Audi löst mit neuem Werbespot einen Shitstorm in China aus

Audi löst mit neuem Werbespot einen Shitstorm in China aus
Mit einem kontroversen Werbespot hat Audi in China für Empörung gesorgt. Der Clip zeigt ein Paar vor dem Traualtar. Die Mutter des Bräutigams unterbricht die Zeremonie, um die Braut einer „Inspektion“ zu unterziehen, so wie es ein Mechaniker bei einem Auto machen würde.

Die deutsche Automarke Audi hat mit seinem neuesten Werbespot den nächsten Bock geschossen und bei der Internetgemeinde einen Shitstorm ausgelöst. Diesmal geht es um einen Clip für den chinesischen Markt, der vor zwei Tagen viral gegangen ist.

Das Video beginnt damit, dass die Schwiegermutter Nase, Ohren und Mund der Braut „inspiziert“. Daraufhin zieht ihr Sohn sie von seiner designierten Ehefrau weg und fordert sie auf aufzuhören. Diese verlässt den Altar um sich anschließend umzudrehen und ihr „OK“ für eine Fortsetzung der Feierlichkeiten zu geben. In diesem Moment scheint sie jedoch einen Blick auf die Brust der Braut zu werfen, die zurückschreckt und ihr Dekolleté bedeckt.

Die Szenerie wird ausgeblendet und eine Stimme fügt an, dass eine so wichtige Entscheidung wohl überlegt sein sollte. Der Spot schließt damit ab, dass Audi Werbung für seinen Gebrauchtwagen Vertrieb macht und potentiellen Käufern nahelegt, nur zuvor von Audi überprüfte Autos zu kaufen.

Mehr lesen: USA verklagen Ex-Audi-Manager im Abgas-Skandal

Viele User zeigen sich über den geschmacklosen Werbespot empört. Der Spot sollte eigentliche die Rolle der Schwiegermutter in der chinesischen Gesellschaft ironisch darstellen. Der Witz kam jedoch bei vielen Zuschauern nicht an. Vor allem den Vergleich mit Gebrauchtwagen empfinden viele als niveaulos. Einige fordern nun sogar einen Boykott der Marke.

„Wir hatten bereits einen Volkswagen zuhause und mein Ehemann plante nun sich einen Audi anzuschaffen“, teilte eine Userin über die chinesische Microblogging Seite Weibo mit. „Ich war dagegen – und nun sehe ich, dass es definitiv unmöglich ist, einen Audi zu kaufen. Sie stellen lausige Autos her und machen damit einen riesigen Profit in China, und jetzt haben sie so eine geschmacklose Fernsehwerbung rausgebracht. Schämt euch Audi!“

Ein Sprecher von Audi teilte der South China Morning Post mit, dass das Marketing von Audi nicht zentral gesteuert werde und regionale Vertragspartner autonom agieren. Er verwies darauf, den Fall überprüfen zu wollen.

Bereits für seinen Beitrag zum diesjährigen Super Bowl musste Audi Kritik einstecken. Darin geht es um ein Seifenkistenrennen, in welchem eine weibliche Teilnehmerin gegen männliche Konkurrenten ankämpft. Die weibliche Teilnehmerin ist offensichtlich die Tochter der Hintergrundstimme, die sich Gedanken über die Zukunft seines Nachwuchses macht. Der Spot schließt damit ab, dass Audi sich für eine gleichberechtigte Bezahlung von Männern und Frauen einsetzt.

Mehr lesen:  Abgas-Betrug - Ermittlungen gegen Porsche-Mitarbeiter eingeleitet

Viele Zuschauer empfanden den Spot als nicht mehr zeitgemäß und oberflächliche, linksliberale Propaganda. Der Versuch, die Stimmung für gesellschaftspolitische Trends im Land der unbegrenzten Möglichkeiten aufzufangen und der Marke ein progressives Antlitz zu verleihen, misslang kräftig. Zu allem Überfluss musste sich Audi anschließend sogar Vorwürfe anhören, man hätte Bots gekauft um die Bewertung des Videos auf Youtube aufzuwerten.