Studie in Großbritannien: Transgenderfische durch verseuchte Abwässer

Studie in Großbritannien: Transgenderfische durch verseuchte Abwässer
Ob die Studie der Wissenschaftler auch den Fluss Themse in London betrifft, wurde nicht mitgeteilt.
Eine Studie der Universität von Exeter kommt zu einem überraschenden Ergebnis: 20 Prozent der männlichen Fische in Flüssen verwandeln sich in weibliche Fische. In den Gewässern wurden über 200 Chemikalien identifiziert, die östrogenähnliche Wirkungen haben.

Unfreiwillige Geschlechtsumwandlung bei Fischen: Chemikalien, die über Haushaltsabflüsse in Gewässer gelangen, haben einen dramatischen Effekt auf männliche Fische. Laut der Studie nehmen rund 20 Prozent der männlichen Fische weibliche Eigenschaften an. Die betroffenen Fische zeigen feminisierte Züge auf und produzieren sogar Eier. Die Studie wurde von der Universität von Exeter durchgeführt. Der verantwortliche Wissenschaftler ist Professor Charles Tyler.

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Einige der Fische haben eine verminderte Spermienqualität und zeigen eine deutlich reduzierte Aggressivität. Auch der „Fortpflanzungstrieb“ sei deutlich gehemmter, was zu einem Problem für Züchter werden könnte. Die Chemikalien, die diese Effekte verursachen, umfassen vor allem Bestandteile der Antibabypille, dazu Nebenprodukte von Reinigungsmitteln, Kunststoffe und Kosmetika.

Wir weisen nach, dass einige dieser Chemikalien viel stärkere gesundheitliche Auswirkungen auf Fische haben, als allgemein erwartet wurde. Mit speziell gezüchteten transgenen Fischen, die es uns erlauben, Antworten auf diese Chemikalien in den Körpern von Fischen in Echtzeit zu bekommen, haben wir zum Beispiel belegt, dass Östrogene, die in einigen Kunststoffen gefunden wurden, die Ventile im Herzen beeinflussen,

so Professor Tyler gegenüber dem Nachrichtendienst AAP. Tests zeigten, dass 20 Prozent der männlichen Süßwasserfische, wie zum Beispiel Rotaugen, an 50 Standorten weibliche Eigenschaften zeigten. In über 200 Chemikalien aus Kläranlagen wurden östrogenähnliche Effekte nachgewiesen, darunter auch Bestandteile von Antidepressiva. Laut der Studie verändern diese Wirkstoffe das natürliche Verhalten der Fische.

Weitere Forschungen haben gezeigt, dass viele andere Chemikalien, die durch Kläranlagen rutschen, zum Beispiel dafür sorgen, dass die Fische ihre natürliche Scheu, auch gegenüber Raubfischen, verlieren,  

sagte Tyler. Der Professor wird seine Erkenntnisse in einem Eröffnungsvortrag zum 50-jährigen Jubiläum des Symposiums der Fischerei-Gesellschaft auf den Britischen Inseln an der Exeter-Universität vom 3. bis 7. Juli vorstellen.

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Naturgemäß sorgte die Studie für einige amüsante Kommentare auf Twitter: