Internationale Reuters-Studie zu frauenfreundlichen Städten: Moskau vor New York und Paris

Internationale Reuters-Studie zu frauenfreundlichen Städten: Moskau vor New York und Paris
Ein Mann passiert rote Schuhe, die im Rahmen einer Performance gegen Frauengewalt von Amnesty International aufgestellt wurden, Gijon, Spanien, 8. März 2016.
Kairo gilt laut einer internationalen Studie als die für Frauen gefährlichste Stadt, London schneidet am Besten ab. Die Studie untersuchte Städte mit mehr als zehn Millionen Einwohnern. Auch Moskau gilt als besonders sicher. Wissenschaftler begründen dies mit der sowjetischen Vergangenheit.

Die Thomson Reuters Stiftung untersuchte weltweit 19 Megastädte im Bezug auf das Leben für Frauen. Es ging darum, wie gut Frauen vor sexueller Gewalt und schädlichen kulturellen Praktiken bewahrt werden und ob sie Zugang zu guter Gesundheitsversorgung, Finanzen, eigenem Besitz und Bildung haben. 

Cobett von der Thomson Reuters Foundation: 

Möglichkeiten für Frauen, eine führende Rolle zu spielen, können nicht als Garant gewertet werden, aber es bedarf verlässlicher Daten, einer politischen Strategie und maßgebliche Handlungen von städtischen Oberhäuptern.  

Indische Kung-Fu Nonnen trainieren in Ladakh, Indien, 17. August 2017.

Kairo schnitt im internationalen Vergleich am schlechtesten ab. Hierfür machen Frauenrechtskämpferinnen in Ägypten veraltete Traditionen verantwortlich, die Frauen bis heute diskriminieren. London, Tokio, Paris und Moskau gelten als frauenfreundlich. Die britische Hauptstadt glänzt laut der Studie besonders durch wirtschaftliche Möglichkeiten für Frauen.

Omama Abou-Bakr, Mitbegründerin der Kampagnengruppe "Women and Memory Forum" zum miserablen Ergebnis für Kairo:

Wir bewegen uns noch heute innerhalb eines konservativen Landes und es ist sehr schwer, radikale Fortschritte im Bereich Frauen und Frauenrechte zu machen.

Shahira Amin, Frauenrechtsaktivistin:

Alles an der Stadt ist schwer für Frauen. Wir sehen, dass Frauen in allen Bereichen Schwierigkeiten haben. Es reicht ein simpler Spaziergang auf der Straße und sie sind Belästigungen verbaler oder sogar physischer Art ausgesetzt.

Die Kairoer Universität in Zusammenarbeit mit der Abteilung Gegen Frauengewalt gab eine "Belästigungskarte" im Internet heraus, auf welcher Frauen Übergriffe jeder Art melden können. Die Universität aus Kairo hat es sich zur Aufgabe gemacht, auch andere Bildungsstätten im Land zu informieren, wie sie Schritte gegen sexuelle Belästigung vornehmen können.  

Nach Kairo, nahmen auch das pakistanische Karachi, Kinshasa im Kongo und die indische Hauptstadt Neu Delhi die hinteren Plätze in der Studie ein. Die Gefahren für Frauen in Neu Delhi wurden durch den Fall einer Gruppenvergewaltigung im Jahr 2012 international bekannt, welche sich in einem öffentlichen Bus ereignete. Auf den Straßen protestierten die Menschen gegen die Gewalt, die den Frauen tagtäglich in der indischen Gesellschaft begegnet. Sexualverbrechen werden seither stärker bestraft. Aber im Jahr 2015 wurden laute Statistik jede Stunde vier Frauen in Indien vergewaltigt. Grund hierfür ist auch das Kastensystem. Frauen aus der untersten Kaste, die "Unberührbaren", werden oft sexueller Gewalt ausgesetzt und erfahren nur selten Gerechtigkeit. 

Frauen in der brasilianischen Megastadt Sao Paolo machen ihrer Wut über sexuelle Übergriffe in den sozialen Medien Luft. In der Stadt Lima erfahren Frauen insbesondere Diskriminierung im Zugang zur Gesundheitsvorsorge. In Kinshasa ist der Weg für Frauen zu Bildung und Besitz sehr schwer. 

Die Frauenfreundlichkeit der japanischen Hauptstadt, die aus der Studie hervorgeht, ist nur vordergründig richtig. Japanerinnen leiden unter einer chauvinistischen Kultur, die ihnen in der Arbeitswelt wie im Privatleben begegnet. Die Gesellschaft propagiert ein Bild der Frau, die jung und niedlich ist. 

Die russische Hauptstadt landete auf den oberen Rängen an vierter Stelle. Die Erhebung hierzu: 

Moskau erzielte den viertbesten Platz als Megastadt für Frauen. Die russische Hauptstadt mit einer geschätzten Einwohnerzahl von 12,3 Millionen, wird als sicherste Stadt gesehen, wenn es um schädliche kulturelle Praktiken geht, wie die weibliche Beschneidung und Zwangsheirat, und ist die zweitsicherste Stadt nach Tokio im Bezug auf das Risiko für Frauen, sexueller Gewalt und Belästigung ausgesetzt zu sein.