Oxford Universität leidet unter falschen Auszeichnungen durch ukrainische Geschäftemacher

Oxford Universität leidet unter falschen Auszeichnungen durch ukrainische Geschäftemacher
Ein Absolvent nach seiner Abschlusszeremonie an der Oxford Universität, Großbritannien, 15. Juli 2017.
Die Reputation der Universität Oxford steht auf dem Spiel, nachdem ukrainische Kriminelle massenhaft falsche Auszeichnungen und Titel verkauft haben. Dies machte am Montag die Times öffentlich. Die falschen Titel waren ein Millionengeschäft.

Über die Organisation "European Business Assembly" (EBA) wurden Preise und Auszeichnungen für rund 10.000 Euro verhökert. Diese machten den Anschein, dass sie von der Universität Oxford stammen. Ehemalige Mitarbeiter der EBAs gaben bekannt, dass sie angehalten wurden, Massenmails zu verschicken, in denen Akademiker und Firmen für einen Preis nominiert worden seien, so die Times am Montag.

Jedem Interessierten wurde anschließend mitgeteilt, dass sie Tausende von Euros zahlen müssten, um die administrativen Kosten für eine fünf Jahre anhaltende Auszeichnung zu begleichen. Ein ehemaliger Mitarbeiter: 

Wir wurden gebeten, uns auf Gebiete zu konzentrieren, wo kaufwillige Menschen leben. 

Bei der Firma EBA handelt es sich um ein Vater-Sohn-Geschäft, mit dem seit dem Jahr 2000 wohl Millionen Euros gemacht worden sind. Der Sitz der Firma befindet sich in der Ukraine. Die Reputation macht sich die Firma zu nutze, indem sie Bilder von Absolventen in ihrer Werbung nutzt.

Die Auszeichnungen werden durch einen ehemaligen Dozenten der Oxford Brookes Universität herausgegeben. Einnahmen erzielt die EBA auch durch Publikationen in einem Online-Journal und durch Mitgliedsbeiträge in selbsternannten akademischen Zirkeln.

In den sozialen Netzwerken und öffentlichen Auftritten geht es der EBA darum, die Grenzen zwischen der Firma und der Bildungsinstitution zu verwischen, um keinen Zweifel an der Zusammengehörigkeit zu lassen. 

Ein Sprecher der Oxford Universität äußerte sich gegenüber der Times: 

Wir können bestätigen, dass die EBA in keinster Weise mit der Oxford Universität in Verbindung steht. Wir geben keine weiteren Kommentare zu dieser Firma ab." 

Gemietete Lokalitäten bieten einen exklusiven Rahmen zum Verleih der falschen Auszeichnungen. So fanden Zeremonien in Räumlichkeiten des Rathauses von Oxford und dem Institut der Direktoren Londons und anderer Lokalitäten statt. Darüber hinaus bietet die EBA ihren eigenen Ritterschlag an und unterhält Konferenzen.

Auch Personen des öffentlichen Lebens fielen auf die Geschäftemacher herein. Unter ihnen zwei portugiesische Bürgermeister, Fernando Ruas und José Maria da Cunha Costa, die Gelder ihrer Steuerzahler nutzten, um den vermeintlichen Oxford-Preis zahlen zu können, der ihnen im Jahr 2013 den Titel der "Besten Stadt" einbrachte. 

Den Ausmaß des Schwindels und die Professionalität machen ein Blick auf die Webseite der Organisation bewusst. In einer Beschreibung wird dem Internetnutzer glaubhaft gemacht, dass die EBA im Jahr 2000 in Oxford gegründet wurde. Es handle sich um eine Organisation, die sich an den Direktiven der Europäischen Union mit einer nach Osten gerichteten Partnerschaft orientiert.