Sechs russische Angewohnheiten, die bei Ausländern Kopfschütteln auslösen

Sechs russische Angewohnheiten, die bei Ausländern Kopfschütteln auslösen
Populärer Wettbewerb: Sprinterlauf auf hohen Absätzen in Moskau, 2008.
Viele Aspekte der russischen Traditionen sind nicht so einfach zu erklären. Das Portal Russia beyond the headlines hat bei Ausländern nachgefragt, was sie besonders seltsam finden.

1. Komm' hungrig!

Aus russischer Sicht muss ein Gast jedes Essen auch wirklich aufessen, sonst wirkt das unhöflich. Aus arabischer Perspektive wäre es völlig ok, wenn du isst, so viel du isst. Sie nehmen es nicht so wichtig, wie viel der Gast isst.

Adel Al Khozaae, Bahrain

Russen kochen gern mit Ma­yon­nai­se und auch immer mehr, als du essen kannst. Selbst Kaviar ist schon keine Delikatesse mehr, weil es ihn in jedem Haushalt gibt.

Daan van Dijk, Niederlande

2. Trink' fröhlich!

Meistens, wenn nicht gar alle Treffen, bei denen getrunken wird, beinhalten eine Menge Trinksprüche. Nur faule Russen sagen 'Na sdorowje!' (was übrigens NICHT richtig ist: Russisch heißt es "Sa Sdrawije!" - Anm. d. Red.). Die meisten Russen halten vielmehr lange Reden und erzählen dabei Geschichten und witzige Erinnerungen aus ihrem Leben.

Santiago Gómez, Kolumbien

Spiele bei Maslenitza, Zentrum für russische Kultur in Moskau, Februar 2017.

Die Masleniza und die ganze Trinkkultur wirkten auf mich erst ganz schön verrückt. Als ich dann aber mehr darüber erfuhr, habe ich verstanden, dass das zeigt, wie kultiviert die Russen eigentlich sind. Obwohl es erst seltsam wirkt, beginnst du es mit der Zeit zu lieben, wie die Russen ihre alten Traditionen erhalten und ihre Kultur wahren.

Kostas Vafeidis, Griechenland

3. Beeindrucke optisch!

Die meisten Frauen machen sich jedes Mal aufwendig zurecht, wenn sie nur das Haus verlassen - sei das zum Gassigehen mit dem Hund oder Shoppen.

Piotr Kowalski, Polen

Selbst wenn sie schon einen Gehstock braucht, wird jede Frau höflicherweise als 'Dewuschka' - 'Fräulein' - angesprochen.

Noah Schneider, Deutschland

4. Fahr' kreativ!

Es gibt kein Linienkonzept. Wenn man in eine Warteschlange gerät, fragt man, wer denn der Letzte ist. Dann stellt man sich dort an - ohne irgendwelche Hinweisschilder zu lesen oder Nummern zu ziehen.

Ji Hoon Kim, Südkorea

Wenn du ein Auto in die Schlange vor dir lässt, dann ist das ein Signal für alle Fahrer, dass du sie alle vorlässt. Das macht die Autos hinter dir böse. Vielleicht gelten russische Autofahrer auch darum als die aggressivsten in der ganzen Welt. Das gilt übrigens auch für das Schlangestehen am Flughafen.

Adam Collins, USA

5. Träum' sowjetisch!

"Es war seltsam, erwachsene Russen zu sehen, wie sie immer und immer wieder sowjetische Trickfilme gucken. Wie uns dann später erzählt wurde, sind diese Trickfilme schon zu einem kulturellen Phänomen geworden, weil sie die sowjetische Gesellschaft spiegelten. Darum sind sie bis heute so beliebt.

Noah Schneider, Deutschland

6. Denk' mal unlogisch!

Pfeifen gilt als grob und Zeichen für eine niedrigere gesellschaftlcihe Schicht. In den USA steht Pfeifen für Freude. Ich habe keine Ahnung, warum das in Russland so anders ist. Und wenn ich meinen Koffer gepackt, meine Wohnung aufgeräumt und alle meine Dokumente in der Hand habe . wozu sollte ich dann nochmal sitzen, bevor ich gehe? Man sagte mir, das sei ein kleines Gebet für eine glückliche Reise. Aber das gab es auch schon in der Sowjetunion der 1990er Jahre, als ich hier studierte, und da war Religion weitgehend untersagt. Keine Ahnung, woher das komm.

Adam Collins, USA

Extra-Tipp: Wie Russen ihre ausländischen Freunde beruhigen

Wenn es zu einer unerklärbaren Situation kommt, dann sagen die Russen einfach immer: 'Das ist Russland, Kindchen!'

Ji Hoon Kim, South Korea

Der Artikel erschien im Original bei unserem Kooperationspartner Russia beyond the Headlines.

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