Warum Hillary Clintons Feminismus beim Hollywood-Mogul Harvey Weinstein ins Wanken geriet

Warum Hillary Clintons Feminismus beim Hollywood-Mogul Harvey Weinstein ins Wanken geriet
Filmproduzent Harvey Weinstein im Jahr 1998 mit Schauspielerin Gwyneth Paltrow und Hillary Clinton in New York.
Während der Skandal um den US-amerikanischen Filmproduzenten und mutmaßlichen Sexualverbrecher Harvey Weinstein internationale Kreise zieht und immer mehr Hollywood-Prominenz sich öffentlich von ihm distanzieren, hält sich die zuvor für ihre feministischen Anliegen bekannte ehemalige Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton auffallend zurück.

Die Vorwürfe der sexuellen Belästigungen und Vergewaltigungen gegen Hollywood-Mogul Harvey Weinstein (65) reißen nicht ab. Jetzt beschuldigt auch US-Schauspielerin Rose McGowan (44, „Death Proof - Todsicher“) Weinstein der Vergewaltigung. Als 17-Jährige habe sie der Produzent belästigt, was viel über den Zustand in Hollywood aussagte, so die Schauspielerin Kate Beckinsale (44). Auch Cara Delevingne (25) berichtete von unangemessenen Annäherungen Weinsteins.

Hollywood-Star Ryan Gosling (36) will Opfer unterstützen, die sich im Sex-Skandal um Weinstein öffentlich äußern. Auch Filmstars wie Tom Hanks und Leonardo DiCaprio haben sich deutlich gegen Weinstein positioniert. George Clooney (56), der seinen Durchbruch in „From Dusk Till Dawn“ Weinstein mit zu verdanken hat, äußerte sich öffentlich und verwies auf das Problem, dass Opfer oft schweigen, um ihren Arbeitsplatz nicht zu verlieren.

Hillary Clinton vergangene Woche während der Präsentation ihres Buches in einem Buchladen in Manhattan.

Während zahlreiche Glamour-Ikonen sich nach gehäuften Vorwürfen der Vergewaltigung und sexuellen Belästigung um Harvey Weinstein öffentlich geäußert hatten, ließ die US-Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton fünf Tage lang Schweigen walten.

Hillary Clinton hatte Sexismus und Frauenfeindlichkeit für ihre Wahlkampfniederlage mitverantwortlich gemacht und in ihrem Buch "What Happened" angedeutet, dass Frauen, die für Trump gestimmt hatten, sich dem männlichen Druck beugen würden.

Die Frage, warum Clinton sich derart lange mit ihren Äußerungen zurückgehalten hat, könnte sicherlich damit zusammenhängen, dass ihr eigener Ehemann und Wahlhelfer Bill Clinton für seine Sexualdelikte berühmt wurde.  

Doch ausgerechnet der US-Sender CNN bietet einen weiteren Anhaltspunkt zu dem langem Schweigen. Senator Tim Kaine, Vize-Präsidentschaftskandidat der Demokratischen Partei im Jahr 2016, sagte bei einem Interview auf CNNs zu dem Weinstein-Skandal

Jede Führungsfigur sollte dies verurteilen."

Nach solcher Definition taugten laut CNN jedoch weder Hillary Clinton noch Barack Obama als Führungsfigur. Weder Bill oder Hillary Clinton noch Barack Obama hatten über fünf Tage nach Bekanntwerden des Skandals kein einzelnes Wort darüber verloren. Mehrere Presseanfragen zu dem Thema Weinstein sollen seitens Clinton und Obama unbeantwortet geblieben sein.

CNN verweist auf die enorme finanzielle Wahlkampunterstützung (in Höhe von 1.5 Millionen US-Dollar) des Filmmoguls und Freundes der Familie Clinton. Andere Kandidaten der Demokratischen Partei, welche Gelder von Weinstein erhalten hatten, gaben dies nach dem Bekanntwerden des Skandals zurück oder spendeten es.

Weinstein habe sich nicht nur bei Spendengeldern für Obamas und Clintons Wahlkampagnen großzügig erwiesen, sondern veranstaltete einer Reihe von Spendenaktionen und Benefizveranstaltung zugunsten der jeweiligen Präsidentschaftskandidaten. So unterstützte Weinstein im Jahr 2016 Hillary Clintons Präsidentschaftskampagne unter anderem in seiner New Yorker Wohnung.

Erst nach fünf Tagen bezog Hillary folgendermaßen Stellung.

Ich war schockiert und entsetzt über die Enthüllungen über Harvey Weinstein ... Das Verhalten, das von Frauen beschrieben wird, kann nicht toleriert werden. Ihr Mut und die Unterstützung anderer sind entscheidend, um dieses Verhalten zu stoppen.“

Der Fall eines Hollywood-Riesen.

Machtmissbrauch mit sexuellen Mitteln kein Einzelfall in Hollywood

Immer neue Vorwürfe werden laut im Skandal um den US-Filmproduzenten Harvey Weinstein. Zahlreiche Frauen werfen ihm sexuelle Belästigung und Vergewaltigung vor, hinzu kommen Hinweise, dass diese Geschichte auf ein weit größeres Problem nicht nur in Hollywood hindeutet. 

Im Rahmen der Anschuldigungen gegen Weinstein wurde ein weiterer ranghoher Studio-Chef der sexuellen Belästigung bezichtigt: Roy Price, Chef des zum Onlineriesen Amazon gehörenden Filmstudios, habe sie taktlos angeflirtet und mit sexuellen Bemerkungen bloßgestellt, sagte eine Mitarbeiterin der Amazon Studios dem „Hollywood Reporter“.

Price habe ihr 2015 in einem Taxi gesagt, sie werde seinen Penis lieben. Vor Kollegen auf einer Party habe er außerdem laut "Analsex" in ihr Ohr gesagt. Nach Bekanntwerden der Vorwürfe suspendierte das Filmstudio Price am Donnerstagabend (Ortszeit).

Schauspielerin Rose McGowan wirft Amazon-Mann Price vor, auf ihre Beschuldigungen gegen Weinstein nicht reagiert zu haben. Sie habe Price „wieder und wieder“ gesagt, dass «HW» sie vergewaltigt habe, ohne dass dieser reagiert habe, schrieb sie in einem an Amazon-Chef Jeff Bezos gerichteten Tweet.

Ich rufe Sie dazu auf, Vergewaltiger, mutmaßliche Pädophile und sexuelle Belästiger nicht weiter zu finanzieren.“

Model und Moderatorin Heidi Klum (44):

Ich wünschte, die grausamen Geschichten, die ich über Harvey Weinstein lese, seien eine seltene Erscheinung in unserer Gesellschaft. Aber das stimmt einfach nicht. Wir sollten nicht so naiv sein zu denken, dass solch ein Verhalten nur in Hollywood passiert“, sagte Klum dem „People“-Magazin. Klum moderiert in den USA seit Jahren die Castingshow „Project Runway“, die von Weinsteins ehemaliger Firma „The Weinstein Company“ mitproduziert wird.

Es wäre sicher schwer, eine Frau zu finden – mich eingeschlossen –, die sich noch nie eingeschüchtert oder bedroht gefühlt hat von einem Mann, der seine Macht, Position oder körperliche Statur ausnutzt.“

Miss-Russland-Finalistinnen danken Putin für Verschonung

Am Donnerstag brachten nach dem Skandal um den Hollywood-Produzenten Weinstein auch zwei Miss-Russland Finalistinnen das Thema sexuelle Belästigung zur Sprache.

Wie der unabhängige Dozhd-Fernsehsender berichtete, sagte Alexandrova

Ich glaube, dass solche Situationen in Russland nicht passieren können, und dafür müssen wir Wladimir Wladimir Wladimirowitsch Putin und seiner Politik danken. Es ist sehr selten, dass Sie über solche Fälle in unserem Land hören, und ich bin sehr glücklich darüber. "  

Die Miss-Russland-Siegerin Polina Popova und die Vize-Weltmeisterin Ksenia Alexandrova werden das Land bei den diesjährigen "Miss World"- und "Miss Universe"-Wettbewerben im kommenden Monat vertreten.