Sauberes Geschäft? Wohnungsinfos von Staubsaugerrobotern zum Verkauf

Sauberes Geschäft? Wohnungsinfos von Staubsaugerrobotern zum Verkauf
Der iRobot Roomba 980 saugt nicht nur Staub sondern allerhand verwertbare Daten. Quelle: Wikimedia Commons
Kartendaten von Staubsaugerrobotern sind das neue Produkt für die Smart-Home-Industrie. Hersteller iRobot will die von Haushaltsrobotern gesammelten Wohnungsinformationen an Amazon, Apple, Google und andere Hersteller von Smart-Home-Geräten verkaufen.

Gegründet im Jahr 1990 stellte iRobot zunächst Roboter zur Bombenentschärfung her. Im Jahr 2002 brachte die Firma den weltweit ersten Saugroboter auf den Markt und konnte seitdem mehr als 15 Millionen seiner Haushaltsroboter verkaufen, am populärsten ist das Modell Roomba. Bisher sammelten die emsigen Staubsaugerroboter Informationen über ihre Umgebung zu dem Zweck, ihre Reinigungsarbeit besser durchführen zu können.

Mithilfe von Infrarot-, Laser- und weiterer Sensoren sowie Kameras kommen sie gut um Möbel, Stufen oder andere Hindernisse herum. Seit 2015 ist Roomba auch mit einem Karten- und Visualisierungssystem ausgestattet, wodurch die Wohnung kartografiert wird und dem Nutzer erlaubt, die Reinigung per App zu verfolgen. Seit März diesen Jahres ist Roomba kompatibel mit Amazons Alexa.

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Doch in den kommenden Jahren sollen die von demHersteller über die Cloud-Sharing-Funktion gesammelten Infos über die Wohnungen der Kunden an interessierte Unternehmen verkauft werden, wie Amazon, Apple, Google bzw. Alphabet, teilte Colin Angle, Mitgründer und CEO von iRobot jüngst mit.

Befürworter sehen die Nutzung der Kartendaten alsDurchbruch zur nächste Schwelle der Smart-Homes: unerschöpftes technisches und kommerzielles Potenzial.

Es gibt ein ganzes Ökosystem an Dingen und Diensten, die das Smart-Home bieten kann, sobald man einen umfassenden Plan des Hauses hat“, sagte der Vertreiber von iRobot gegenüber dem Nachrichtendienst Reuters

Durch die Vermessung der Räume, samt Laufwegen und Apparaten sollen Smart-Home-Geräte wie Lautsprecher oder Heizungssysteme besser in Wohnungen integriert werden.

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In dem Interview gesteht der iRobot-CEO auch ein, dass diese Entwicklung Fragen bezüglich des Datenschutzes aufwirft. Die Weitergabe der Daten solle freiwillig geschehen, aber Kunden, die ein Zuhause smarter machen wollten, würden dem ohnehin zustimmen.

Und welcher gute Geschäftsmann lässt sich noch von Datenschutzsorgen bremsen, wenn ein Unternehmen signifikant profitieren kann.

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