Saudischer Minister bietet Wiedergutmachung für durch Saudi-Diplomaten getöteten Berliner Radfahrer

Saudischer Minister bietet Wiedergutmachung für durch Saudi-Diplomaten getöteten Berliner Radfahrer
Die saudische Botschaft in Berlin
Drei Wochen nach dem von einem saudi-arabischen Diplomaten verursachten tödlichen Unfall besuchte ein saudisches Regierungsmitglied einem Medienbericht zufolge Hinterbliebene des getöteten Radfahrers und versprach Entschädigung.

Der saudi-arabische Kulturminister Awwad Alawwad habe am Sonntag die Ehefrau und einen Neffen des verstorbenen Michael E. getroffen, berichteten verschiedene Medien mit Bezug auf die Bild-Zeitung am Dienstag.

Michael E. (56) war am Abend des 13. Juni mit seinem Fahrrad in Berlin-Neukölln gestürzt, weil ein im absoluten Halteverbot parkender Mann plötzlich die Tür seines Porsche Cayenne öffnete. Der Fahrradfahrer kann nicht mehr rechtzeitig ausweichen und stürzt, im Krankenhaus erliegt er schweren Kopfverletzungen.

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Die Polizei ermittelte offiziell wegen fahrlässiger Körperverletzung mit Todesfolge, doch leitete die Staatsanwaltschaft kein strafrechtliches Verfahren ein, weil der Unfallverursacher Diplomatenstatus genießt. Auf den Unfall, einen von zahlreichen strafrechtlich nicht sanktionierten diplomatischen Verstößen, folgten breite Berichterstattung und eine Radfahrermahnwache. Das Auswärtige Amt forderte daraufhin eine Stellungnahme des Königreichs. Die Witwe Marina E. verlangte öffentlich eine Bestrafung des Fahrers.

Nach dem Treffen mit Alawwad, der selbst mal Botschafter in Deutschland war, sagte Marina E. den Berichten zufolge:

Nichts kann mir meinen Michael zurückbringen. Aber das Treffen mit Herrn Alawwad war sehr angenehm und warmherzig. Er war voller Mitgefühl. Dafür und für die finanzielle Unterstützung bin ich sehr dankbar. Ich muss jetzt mein Leben ohne Michael einrichten und langsam nach vorne blicken. Das wird schwer genug.“

Ihr Neffe Uwe D. sagte demnach:

Der Unfall hat außerdem sehr viel Hass erzeugt - das wollen wir nicht."

Der Bericht erwähnt auch, dass die Familie sich daher künftig nicht mehr öffentlich zu dem Vorfall äußern wolle. Über die Höhe der Wiedergutmachung sei Stillschweigen vereinbart worden.