Nach Eklat bei Maischberger: Twitter-Community spöttelt über Bosbach

Nach Eklat bei Maischberger: Twitter-Community spöttelt über Bosbach
"What would you do if I talked out of tune...?" - Erzürnt verlässt der CDU-Politiker Wolfgang Bosbach den Talk bei Maischberger.
Indem Wolfgang Bosbach aus dem Maischberger-Studio stürmte, sorgte er für einen Eklat. Der CDU-Politiker steht zu seinem Verhalten, das bei vielen Menschen auf Zustimmung trifft. Teile der Twitter-Community reagieren hingegen mit Spott.

Am Mittwochabend endete Sandra Maischbergers Talkrunde über die G20-Krawalle in Hamburg mit einem Eklat: Nach hitziger Debatte verlässt CDU-Politiker Wolfgang Bosbach vor laufenden Kameras die ARD-Sendung. Zuvor war er heftig mit Jutta Ditfurth aneinandergeraten, die für die Wählervereinigung ÖkoLinX-Antirassistische Liste im Frankfurter Stadtparlament sitzt.

Bosbach hatte seiner Mitdiskutantin vorgeworfen, die Krawalle zu verharmlosen und den ebenfalls in der Talkrunde sitzenden Hamburger Hauptkommissar Joachim Lenders mehrfach "in geradezu unverschämter Weise angegangen" zu haben. Maischberger selbst wirkte wenig souverän, als sie Ditfurth nach Bosbachs Abgang aufforderte, ebenfalls die Sendung zu verlassen. Doch die ehemalige Grünen-Politikerin blieb sitzen: "Nein. Warum soll ich gehen? Ich habe mit Herrn Bosbach nichts zu tun."

Gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland wirft Ditfurth der Moderatorin vor, ganz auf Seiten Herrn Bosbachs gestanden zu haben, der mit "dieser weltfremden Mimosenhaftigkeit keine Kneipendiskussion überstehen würde".

Ich habe es als Versuch von ihr verstanden, mich für meine linke oppositionelle Meinung zu bestrafen.

Symbolbild - Aufmarsch des Azow-Bataillons in Kiew

In einem Facebook-Eintrag entschuldigte sich Maischberger anschließend für ihr "unüberlegtes" Verhaltenen:

Ich möchte mich ausdrücklich bei Frau Ditfurth für den Versuch entschuldigen, sie aus der Sendung komplimentieren zu wollen. Das war eine unüberlegte Kurzschlussreaktion, getrieben von dem Wunsch, in der Sendung den Ausgleich der Seiten wiederherzustellen. Es war ein Fehler, den ich bedauere. 

Bosbach hingegen steht zu seinem Verhalten. In einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung erklärte sich der altgediente CDU-Mann:

Ich habe in Talkshows schon einiges ausgehalten und war mehr als ein Mal kurz davor, zu gehen, habe es dann aber nicht getan. Bei Günther Jauch saß ich einem Imam gegenüber, der geredet hat wie ein Wasserfall, bei Anne Will einer vollverschleierten Muslima, die für den Dschihad geworben hat, und ich bin sitzengeblieben. Aber irgendwann läuft das Fass mal über.

Der stellvertretende Vorsitzende der Bundestagsfraktion der Union verwehrte sich gegen Vorwürfe, sein Abgang sei nicht spontan erfolgt, sondern einer "kühlen Strategie" geschuldet.

Der Verdacht der Inszenierung sei "wirklich Blödsinn", so Bosbach. Ihm sei es nicht um die Person Jutta Ditfurth gegangen, sonst hätte er gar nicht erst an der Sendung teilgenommen. Anlass zum Verlassen der Gesprächsrunde sei "die Kombination ihrer Aussagen und ihres Verhaltens" gewesen. Bosbach:

Vieles davon wird man im Fernsehen überhaupt nicht gesehen haben. Ihre permanente Dazwischenquatscherei, auch leise, wenn Herr Jörges vom 'Stern' gesprochen hat, ihre Beleidigungen von Hauptkommissar Lenders.

Auch für viele Zuschauer dürften Ditfurths Diskussionsstil und ihre selbstherrliche Art nur schwer erträglich gewesen sein. Entsprechend erntet Bosbach auch viel Zustimmung für sein Verhalten. Seinen eigenen Aussagen zufolge seien 95 Prozent der zahlreichen Zuschriften, die ihm seitdem erreichten, positiven Inhalts.

Doch es gibt auch andere Reaktionen, die seine Reaktion als zu dünnhäutig empfinden. Dazu zählt auch der Linken-Politiker Jan van Aken, der ebenfalls bei Maischberger zu Gast war. "Bei uns im Büro heißt er nur noch Mimimi-Bosbach", sagte van Aken gegenüber Focus-Online.

Es ist politisch natürlich völlig verquer, erst den G20-Gipfel damit zu begründen, dass Reden immer gut ist, dann aber selbst das Reden zu verweigern.

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Auch Teile der Twitter-Community reagierten spöttisch: Unter dem Hashtag #BosbachLeavingThings sind mittlerweile Dutzende Fotomontagen erschienen, die den vor Ditfurth flüchtenden CDU-Politiker in einem neuen Kontext zeigen. Im Folgenden eine kleine Auswahl: