"Säkularterrorismus": Lidl entfernt Kreuze von Verpackungsbildern und erntet dafür Shitstorm im Netz

"Säkularterrorismus": Lidl entfernt Kreuze von Verpackungsbildern und erntet dafür Shitstorm im Netz
Quelle: Screenshot Lidl-Katalog
Der Discounter Lidl hat im Rahmen seiner Griechenland-Wochen auf einem Verpackungsbild Kreuze von den Kuppeln entfernt. Im Internet stieß dies auf heftige Reaktionen. Kritik gab es auch am frühen Verkauf von Weihnachtsartikeln.

Einen massiven Shitstorm hat sich der Discounter Lidl im Internet eingehandelt. Das Unternehmen hat Filialen in 28 Ländern und verfügt nach eigenen Angaben über das größte Netz an Lebensmittelmärkten in Europa.

Im Zuge der Schwerpunktwoche "Griechenland" hatte das Unternehmen unter der Eigenmarke "Eridanous" landestypische Produkte wie Bifteki, Fetakäse oder Tsatsiki angeboten.

Auf den Verpackungen dazu fanden sich Aufnahmen der Luxus-Urlaubsinsel Santorin, auf der sich unter anderem 300 Kirchen mit Kreuzen auf den Kuppeln befinden. Diese waren jedoch auf den Lidl-Verpackungen nicht zu finden. Die Grafikabteilung hatte sie offensichtlich im Vorfeld wegretuschiert.

Die Entfernung der christlichen Symbole von den Verpackungen ging, wie ein Bericht des Nachrichtenportals idea andeutet, offenbar von Lidl Belgien aus, aber auch in Deutschland waren die Produkte offenbar nur in grafisch nachbearbeiteten Verpackungen im Angebot.

Gegenüber der belgischen Nachrichtenplattform RTL Info zeigt sich ein Sprecher des Konzerns zufrieden mit der aus seiner Sicht konsequenten Geschäftspolitik:

Wir vermeiden grundsätzlich den Gebrauch von religiösen Symbolen. Damit wollen wir unsere Neutralität unterstreichen.

Das Unternehmen respektiere die religiöse Vielfalt, deshalb habe man bewusst das Design verändert.

Ein Facebook-Nutzer weist demgegenüber darauf hin, dass der Konzern in anderen Fällen religiöse Symbolik durchaus auf Verpackungen belassen hatte:

Das Facebook-Team von Lidl Deutschland erklärte auf Nachfrage Frage eines Nutzers, dass

für Lidl Deutschland […] beim Einkauf seiner Produkte eine politische oder religiöse Parteinahme in keiner Weise relevant [ist]. Wir überarbeiten unsere Produktverpackung regelmäßig hinsichtlich der Gestaltung."

Angesichts der überwiegend harschen Reaktion auf die Entfernung der Kreuze hieß es vonseiten des Discounters, man bedaure, dass in diesem Fall das Design beanstandet werde.

Negative Reaktionen auf die Entfernung der Kreuze kamen aus mehreren Ländern und von Bürgern unterschiedlicher Nationalitäten – aus Deutschland ebenso wie aus Griechenland, Tschechien, Rumänien oder den Benelux-Staaten.

Der Facebook-Nutzer Mark Kaiser erklärt beispielsweise:

Ich gehe nicht mehr zu Lidl. Ich kann kein Unternehmen unterstützen, das Bilder zensiert und Christen diskriminiert."

Der aus Santorin selbst stammende Grieche Nikitas Zita wird noch deutlicher:

Versucht bloß nicht, die Geschichte zu verändern. Wenn euch unsere Religion nicht gefällt, werbt doch mit einem Foto eures verehrten Adolf Hitler."

Auch aus anderen christlichen Gemeinschaften kam Kritik:

Beifall kam nur vereinzelt aus dem linksliberalen Spektrum:

Von Muslimen, denen gegenüber der Schritt im Zeichen der "religiösen Vielfalt" offenbar als Zeichen des Respekts gemeint war, kamen nur wenige Reaktionen. Wenn, dann waren diese aber überwiegend kritisch.

Der Deutschtürke Mikail Akpinar etwa meinte sogar:

Das ist Säkularterrorismus."

Aber nicht nur die Entfernung christlicher Symbole, auch die Wahl des Zeitpunkts für den Verkauf von Produkten zu christlichen Festen rief dieser Tage Kritik aufseiten von Verbrauchern hervor. So stieß es in den sozialen Medien auch nicht auf ungeteilte Zustimmung, dass in den Regalen zahlreicher Supermärkte des Landes bereits wieder Waren mit Weihnachtsbezug feilgeboten werden.

Nicht wenige Bürger sehen den frühzeitigen Verkauf von Weihnachtsprodukten als Sinnbild für die Kommerzialisierung des Festes und für den Verlust von Vorfreude und Authentizität:  

Eine Fanseite des AfD-Politikers Björn Höcke wiederum kommentiert den Beginn des Weihnachtsverkaufs mit Blick auf die Vorgehensweise von Lidl sarkastisch: