuana. Es besagt jedoch, dass Cannabiskonsum zu Sucht führen und sich negativ auf die Gesundheit des Gehirns, der Lunge, des Herzens und der Psyche auswirken kann.

In ihrer Studie warnten die Forscher, dass, obwohl sie Gesundheitsvorteile durch die Verringerung der Zahl der Opioid-bedingten Todesfälle nennen, sie feststellten, dass "der vermehrte legalisierte Cannabiskonsum auch mit signifikanten potenziellen Schäden verbunden ist".

Damit Politiker die potenziellen positiven und schädlichen Auswirkungen dieser Gesetze ausgleichen können, müssen die Forscherinnen und Forscher weiterhin das gesamte Spektrum der gesundheitlichen Auswirkungen sowohl in der Klinik- als auch in der Bevölkerungsforschung untersuchen", so die Nachrichtenseite WXYZ.