Pleiten, Pech und Plakatwerbung

 Pleiten, Pech und Plakatwerbung
Wahlplakat strikt nach Schema
Wahlkampf ist Wettkampfzeit, es geht um die Aufmerksamkeit der Wähler und das scheinbar manchmal um jeden Preis. Neben den üblichen großformatigen Plakaten mit Portrait, Wahlversprechen und Parteilogo stechen einige Kandidaten durch besondere Kreativität hervor. Im letzten Monat vor der Bundestagswahl stellen wir einige Spitzen der Politkreativität zusammen.

Auch in Zeiten des digitalisierten Werbens bringen alle Parteien ihre „Claims“ noch über Wahlplakate auf die Straßen(-laternen). Allein die CDU hat bisher 300.000 Kleinplakate drucken lassen, bis einschließlich zum Wahltag kommen 22.000 Großplakate dazu. Plakate sind auch aufgrund ihrer hohen Reichweite bevorzugtes Wahlkampf-Instrument. Im Schnitt ernten sie zwei Sekunden aktiver Aufmerksamkeit.

Da es in der Politik bereits genügend nichtssagende Phrasen und Bilder gibt, stellt RT Deutsch hier eine kleine Auswahl „bemerkenswerter“ Plakat-Exemplare zusammen, welche den Betrachter womöglich über die zwei Sekunden pro Werbebotschaft hinaus beschäftigen könnten. 

Pleiten, Pech und Plakatwerbung - die Erste

Wozu sich noch den Kopf über Inhalte zerbrechen, wenn man zum Beispiel einfach ein Hackebeil auf ein vermeintlich weit verbreitetes Feindbild ansetzen kann? Gemeinsame Feinde verbinden bekanntlich. Ob dieser nun im eignen Land zur Wahl stand oder woanders scheint zunächst unwichtig.

Der SPD-Bundestagsabgeordnete Matthias Ilgen aus Nordfrieslandsorgte mit einem besonders skurrilen Wahlplakat für Aufmerksamkeit, auch über seinen Bezirk Husum hinaus. Der passionierte Wrestler zeigt sich mit einem scharfen Beil im Angriff auf einen Baum, welchem das Antlitz des US-Präsidenten Donald Trump in die Rinde montiert wurde. Das Ganze ist angereichert mit dem Slogan:"America First? Ilgen Förster!"

Gegenüber der Tageszeitung "Husumer Nachrichten" sagte der 33-jährige Politiker, im Wahlkampf könne man auch mal „satirisch zuspitzen“

Bei der Konkurrenz schläft man ja ein, wenn man sich die Plakate anguckt."

Er wolle damit aber nicht zur Gewalt aufrufen und differenziert, er gehe ja nicht auf den US-Präsidenten direkt los,

sondern auf einen Baum, dessen Rinde sein Gesicht trägt".

Nach eigenen Angaben hat Ilgen für das Plakat viel Zuspruch erfahren. Der Vorsitzende der Jungen Union Nordfriesland, Leif Bodin, bezeichnete das Plakat auf Facebook als

„kreativ, aber dennoch nur peinlich“

Der Hamburger Blogger Martin betitelte das Plakat unter dem Motto „Make Nordfriesland great again!“ 

 

Und zu guter Letzt- nachdem erst kürzlich das Einbringen von Anglizismen auf deutschen Straßen kritisiert wurde, hier ein Wahlplakat in purem Deutsch. Oder?

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