US-Neonazi will keine Hakenkreuz-Tattoos mehr – aus Respekt zu seiner schwarzen Bewährungshelferin

US-Neonazi will keine Hakenkreuz-Tattoos mehr – aus Respekt zu seiner schwarzen Bewährungshelferin
Verstehen sich besser als gedacht: Michael Kent und seine Bewährungshelferin Tiffany Whittier.
Ein ehemaliger Häftling und Neonazi im US-Bundesstaats Colorado, Michael Kent, hat sich kürzlich in einen Tattoosalon begeben, um seine Hakenkreuze überdecken zu lassen - eine schmerzhafte Prozedur. Seine Motivation dahinter: seine afroamerikanische Bewährungshelferin.

Wie der Newssender abc berichtet, kam es im US-Bundesstaat Colorado zu einer ungewöhnlichen Freundschaft. Kent, ein ehemaliger Neonazi, hat sich der schmerzhaften Prozedur der Tattooentfernung unterzogen. Als Grund gibt er die außergewöhnliche Beziehung zu seiner afroamerikanischen Bewährungshelferin namens Tiffany Whittier an. Sie helfe ihm, über die Hautfarbe hinauszuschauen und seine Ansichten über eine weiße Vorherrschaft zu ändern.

Will seine Einstellung gegenüber Rassenfragen ändern: Michael Kent aus dem US-Bundeststaat Colorado.

"Ohne sie wäre ich wieder [ins Gefängnis] gekommen", sagte Kent gegenüber abc. "Ich sehe sie als Familie an." Whittier inspirierte Kent sogar dazu, die Nazi-Fahnen, die in seinem Wohnzimmer hingen, abzuhängen und sie durch lächelnde Gesichter zu ersetzen.

Ich bin nicht hier, um über ihn zu urteilen. Das ist nicht meine Aufgabe, das zu beurteilen. Mein Job ist es, eine positive Person im Leben von jemandem zu sein", sagte Whittier.

Kent hat eine einschlägige Vergangenheit bei Nazi-Organisationen.

Kent fügte hinzu: "Wenn du aufwachst und ein Smiley siehst, gehst du zur Arbeit und wirst lächeln." Kent arbeitet hauptberuflich auf einer Hühnerfarm in Colorado, wo alle seine Mitarbeiter Hispanoamerikaner sind. "Vor all dem würde ich für niemanden arbeiten, der nicht weiß ist", sagte Kent. "Wir haben Betriebsfeiern, oder sie haben Quinceañeras, ich bin der einzige Weiße dort!"

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Redemption Ink, eine nationale Non-Profit-Organisation, die kostenlose Entfernung von Nazi-Tattoos anbietet, half Kent, mit dem Tattoostudio Fallen Heroes in Colorado in Verbindung zu treten, um den 15-stündigen Prozess zur Abdeckung seiner Hakenkreuze zu beginnen. Die saubere und sterile Umgebung ist neu für Kent, der seine früheren Tattoos im Gefängnis stechen ließ.

Michael Kent bei der schmerzvollen "Korrektur".

"Ich war noch nie, noch nie in einem Tätowierladen und habe ein professionelles Tattoo bekommen", sagte er gegenüber abc. Kent glaubt, dass der schmerzhafte Prozess ihm helfen wird, sich vorwärts zu bewegen, nachdem er Jahre als Mitglied einer radikalen Skinhead-Gruppe verbracht hatte, die in Arizona ansässig ist. Als Vater von zwei kleinen Kindern hofft Kent auch, dass seine Kinder die Welt anders sehen.

"Ich will nicht, dass meine Kinder das Leben leben, das ich gelebt habe und mit Hass leben", sagte Kent.

Ich will, dass meine Kinder wissen, wer ich bin - ein guter Vater, ein fleißiger Arbeiter und ein guter Versorger.