Trotzkifizierung aus Hackerangst: Hollywood-Studios schneiden Putin aus zwei Filmdrehbüchern

Trotzkifizierung aus Hackerangst: Hollywood-Studios schneiden Putin aus zwei Filmdrehbüchern
Der russische Präsident Wladimir Putin wurde aus mindestens zwei bevorstehenden, Kreml-bezogenen Spionage-Thrillern herausgeschnitten. Grund dafür sei die Furcht vor einer möglichen Vergeltung durch russische Hacker. Das berichtet The Hollywood Reporter.

Laut der Fachzeitschrift basieren die beiden Spielfilme auf wahren Begebenheiten und beinhalteten in ihren früheren Entwürfen auch Bildmaterial mit Putin.

Der Zeitschrift zufolge wurden Putin-Darstellungen demnach aus den Filmen "Red Sparrow" von der Filmproduktionsfirma 20th Century Fox, mit Jennifer Lawrence in der Hauptrolle, und "Kursk" von der französischen EuropaCorp herausgeschnitten. Und das, obwohl der russische Präsident noch in den Büchern, auf denen die beiden jeweiligen Filme basieren, hervorgehoben wird.

"Kreative Entscheidung"

Voraussichtlich im März nächsten Jahres erscheint "Red Sparrow" auf den Leinwänden. Der Film handelt von einer russischen Spionin (Lawrence), die sich in einen CIA-Offizier verliebt und sich auf diese Weise langsam dazu entschließt, zu einer Doppelagentin zu werden. Das Studio teilte mit, dass es eine "kreative Entscheidungen" war, Putin aus dem Film herauszuschneiden, obwohl er eine Schlüsselrolle in dem Buch des ehemaligen CIA-Offiziers und Autors Jason Matthews spielt, auf dem der Film basiert.

Durch die Vermeidung von Putin befreit sich das Fox-Studio absichtlich von russischen Hackern, die protestieren könnten", schreibt die Autorin des Magazins "The Hollywood Reporter", Tatiana Siegel.

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Putin wurde auch auf eine ähnliche Weise aus dem Film "Kursk" herausgeschnitten, der über die russische U-Boot-Katastrophe im Jahr 2000 und die vermeintliche Nachlässigkeit der Regierung erzählt. Wie die Fachzeitschrift berichtet, ist Putin Inspiration des Films, kommt auch im Bestseller von Robert Moore, "A Time to Die", vor und war auch in der frühen Versionen des Drehbuchs enthalten.

Filmstudios wollen keine "Vergeltung" provozieren

Anders als in bekannten Fällen der Stalin-Ära in der UdSSR, als in Ungnade gefallene Politiker und Beamte nachträglich aus bereits veröffentlichten Bilddokumenten retuschiert wurden, ist in diesem Fall jedoch nicht der Wunsch ausschlaggebend, den jeweiligen Protagonisten aus dem kollektiven Gedächtnis zu entfernen. Vielmehr will man aufseiten der Studios offenbar damit den in den Medien immer wieder auftauchenden „russischen Hackern“ den Wind aus den Segeln nehmen.

Einen Film über Putin freizugeben, der ihn so aussehen lässt wie einen Narren, wäre Selbstmord für ein Filmstudio", sagt Ajay Arora, der Geschäftsführer von Vera, einer Cyber-​​Sicherheitsfirma, die mit Studios zusammenarbeitet. "Das ist ein sicherer Weg, um gezielt [Vergeltung] hervorzurufen", fügte er hinzu.

Blick auf den Hollywood-Schriftzug

Inmitten des Medien-Hypes um die vermeintliche Einmischung des Kreml in die US-Wahlen gibt es mittlerweile eine ganze Reihe von Filmen, die Russland thematisieren. Unter anderem der Thriller "The Tracking Of A Russian Spy" von StudioCanal, der auf wahren Ereignissen basieren soll, sowie der Streifen "How to Catch a Russian Spy" des Regisseurs Marc Webb beim Studio 20th Century Fox.

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