USA: Tierrechtsorganisation Peta schläfert aus Versehen Hund von Neunjähriger ein

USA: Tierrechtsorganisation Peta schläfert aus Versehen Hund von Neunjähriger ein
(Symbolbild). Der Chihuahua gilt seit seiner Entdeckung durch die westliche Kultur um das Jahr 1850 als die kleinste Hunderasse der Welt.
Der Chihuahua war ein Weihnachtsgeschenk für das neunjährige Mädchen. Aus einem Missverständnis heraus nahm Peta den Hund mit und schläferte ihn ein. Die Familie klagt nun gegen die Tierschutzorganisation, deren Einschläferungspolitik schon länger in der Kritik steht.

Eine Familie im US-Bundesstaat Virginia hat vor Gericht gegen die Tierschutzorganisation Peta geklagt. Die Organisation soll den Hund ihrer neunjährigen Tochter eingeschläfert hatte. Dem britischen "Guardian" zufolge sollen Mitarbeiter den Chihuahua namens "Maya" in einer Wohnwagensiedlung mitgenommen und noch vor der vorgeschriebenen Gnadenfrist von fünf Tagen getötet haben.

Der Vater des Mädchens, Wilber Zarate, unterstellte der Tierschutzorganisation daraufhin eine allgemeine Einschläferungspolitik, die auch gesunde Tiere beinhalte. Dies resultiere daraus, dass Peta "das Halten von Haustieren als eine Form von unfreiwilliger Gefangenschaft" sehe. Peta wies die Vorwürfe zurück und bezeichnete den Vorfall aus dem Jahr 2014 als einen "schrecklichen Fehler".

Auf Twitter sorgte der Vorfall indes für heftige Kritik an der Organisation:

Zwei Mitarbeiter von Peta wurden dem Bericht zufolge von einem Hausbesitzer in der Wohnwagensiedlung in Accomack in Virginia zur Hilfe gerufen, um wilde Hunde und Katzen zu fangen.

Noch am gleichen Tag eingeschläfert

Dabei hätten sie jenen Chihuahua unbeaufsichtigt und ohne Leine entdeckt, der eigentlich als Weihnachtsgeschenk für die neunjährige Cynthia Zarate gedacht war. Die Mitarbeiter nahmen den Hund daraufhin mit und schläferten ihn noch am selben Tag ein. Für die Verletzung der Gnadenfrist-Regelung musste Peta 500 US-Dollar bezahlen.

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Zarates Anwalt wollte vor Gericht derzeitige und ehemalige Mitarbeiter zur Einschläferungspolitik von Peta befragen. Die Tierschutzorganisation einigte sich jedoch vorher mit der Familie außergerichtlich auf eine Schmerzensgeldsumme von 49.000 US-Dollar (rund 41.600 Euro). Zusätzlich spendeten sie 2.000 US-Dollar an einen örtlichen Verein, der sich gegen Gewalt gegen Tiere einsetzt. Zarate hatte zuvor 7 Millionen US-Dollar von Peta gefordert.

Auch im Peta-eigenen Tierheim in Virginia soll die Giftspritze regieren

Der Anwalt erklärte anschließend im Name der Familie, dass die Einigung "den Verlust über den Tod ihrer geliebten Maya lindert" und es ihr erlaube, "mit dem schmerzhaften Thema abzuschließen." Die Zarates seien froh, dass der Fall nun erledigt ist.

In einem gemeinsamen Statement beider Parteien hieß es zudem:

Peta entschuldigt sich erneut bei der Familie Zarate und bereut den Tod von Hund Maya. Herr Zarate nimmt zur Kenntnis, dass dies ein unglücklicher Fehler von Peta und ihren Mitarbeitern war und keine Böswilligkeit gegenüber der Familie Zarate darstellte.

Peta führt selbst ein Tierheim in Virginia. Dort werden nach eigenen Angaben Tiere eingeschläfert, die nicht vermittelt werden können, zu krank, aggressiv oder wild sind. Doch die Einschläferungsquoten brachte der Organisation bereits in der Vergangenheit Kritik ein: In dem Heim wurden 2016 mehr als 1.400 von insgesamt 2.000 Tieren untergebracht getötet. Peta begründet die hohe Quote mit der Tatsache, dass die Organisation auch Tiere aufnähme, die von anderen Heimen abgewiesen würden.

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