Von fliegenden Taxis und Essenslieferungen aus der Luft: Die Welt der Drohnen von morgen

Von fliegenden Taxis und Essenslieferungen aus der Luft: Die Welt der Drohnen von morgen
Ungewöhnlicher Postbote: Eine Drohne bringt Laborproben in das im Hintergrund zu sehende Krankenhaus im schweizerischen Lugano.
Sie sind Erwachsenen-Spielzeuge, Paketlieferanten und fragwürdige Waffen. Wie sehr Drohnen das menschliche Leben noch verändern werden, ist kaum absehbar. Eine Ausstellung in New York feiert die unbemannten Flugobjekte als technische Heilsbringer von morgen.

So ganz klappen will der Vorführflug noch nicht. "Ich muss die Batterie wechseln", sagt Roman Aracelio vom New Yorker Museum für See-, Luft- und Raumfahrt, als seine Drohne störrisch am Boden sitzen bleibt. "Gestern hat das Teil noch funktioniert." Aber das "Starchaser" getaufte Gerät, das seinem Namen zufolge den Sternen nachjagen soll, piepst nur. Das muss wohl mit dem WLAN im Gebäude oder den vielen harten Landungen zusammenhängen, sagt Aracelio.

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Startschwierigkeiten dürften hier und da nicht nur Hobby-Piloten haben, die mit surrenden Plastikpropellern die Lüfte erobern wollen. Doch Fans der Quadrocopter hält das nicht ab: Rund 1,9 Millionen umbenannte Luftfahrzeuge (Unmanned Aircraft System, UAS) sausen allein in den USA durch die Luft, schätzte der Versicherer Allianz Global Corporate & Specialty vergangenes Jahr in einer Studie. Bis 2020 soll sich diese Zahl demnach verdreifachen. Darunter sind zum Beispiel immer mehr Flugsportler, die in Copter-Rennen um die Wette fliegen.

Neben dem Flieger-Spaß sind Drohnen längst dabei, andere Bereiche des Lebens zu verändern. Im Dezember lieferte der Online-Händler Amazon erstmals eine Bestellung mit Hilfe einer vollautomatischen Drohne aus. Die Firma Uvionix plant sogar, Getränke, Fast Food, Kaffee oder Produkte zur Körperpflege auszufliegen. Die Waren dürften nur nicht mehr als 550 Gramm wiegen und müssten von einem Händler in einem Umkreis von zehn Kilometern bestellt werden. Die Vereinigten Arabischen Emirate wollen Bürgern sogar offizielle Dokumente per Drohne zukommen lassen.

Auch Einsatzkräften dient die Technik, wie die bis Dezember laufende Drohnen-Ausstellung auf dem Flugzeugträger "Intrepid" in New York zeigt. Im März schickte die Feuerwehr dort eine Drohne in die Luft, um sich aus der Vogelperspektive einen besseren Überblick zu verschaffen. Rund 85.000 US-Dollar kostete das Gerät, das erstmals bei einem Brand in einem sechsstöckigen Haus in der Bronx zum Einsatz kam. "Das Dach begann einzubrechen", sagte der stellvertretende Feuerwehrchef Dan Donoghue anschließend. "Wir hatten gute Bilder und es half uns, Entscheidungen zu treffen, um diesen Brand zu löschen."

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Während Inspektionen an gefährlichen Einsatzorten wie Strommasten, Brücken oder Bohrplattformen mit den ferngesteuerten Helfern leichter werden, setzen auch Forscher sie ein. Drohnen können Tierbestände zählen, deren Wanderungen verfolgen und Wilderer ausmachen. "Wir können gewaltige Datenmengen selbst von den abgelegensten oder extremsten Orten sammeln", sagt David Johnston vom Marine Lab der Duke University in North Carolina. Drohnen "verändern die Art, wie wir die Meeresumwelt untersuchen und darüber lernen".

Zum 70ten Jahrestag des Ende des Zweiten Weltkriegs präsentiert die chinesische Armee ihren neuesten Exportschlager auf dem Tiananmen-Platz: Bewaffnete Drohnen made in China, 3. September 2015.

In der Landwirtschaft können Drohnen dank Infrarot-Sensoren Daten über die Gesundheit von Pflanzen oder Unkraut liefern. Der New Yorker Ausstellung zufolge nutzen Bauern in Japan schon jetzt mehr als 10.000 Drohnen, um ihre Arbeit in der Landwirtschaft zu erleichtern oder zu verbessern. US-Investoren schätzen, dass landwirtschaftlich genutzte Drohnen innerhalb der nächsten zehn Jahre zu wirtschaftlichem Wachstum in einer Höhe von 82 Milliarden US-Dollar führen werden.

Dass der technische Fortschritt auch Fragen aufwirft, zeigt allein der Streit um Anmeldepflichten und Drohnen-Führerscheine oder die Diskussion um bewaffnete Drohneneinsätze. Bei diesen kamen etwa in Pakistan, Afghanistan und im Jemen immer wieder Unbeteiligte ums Leben. "Wir wissen nicht, wie viele Hunderte unschuldige Zivilisten in diesen Angriffen getötet wurden", kritisierte der ehemalige US-Präsident Jimmy Carter schon vor Jahren in der New York Times. "Dies wäre in früheren Zeiten undenkbar gewesen."

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Doch die Zeiten scheinen sich zu ändern, und längst ist auch vom pilotenlosen Flugzeug die Rede. "Terrafugia TF-X" heißt etwa das Modell eines Unternehmens aus Boston, das an eine Mischung aus Raumschiff und Pkw erinnert. Mit 320 Kilometern pro Stunde soll dieses Drohnen-Taxi vom Boden abheben, verspricht die Firma. Nötig sei dafür deutlich weniger Training als für einen Pilotenschein. Was nach Zukunftsmusik klingt, soll schon ab dem Jahr 2030 den Markt erreichen. (rt deutsch/dpa)

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