Indisches Dorf wird in "Trump Village" umbenannt – um für mehr Klos zu werben

Indisches Dorf wird in "Trump Village" umbenannt – um für mehr Klos zu werben
Was wohl US-Präsident Donald Trump über diese Aktion denkt?
Hygiene und sanitäre Anlagen sind in dem Land mit über eine Milliarde Einwohnern ein großes Problem. Eine Wohltätigkeitsorganisation nutzt nun den Namen des US-Präsidenten, um ein kleines Dorf mit kostenlosen Toiletten auszustatten. Es scheint zu funktionieren.

Eine indische Wohltätigkeitsorganisation, die bedürftige Inder mit Toiletten-Anlagen versorgt, hat mit einem besonderen Gag für bessere sanitäre Bedingungen im Land gesorgt. Die Organisation hat ein kleines Dorf im Norden des Landes dazu gebracht, sich nach US-Präsident Donald Trump umzubenennen. Dieser Marketing-Kniff soll die Beziehungen zu den USA würdigen und zugleich auf ihr Anliegen aufmerksam machen.

Der neue Name „Trump Sulabh Village“ ist allerdings nicht offiziell und wird daher auch nicht auf Landkarten erscheinen. Die Wohlfahrtseinrichtung nennt sich selber Sulabh International, nach dem Hindi-Wort für "zugänglich." Damit wird auf die einfachen Klos angespielt, die von der Organisation kostenlos in Indien gebaut werden.

Viele der 400 Dorfbewohner sagen zwar, dass sie keine Ahnung haben, wer Trump ist. Aber sie sind hocherfreut, dass ihre Dorfältesten dem Werbegag zugestimmt haben. Denn dadurch wird jedes der ungefähr 60 Lehmhäuser im Dorf kostenlos mit einer neuen Toilette ausgestattet. Von Donald Trump oder den USA gibt es keine finanzielle Beteiligung.

Ich verstehe nicht, warum sie es (das Dorf) nicht nach unserem Ministerpräsidenten benennen konnten,

sagte Bauarbeiter Sajid Hussain gegenüber Associated Press (AP). Dennoch ist er glücklich über die Toiletten-Initiative und hofft, dass Hilfsgeld für Bildung, Elektrizität und andere Verbesserungen folgen werden. Kürzlich bei der Umbennungsfeier ermunterten die Organisatoren jeden "Trump"-Ausruf mit einem lautstarken "Zindabad!" zu begleiten, was "Lang lebe!" bedeutet. Die Zeremonie wurde am vergangenen Wochenende kurz vor der Reise von Ministerpräsident Narendra Modi nach Washington zu einem Treffen mit Trump durchgeführt.

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Der Gründer der Wohltätigkeitsorganisation, Bindeshwar Pathak, hat eingeräumt, dass die Umbenennung des Dorfes ein Trick sei, um mehr Aufmerksamkeit, und somit auch mehr Geld, für ihre Bemühungen um bessere sanitäre Anlagen in Indien zu erhalten.

Trump ist der Präsident der führenden Nation der Welt, und deshalb habe ich ihn ausgewählt,

sagt er zu AP. Dass es in dem staubigen Dorf mit dem offiziellen Namen Maroda, ungefähr 70 Kilometer nördlich von Neu Delhi, bislang nur ein paar Klos gibt, ist in Indien keine Seltenheit. Mehr als 60 Prozent der 1,3 Milliarden Menschen im Land verrichten ihr großes Geschäft immer noch im Freien. Laut der Weltgesundheitsorganisation sterben jedes Jahr sterben etwa eine halbe Million Kinder an schwerem Durchfall.

Das von starken Gegensätzen geprägte Land hatte zwar über Jahre hinweg Wachstumsraten von bis zu 10 Prozent  zu verzeichnen und zählt mit einem Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 1644 Milliarden US-Dollar zu den größten Volkswirtschaften der Welt. Doch gleichzeitig gelten mehr als 800 Millionen Menschen in Indien als arm. Die meisten von ihnen leben auf dem Land und halten sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser.

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