"What Happened" - Hillary Clinton schreibt ein Buch über ihre Wahlkampfniederlage

"What Happened" - Hillary Clinton schreibt ein Buch über ihre Wahlkampfniederlage
Selbstkritik ist vermutlich nicht die stärkste Seite von Hillary Clinton. Nach wie vor macht sie unter anderem Russland für ihre Wahlniederlage verantwortlich.
Nach ihrer überraschenden Niederlage im Präsidentschaftswahlkampf 2016 arbeitet Hillary Clinton ihre Erlebnisse in dem Buch "What Happened" (Was geschehen ist) auf. Zwar möchte Clinton auf eigene Fehler eingehen - doch Schuld sind letztendlich für sie immer noch andere.

Wie das Verlagshaus Simon & Schuster erklärte, beschreibt Clinton darin, wie sie sich als erste weibliche Präsidentschaftskandidatin in einem unberechenbaren Wahlkampf mit zahlreichen Hoch- und Tiefpunkten, Sexismus und absurden Wendungen einem Gegner habe stellen müssen, der alle Regeln gebrochen habe.

Den Angaben zufolge wolle Clinton auf eigene Fehler eingehen, sich aber vor allem dem Thema einer angeblichen russischen Einmischung in den Wahlkampf widmen.

Ich hatte in der Vergangenheit oft das Gefühl, als müsste ich in der Öffentlichkeit vorsichtig sein, wie bei einem Drahtseilakt ohne Netz",

schreibt Clinton nach Verlagsangaben im Vorwort.

Jetzt lege ich die Rüstung ab."

Die Memoiren seien vor allem eine Warnung an die Nation, wie ausländische Gegenspieler die amerikanische Demokratie unterwandern können. US-Geheimdienste beschuldigen den Kreml seit längerem, sich gezielt zugunsten von Trump in den Wahlkampf eingemischt zu haben. Allerdings ohne dafür Beweise vorzulegen.

Ein Sonderermittler und mehrere Kongressausschüsse untersuchen zurzeit, ob es Absprachen zwischen Vertretern aus Trumps Wahlkampflager und Russland gab. Auch hier bleibt es bis jetzt nur bei Behauptungen.

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"What Happened" soll am 12. September veröffentlicht werden. Der deutsche Veröffentlichungstermin war am Donnerstag noch nicht bekannt. Für Clinton ist es nicht das erste Werk. Sie schrieb unter anderem schon im Jahr 2003 ihre Memoiren mit dem Titel "Living History" und später "Hard Choices" über ihre Zeit als Außenministerin.

Ihr neues Buch dürfte vermutlich in krassem Widerspruch zu einem anderen Werk stehen, welches den Wahlkampf von Clinton schon analysiert hatte.

In einem Buch mit dem Titel "Shattered: Inside Hillary Clinton's Doomed Campaign" (Zertrümmert: Im Inneren von Hillary Clintons todgeweihter Kampagne), das im April in den USA erschienen ist, beschreiben die beiden US-amerikanischen Journalisten Jonathan Allen und Amie Parnes die missglückte Wahlkampagne von Hillary Clinton im Detail. Es liest sich wie der Schadensreport nach einer Massenkarambolage.

Allen und Parnes hatten Zugang zu mehr als hundert Mitarbeitern von Clinton und vermutlich auch zu Clinton selbst. Sie beschreiben das Wahlkampfmanagement als desorganisiert und chaotisch. Die Journalisten sprechen zudem von einer desolaten Kampagnenführung. Streit, Intrigen, Machtkämpfe und Inkompetenz hätten am Ende zu einem deprimierten Wahlkampfteam geführt.

Man darf gespannt sein, ob sich die Eindrücke der beiden Journalisten im neuen Buch von Clinton wiederfinden.

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(rt deutsch/dpa)

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